PfadnavigationHomePanoramaSkandal in Australien„Kaltblütige“ Mutter täuscht Krebs bei sechsjährigem Sohn vor, um Spenden zu kassierenVeröffentlicht am 30.04.2026Lesedauer: 3 MinutenQuelle: Getty Images/Antonio Hugo PhotoEine 45-jährige Frau zwingt ihren sechsjährigen Sohn in einen Rollstuhl und inszeniert eine Krebsdiagnose, um Spendengelder zu erlangen. Ein Gericht sieht „Kindesmisshandlung“ und verurteilt die Mutter zu einer langen Haftstrafe.Sie rasierte ihrem Sohn den Kopf, setzte ihn in einen Rollstuhl – und erfand eine Krebsdiagnose. Über Monate täuschte eine Mutter aus Australien Familie, Freunde und Öffentlichkeit, um Geld zu kassieren. Dafür ist eine 45-Jährige aus Adelaide im Bundesstaat South Australia zu mehr als vier Jahren Haft verurteilt worden, wie die britische BBC und das australische Portal „9News“ berichten.Nach Gerichtsangaben verabreichte die Mutter dem Jungen Medikamente und inszenierte eine angebliche Behandlung wegen Augenkrebs. Sie veröffentlichte Beiträge in sozialen Medien mit Bildern ihres kahlgeschorenen Sohnes und bat um weitere Unterstützung.Auslöser war ein Arztbesuch nach einem Unfall. Obwohl Untersuchungen keinen Krebsbefund ergaben, sprach sie später von drei Tumoren und einer notwendigen Strahlentherapie.Mehr als 50 Zahlungen sollen laut australischen Medien auf ein Spendenkonto für den Sohn eingegangen sein. Zusätzlich erhielt sie Bargeldspenden, darunter einmal 3500 Dollar. Um ihre Geschichte glaubhaft zu machen, zwang sie das Kind unter anderem in einen Rollstuhl und schränkte seinen Alltag mit der Verabreichung von Medikamenten ein. Schon bei dem Polizeiverhör hatte sie zugegeben, ihrem Sohn Verbände um den Kopf gewickelt zu haben, um Spenden zu sammeln.Lesen Sie auchDie Staatsanwaltschaft warf der Frau vor, ihren Sohn „als Requisite“ missbraucht zu haben, um Angehörige und Öffentlichkeit zu täuschen. Die Angeklagte bekannte sich vor Gericht schuldig. Lesen Sie auchDie Richterin sprach von einer „Form von Kindesmisshandlung“ und erklärte, der Sohn habe körperlichen und psychischen Schaden erlitten: „Ihr Verhalten hat bei Ihrem Sohn Angst und Unruhe in Bezug auf die Krankheit ausgelöst, an der er Ihrer Darstellung zufolge litt“, sagte sie. Das Vorgehen der Mutter beschrieb sie als „grausam, kaltblütig“ und „manipulativ“. Die Verteidigung erklärte, die Frau habe finanzielle Probleme gehabt. Unter Corona habe sie eine Spielsucht entwickelt. Zudem habe sie Aufmerksamkeit erhalten wollen. Fachleute sprechen in solchen Fällen vom „Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom“. Dabei verursachen Personen bei Angehörigen oder nahen Bekannten gezielt Krankheiten.Besonders betroffen von dem Fall war auch die Schulgemeinschaft des Jungen. Dort löste der Fall laut Gericht nicht nur Schock und Wut aus, sondern auch ein tiefes Gefühl von Verrat. Viele Beteiligte hätten sich im Nachhinein geschämt, auf die Täuschung hereingefallen zu sein, und seien verlegen darüber gewesen, die Lügen nicht früher erkannt zu haben.Der Ehemann, der zunächst selbst unter Verdacht gestanden hatte und festgenommen worden war, wurde entlastet. Vor Gericht sagte er, seine Frau habe „mich und das Leben meiner Kinder zerstört“: „Ich hatte volles Vertrauen in Dich als meine Frau und habe Dich nie angezweifelt. Ich war unserer Familie ergeben. Jetzt fühle ich mich wie eine Figur in einem Schachspiel.“ Eine vorzeitige Entlassung der Frau auf Bewährung ist voraussichtlich im kommenden Jahr möglich.kami