PfadnavigationHomeRegionalesHamburgStreit im DrogenmilieuRevierkampf in Billstedt endet tödlich – zwei Männer erhalten langjährige HaftstrafenVeröffentlicht am 27.04.2026Lesedauer: 3 MinutenAn dieser Treppe am U-Bahnhof Billstedt kam der Mann ums Leben.Quelle: Marcus Brandt/dpaEin Streit am U‑Bahnhof Billstedt kostete im August 2024 einen 29‑Jährigen das Leben. Jetzt hat das Landgericht Hamburg zwei Männer wegen Totschlags zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Einer der beiden soll dem Opfer die tödlichen Stiche zugefügt haben.Nach einem tödlichen Streit vor dem U‑Bahnhof Billstedt hat das Landgericht Hamburg am Montag zwei Männer zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Ein Angeklagter erhielt eine Haftstrafe von zwölf Jahren, der andere Mann wurde zu acht Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sprach beide unter anderem wegen Totschlags schuldig. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.Der Tat im August 2024 lag nach den Feststellungen des Gerichts ein eskalierter Konflikt zwischen rivalisierenden Gruppen aus dem Hamburger Drogenmilieu zugrunde. Dabei ging es um Revier‑ und Machtfragen sowie um offene Geldforderungen. Der Kopf einer Bande, der bereits im Mai 2025 zu elf Jahren Haft verurteilt worden ist, betrachtete den Bereich rund um den U‑Bahnhof Billstedt demnach als sein Verkaufsgebiet. Dabei kamen ihm das spätere Opfer und dessen Neffe, ein damals 20-Jähriger, in die Quere. Auch sie dealten dort mit Cannabis. Das führte zu Streit, in den auch die nun verurteilten Männer verwickelt waren.Lesen Sie auchBereits am Nachmittag des Tattags sollen die beiden jetzt Verurteilten vor dem Billstedt‑Center einen gewaltsamen Übergriff begangen haben. Sie sollen dort gemeinsam mit weiteren Mittätern einen anderen Mann mit Fäusten und einem Holzstock geschlagen, ihn festgehalten und ihm eine Halskette sowie einen Fingerring entwendet haben. Auch dafür musste sich das Duo vor Gericht verantworten.Am Abend desselben Tages eskalierte der Konflikt mit dem 29-Jährigen und dessen Neffen. Am U‑Bahnhof Billstedt sollen die Angeklagten gemeinsam mit dem bereits verurteilten Mann und weiteren bislang unbekannten Beteiligten auf eine Gruppe um einen 29‑jährigen Mann und dessen Neffen getroffen sein. Zunächst kam es zu einer verbalen Auseinandersetzung. Nach Überzeugung der Kammer hatten sich beide Seiten bewusst auf die Konfrontation eingelassen und dabei auch Waffen dabei, falls der Streit eskalieren würde. Und das passierte auch: Im weiteren Verlauf wurde der 29‑Jährige mit einem Messer angegriffen.Insgesamt fünf Messerstiche sollen ihm zugefügt worden sein. Festgestellt wurden vier Stichverletzungen, bei denen unter anderem der linke Lungenflügel durchstochen und eine Achselvene verletzt wurde. Der Mann starb noch am Tatort. Der Neffe des Opfers überlebte den Angriff.Lesen Sie auchDas Gericht sah es als erwiesen an, dass einer der Angeklagten die tödlichen Messerstiche ausführte. Der zweite Angeklagte habe zwar nicht selbst zugestochen, müsse sich die Tat jedoch als Mittäter zurechnen lassen. Ausschlaggebend sei das gemeinschaftliche Vorgehen der Täter gewesen. Wie der NDR berichtet, kam es nach der Urteilsverkündung im Gerichtssaal zu Tumulten. Einer der beiden Verurteilten, die zum Zeitpunkt der Anklage beide 25 Jahre alt gewesen sein sollen, flippte demnach aus. Er sei unschuldig, rief er immer wieder und versuchte, aus dem Gerichtssaal zu laufen. Er sei daraufhin von vier Justizbeamten festgehalten und anschließend zurück in seine Zelle gebracht worden.afp/juve