PfadnavigationHomePolitikAuslandOstseehafen PrimorskUkraine greift mit Drohnen russische Schattenflotte und Knotenpunkt für Ölexporte anVeröffentlicht am 03.05.2026Lesedauer: 3 MinutenRussische Truppen rücken weiter in der östlichen Region Donezk vor. Die Ukraine soll hingegen zwei Tanker der russischen Schattenflotte angegriffen haben: „Da sind jetzt Bilder veröffentlicht worden von Wolodymyr Selenskyj“, berichtet Christoph Wanner.Immer wieder gelingt es Russland, mithilfe seiner Schattenflotte Sanktionen zu umgehen. Die Ukraine hat deshalb gezielt die Infrastruktur eines Ostseehafens ins Visier genommen. Derweil stoppte Schweden ein Schiff der russischen Schattenflotte.Die Ukraine hat russischen Angaben zufolge den Ostseehafen Primorsk angegriffen. Mehr als 60 Drohnen seien in der Nacht über der nordwestlichen Region Leningrad abgeschossen worden, erklärte Gouverneur Alexander Drosdenko am Sonntag auf Telegram. In Primorsk, einem der wichtigsten russischen Ölexportterminals, sei kein Öl ausgelaufen. Das Feuer, das durch den Angriff ausgelöst wurde, sei inzwischen wieder gelöscht. Primorsk ist ein zentraler Bestandteil der russischen Ölindustrie. Vor einer Serie ukrainischer Angriffe in diesem Jahr exportierte der Hafen üblicherweise weit über eine Million Barrel Rohöl und Diesel täglich. Diese Angriffe sind Teil einer breiter angelegten Kampagne Kiews gegen Häfen und Raffinerien. Nach einem Drohnenangriff am 23. März setzte der Hafen die Beladung von Tankern vorübergehend aus.Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am Sonntag, ukrainische Streitkräfte hätten zwei Tanker der sogenannten Schattenflotte am Eingang zum russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk angegriffen. „Diese Tanker wurden aktiv für Öltransporte genutzt – jetzt nicht mehr“, schrieb Selenskyj auf Telegram und veröffentlichte ein Video, das den Angriff dokumentieren soll. Die Langstreckenfähigkeiten der Ukraine würden weiter umfassend ausgebaut – auf See, in der Luft und an Land.Auch andere russische Regionen meldeten am Wochenende Drohnenangriffe. Der Gouverneur der Region Moskau, Andrej Worobjow, erklärte, in einem Dorf sei ein 77-jähriger Mann am Samstagabend ums Leben gekommen. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte mit, vier Drohnen seien auf dem Weg in Richtung der russischen Hauptstadt abgefangen worden.In der westlichen Region Smolensk wurden Gouverneur Wassilij Anochin zufolge am Sonntag drei Menschen verletzt, darunter ein Kind, nachdem eine Drohne ein Wohnhaus angegriffen hatte. Unterdessen rückten russische Truppen nach ukrainischen Militärangaben langsam auf die Stadt Kostjantyniwka in der ostukrainischen Region Donezk vor.Derweil stoppte Schweden an seiner Südküste ein mutmaßlich zur russischen Schattenflotte gehörendes Schiff. „Das Schiff namens ‚Jin Hui‘ steht unter Verdacht, unter falscher Flagge zu fahren“, erklärte der schwedische Verteidigungsminister Carl-Oskar Bohlin am Sonntag im Onlinedienst X. Es stehe auf der Sanktionsliste der EU, Großbritanniens und der Ukraine.Das Schiff wurde den Angaben zufolge am Nachmittag vor der südschwedischen Hafenstadt Trelleborg in schwedischen Gewässern gestoppt. Die Küstenwache erklärte, das 182 Meter lange Schiff sei unter syrischer Flagge unterwegs gewesen und habe „wahrscheinlich“ keinerlei Fracht an Bord gehabt. „Sein Ziel ist unbekannt“, hieß es weiter. Laut Küstenwache wurden Vorermittlungen wegen Seeuntüchtigkeit des Schiffes eingeleitet, Bohlin nannte als zusätzlichen Vorwurf unzureichenden Versicherungsschutz.Immer wieder Schiffe gestopptAls Schattenflotte werden die oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffe bezeichnet, mit denen Russland das internationale Ölembargo wegen des Ukraine-Kriegs umgeht. Die Schiffe stehen zudem teilweise in Verdacht, an hybriden Angriffen gegen den Westen im Auftrag Russlands beteiligt zu sein, etwa an der Beschädigung von Unterwasserkabeln in der Ostsee.Die schwedischen Behörden stoppen immer wieder Schiffe, die unter dem Verdacht stehen, zur russischen Schattenflotte zu gehören. Erst am 29. April wurde das Frachtschiff „Caffa“ deswegen aufgebracht. Der Einsatz damals erfolgte nach schwedischen Angaben im Rahmen der Amtshilfe für ein anderes Land.Reuters/dpa/kami/krö
Ostseehafen Primorsk: Ukraine greift mit Drohnen russische Schattenflotte und Knotenpunkt für Ölexporte an - WELT
Immer wieder gelingt es Russland, mithilfe seiner Schattenflotte Sanktionen zu umgehen. Die Ukraine hat deshalb gezielt die Infrastruktur eines Ostseehafens ins Visier genommen. Derweil stoppte Schweden ein Schiff der russischen Schattenflotte.







