PfadnavigationHomeRegionalesHamburgWeitere Einschränkungen ab MaiGesperrte Köhlbrandbrücke – Senat kündigt Ausweichrouten für Schwerverkehr anVeröffentlicht am 28.04.2026Lesedauer: 3 MinutenDie Köhlbrandbrücke muss noch mehr als ein Jahrzehnt halten. Deshalb dürfen keine Transporte mit mehr als 44 Tonnen Gewicht mehr auf ihr fahrenQuelle: Daniel Bockwoldt/dpaAb Mai ist die alte Köhlbrandbrücke für Schwer- und Großraumtransporte dauerhaft gesperrt. Der Senat will Umfahrungen ausweisen und Infrastruktur anpassen – ein neues Versprechen für die lange Übergangszeit.Auf der Köhlbrandbrücke gelten ab 1. Mai weitere Einschränkungen. Wegen ihres baulichen Zustands wird die zentrale Hafenquerung für Schwer‑ und Großraumtransporte über 44 Tonnen gesperrt. Besonders betroffen sind genehmigungspflichtige Transporte aus dem Hamburger Hafen, die bislang auf die Verbindung angewiesen waren.Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard (SPD) erklärte am Dienstag, dass die Stadt derzeit konkrete Ausweichrouten erarbeitet. „Eine wesentliche Forderung, die auch nachvollziehbar ist und um die wir uns stark bemühen, ist die Kennzeichnung und Empfehlung entsprechender Ausweichrouten“, sagte Leonhard. Zwar betreffe die Sperrung „einen kleineren, aber einen sehr wichtigen Teil von Transporten“ – insbesondere für die Hafenlogistik.Lesen Sie auchDie Alternativrouten würden gemeinsam mit der Hamburg Port Authority, der Verkehrsbehörde und den Verbänden der Spediteure entwickelt. Dabei gehe es nicht nur um Streckenführungen, sondern auch um technische Voraussetzungen wie Brückentragfähigkeiten und ausreichende Kurvenradien. „Großraumtransporte sind sehr voraussetzungsvoll, wenn man sie durch die Stadt führt“, sagte Leonhard. „Da sind wir dran und im Gespräch.“Nach Angaben der Senatorin handelt es sich bei den betroffenen Fahrten nicht um Regelverkehr. Schwer‑ und Großraumtransporte seien grundsätzlich anmelde‑ und genehmigungspflichtig. „Die sind mit der Verkehrsdirektion und mit der HPA immer im Gespräch zu ihrer passenden Route“, sagte Leonhard. Diese werde „jeweils passend zum Transport“ ausgearbeitet. Dass die Stadt noch keine Alternativrouten ausgearbeitet und – wo möglich – Engstellen beseitigt habe, bedeute nicht, dass einzelne Transporte ab dem 1. Mai stillstehen müssten. Die Ausweisung von Routen helfe den Spediteuren aber perspektivisch.Die 1974 eröffnete Köhlbrandbrücke gehört zu den am stärksten belasteten Verkehrsadern der Stadt. Täglich nutzen sie rund 32.000 Fahrzeuge, darunter etwa 11.000 Lastwagen. Für den Hafenverkehr ist sie seit Jahrzehnten eine Schlüsselverbindung zwischen den Terminals und den Autobahnen.Lesen Sie auchDer zunehmende Verschleiß des Bauwerks hat bereits seit Jahren zu Einschränkungen geführt. Seit 2012 gilt ein Überholverbot für Lastwagen, Anfang 2019 wurde zusätzlich ein Abstandsgebot von 50 Metern für Lkw angeordnet. Die nun anstehende Sperrung für besonders schwere Transporte ist die bislang weitreichendste Maßnahme.Am grundsätzlichen Zeitplan für den Ersatzneubau halte der Senat fest, erklärte Leonhard im Rathaus. Die Fertigstellung der neuen, rund 20 Meter höheren Köhlbrandbrücke wird derzeit Ende der 2030er‑Jahre, die Inbetriebnahme Anfang der 2040er-Jahre erwartet. Zugleich machte Leonhard deutlich, dass die Stadt versucht, schneller zu werden. „Wir treiben die Planung mit Hochdruck voran“, sagte sie. Durch parallele Planungsschritte sei man „sehr zuversichtlich“, einen Zeitrahmen zu erreichen, der vor der bislang angenommenen Obergrenze von 2042 liege.Erhaltungsmaßnahmen sollen Brücke betriebsbereit haltenHoffnungen setzt der Senat dabei auch auf Unterstützung durch den Bund. Leonhard verwies auf laufende Beratungen über das Infrastrukturbeschleunigungsgesetz, mit dem Planungs‑ und Genehmigungsverfahren verkürzt werden sollen. Zudem setzt Hamburg auf eine Beteiligung des Bundes an der Finanzierung des Neubaus, der nach bisherigen Schätzungen mehrere Milliarden Euro kosten wird. Ziel sei es, über beschleunigte Verfahren und Bundesmittel Zeit und Kosten zu sparen, ohne den rechtlichen Rahmen zu verlassen.Bis ein Neubau realisiert ist, setzt die Stadt auf eine Kombination aus Erhaltungsmaßnahmen, Verkehrsbeschränkungen und gezielten Entlastungen, um die Köhlbrandbrücke trotz ihres Alters möglichst lange für den überwiegenden Verkehr offen zu halten.juve
Weitere Einschränkungen ab Mai: Gesperrte Köhlbrandbrücke – Senat kündigt Ausweichrouten für Schwerverkehr an - WELT
Ab Mai ist die alte Köhlbrandbrücke für Schwer- und Großraumtransporte dauerhaft gesperrt. Der Senat will Umfahrungen ausweisen und Infrastruktur anpassen – ein neues Versprechen für die lange Übergangszeit.







