PfadnavigationHomeGeldVerbraucherWELT-KaufberaterDie besten Kratzerentferner fürs Auto – getestet mit SachverständigenVon Lars GollyVeröffentlicht am 29.04.2026Lesedauer: 4 MinutenWie gut funktionieren Kratzerentferner für das Auto? Gemeinsam mit Sachverständigen haben wir verschiedene Produkte getestet, um zu bestimmen, welche davon sich wirklich lohnen.Kratzer im Autolack sind nicht nur unschön, sondern auch ärgerlich. Vor allem bei kleineren Beschädigungen versprechen spezielle Produkte Abhilfe. Doch wie gut funktionieren solche Kratzerentferner? Wir haben verschiedene Produkte getestet. Was Sie vorab über Kratzerentferner wissen solltenKeine Wundermittel: Auch wenn der Name anderes vermuten lässt, können Kratzerentferner keine tiefen Schäden beseitigen, die bis zum Blech oder zur Grundierung reichen. Sie eignen sich ausschließlich für leichte Kratzer im Klarlack.Anwendung: Es gibt unterschiedliche Varianten. Zweiphasige Produkte arbeiten mit zwei Polituren für grobe und feine Schritte. Einphasige Lösungen kommen mit nur einer Politur aus.Folgeschäden: Beim Einsatz von Nassschleifpapier ist Vorsicht geboten. Ohne Erfahrung kann der Lack schnell zu stark abgetragen werden, sodass eine professionelle Reparatur notwendig wird.Testsieger: Dr. Wack A1 Kratzer PolishMit der Note 1,6 sichert sich dieses Produkt den ersten Platz im Test. Es handelt sich um eine einphasige Lösung, wodurch die Anwendung besonders unkompliziert ist. Zusätzlich liegt ein Mikrofasertuch bei, das sich gut zum Polieren eignet. Sowohl die Anwendung als auch das Ergebnis überzeugen. Der Glanz bleibt selbst nach einer Behandlung mit Alkohol bestehen, was zeigt, dass die Kratzer tatsächlich entfernt werden und nicht nur überdeckt sind.Preistipp: Autosol Kratzer-EntfernerDer günstige Preistipp punktet mit einer einfachen Handhabung beim Auftragen und Auspolieren. Im Labor fällt das Ergebnis zwar etwas weniger gleichmäßig aus als bei den besten Produkten, dennoch ist eine deutliche Verbesserung sichtbar. Auch nach einer Reinigung mit Alkohol bleibt das Resultat erhalten, was für die Wirksamkeit spricht. Angesichts des niedrigen Preises ist das Ergebnis überzeugend.Alternative für tiefere Kratzer: Sonax Kratzer-Entferner-SetDieses Set liefert ein Ergebnis auf sehr hohem Niveau und liegt dicht hinter dem Testsieger. Es ist zudem für etwas tiefere Kratzer ausgelegt und enthält daher auch Nassschleifpapier. Allerdings ist hier besondere Vorsicht geboten, da bei falscher Anwendung schnell zu viel Material abgetragen werden kann.So testen wir die Kratzerentferner Wir führten den Test gemeinsam mit der Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger in einem Fachlabor durch. Zunächst wurde der Lieferumfang geprüft. Dabei stand im Fokus, ob Anleitungen und Hinweise verständlich und gut lesbar sind.Anschließend wurde die Anwendung bewertet. Dabei wurde unterschieden, ob ein Produkt einphasig oder zweiphasig arbeitet und wie einfach sich die Polituren einsetzen lassen. Im Praxistest kam eine speziell vorbereitete Lackplatte zum Einsatz. Diese wurde schwarz lackiert, mattiert und in zehn gleich große Bereiche unterteilt. Jedes Produkt wurde nach Herstellerangaben auf einem dieser Felder angewendet. Wenn keine Zeitangabe vorhanden war, wurde eine Minute poliert. Dabei wurde auch beurteilt, wie sich die Politur auftragen und auspolieren lässt und ob Rückstände entstehen.In der anschließenden Messphase wurden Glanz und Glanzschleier ermittelt. Zusätzlich bewerteten mehrere Personen die sichtbare Verbesserung und das Gesamtbild des Ergebnisses.Weitere Kratzerentferner für das Auto, die wir getestet haben Ein zentrales Ergebnis vorweg: Kein getestetes Produkt ist in der Lage, tiefe Kratzer vollständig zu entfernen. Alle eignen sich ausschließlich für oberflächliche Beschädigungen im Klarlack.Akzeptables Ergebnis: Meguiars Scratch X 2.0Die Anwendung ist etwas umständlich beschrieben, das Ergebnis jedoch akzeptabel. Einige Kratzer bleiben sichtbar, dennoch ist eine Verbesserung erkennbar. Positiv ist, dass die Kratzer nicht nur überdeckt werden.Tuch mit Schwächen: Quixx Paint Scratch RemoverDas mitgelieferte Tuch wirkt sich negativ auf das Ergebnis aus. Mit einem anderen Tuch könnte die Leistung besser ausfallen. Die Anwendung ist einfach und die Politur lässt sich gut auspolieren. Für tiefere Kratzer ist zusätzlich Schleifpapier enthalten.Entfernt Kratzer nur schwach: Rotweiss PolierpasteTrotz optionalem Zubehör bleibt die Wirkung begrenzt. Die Kratzer werden nur schwach reduziert. Positiv ist die einfache Anwendung und die saubere Entfernung der Politur ohne Rückstände.Überdeckt Schäden, statt sie zu entfernen: Nigrin Kratzer-EntfernerDieses Produkt mit Silikon überzeugt nicht. Zwar ist die Anleitung verständlich, doch die Politur lässt sich schwer verarbeiten und bleibt beim Auspolieren haften. Das Ergebnis wirkt zunächst akzeptabel, doch nach einer Reinigung zeigt sich, dass die Kratzer kaum reduziert wurden.Unser Fazit: Nur wenige Kratzerentferner funktionieren tatsächlichDer Test verdeutlicht, dass einige Produkte tatsächlich funktionieren – allerdings nur bei oberflächlichen Kratzern. Tiefe Schäden lassen sich nicht ohne professionelle Hilfe beheben. Das beste Ergebnis liefert das Produkt von Dr. Wack, dicht gefolgt von Sonax. Wer weniger ausgeben möchte, findet im Autosol Kratzer-Entferner eine solide Alternative. Enttäuschend schneidet das Produkt von Nigrin ab, da es die Kratzer eher kaschiert als wirklich entfernt.Warum Sie dem WELT-Kaufberater vertrauen können: Der WELT-Kaufberater steht für aufwendige Tests und unabhängige Produktempfehlungen, die wirklich helfen. Dafür sorgt das Kompetenzcenter Tech & Mobility (gehört wie WELT zu Axel Springer) mit einer erfahrenen Fachredaktion und eigenem Testlabor. Seit Jahrzehnten stehen diese Experten mit ihren Tests unter anderem bei COMPUTER BILD und AUTO BILD für höchste Qualitätsstandards.Lesen Sie auch