PfadnavigationHomeRegionalesHamburgLogistik-Übernahme„Sicherheitsrisiko?“ – Verfassungsschutz warnt vor Coscos Zippel-Deal in HamburgVeröffentlicht am 29.04.2026Lesedauer: 2 MinutenDie chinesische Staatsreederei Cosco Shipping ist schon jetzt im Hamburger Hafen aktivQuelle: picture alliance/dpa/Marcus BrandtChinas Staatsreederei Cosco will 80 Prozent der Hamburger Spedition Konrad Zippel übernehmen – und damit ihre Präsenz im Hafen tief ins Hinterland ausdehnen. Doch das Geschäft hat seine Tücken.Der chinesische Staatskonzern Cosco will den Hamburger Logistiker Konrad Zippel übernehmen. Geplant ist der Erwerb von 80 Prozent der Anteile an der traditionsreichen Spedition, die auf Hinterlandverkehr zwischen Seehafen und Binnenland spezialisiert ist. Dieser Fakt ist schon länger bekannt – doch während das Bundeskartellamt den Einstieg aus wettbewerblicher Sicht genehmigt hat, gibt es nun sicherheitspolitische Bedenken.Nach Recherchen von NDR und WDR hat das Bundesamt für Verfassungsschutz intern vor dem Deal gewarnt. Demnach bestehe die Sorge, dass Cosco durch mehrere Beteiligungen entlang der Logistikkette strategischen Einfluss auf kritische Infrastruktur gewinnen könnte. Die Übernahme wird deshalb derzeit im Rahmen eines Investitionsprüfverfahrens im Bundeswirtschaftsministerium geprüft; eine Entscheidung steht noch aus.Cosco argumentiert, dass sich die Geschäfte sinnvoll ergänzen: Während der Staatskonzern den Containertransport auf dem Seeweg abwickelt, organisiert Zippel den Weitertransport ins Hinterland, häufig per Bahn. Genau darauf verwies auch das Kartellamt, das erklärte, beide Unternehmen seien auf unterschiedlichen Ebenen der Transportkette tätig und stünden nicht in Konkurrenz zueinander.Lesen Sie auchPolitisch sensibel ist der Vorgang auch, weil Cosco im Hamburger Hafen bereits präsent ist. Seit 2023 hält eine Konzerntochter 24,99 Prozent an der Betreibergesellschaft des HHLA-Containerterminals Tollerort. Eine ursprünglich geplante höhere Beteiligung war nach Intervention der Bundesregierung auf unter 25 Prozent begrenzt worden, um chinesischen Einfluss auf kritische Infrastruktur einzudämmen.Mit dem Einstieg bei Zippel würde Cosco seine Aktivitäten nun über das Terminal hinaus in das logistische Hinterland ausdehnen. Ob die Bundesregierung dies genehmigt, ist offen.jlau