PfadnavigationHomePolitikAuslandVorwürfe gegen CDU-PolitikerRussland bestellt deutschen Botschafter ein – Kiesewetter verteidigt Treffen mit TschetschenenVeröffentlicht am 27.04.2026Lesedauer: 3 MinutenAlexander Graf Lambsdorff ist seit 2023 deutscher Botschafter in Russland Quelle: Kay Nietfeld/dpaCDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter soll „antirussische Aktivitäten“ einer tschetschenischen Gruppe befürworten. Dafür bestellte die russische Regierung den deutschen Botschafter in Moskau ein. Das Auswärtige Amt bezeichnet die erhobenen Vorwürfe als „unbegründet“.Russland hat am Montag den deutschen Botschafter in Moskau, Alexander Graf Lambsdorff, einbestellt. Als Begründung nannte das russische Außenministerium die angebliche Unterstützung eines deutschen Abgeordneten für eine tschetschenische „Terrororganisation“. Konkret warf Moskau CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter vor, sich kürzlich in Kiew mit dem von Russland als Terroristen zur Fahndung ausgeschriebenen Tschetschenen Achmed Sakajew getroffen zu haben. Er ist Anführer der in Russland verbotenen Gruppierung „Tschetschenische Republik Itschkerien“. Kiesewetter werden nun „antirussische Aktivitäten“ vorgeworfen.Das russische Außenministerium wertete das Treffen als Beleg dafür, „dass die deutschen Behörden beabsichtigen, sich in die inneren Angelegenheiten Russlands einzumischen und Gefahren für dessen nationale Sicherheit zu schaffen“. Lambsdorff sei vor den „verhängnisvollen Folgen solcher Handlungen gewarnt“ worden. „Russlandfeindliche Schritte werden unweigerlich die gebührende Gegenwehr erfahren“, heißt es laut einer Mitteilung.Lesen Sie auchLambsdorff hatte vor dem Termin im Ministerium seiner Sprecherin zufolge gesagt: „Der Einbestellung werde ich selbstverständlich Folge leisten. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass die russische Seite ihre Vorwürfe belegen kann.“ Die Bundesregierung kritisierte die Einbestellung durch das russische Außenministerium als „haltlose Maßnahme“. Die Sprecherin des Auswärtigen Amts, Kathrin Deschauer, nannte die von Moskau erhobenen Vorwürfe „unbegründet“. Tschetschenische Separatisten an der Seite ukrainischer StreitkräfteDie „Tschetschenische Republik Itschkeria“ bildete sich im Zuge des Zerfalls der Sowjetunion. Sie wird von der Ukraine, aber nicht international anerkannt. Sie erklärte unter ihrem damaligen Anführer Dschochar Dudajew 1991 ihre Unabhängigkeit, was wiederum zu einem Krieg zwischen Russland und den Separatisten führte. Der auch für Terroranschläge verantwortliche Separatistenführer war 1996 bei einem russischen Raketenangriff getötet worden. Heute kämpfen Mitglieder der Itschkeria-Bewegung an der Seite der Ukrainer gegen den russischen Angriffskrieg. Sie waren auch beteiligt an den Kämpfen in den russischen Grenzregionen Kursk und Belgorod, in die ukrainische Streitkräfte in der Vergangenheit eingedrungen waren.Kiesewetter wies die russischen Proteste gegen sein Treffen mit dem tschetschenischen Oppositionellen Sakajew mit scharfen Worten zurück. „Russland tritt als Terrorstaat auf, der einen Vernichtungskrieg gegen die Ukraine führt und in sich ein kolonialer und imperialer Staat ist“, sagte Kiesewetter der Deutschen Presse-Agentur.Dieser Staat stelle sich gegen alle Freiheitsbewegungen, auch gegen die, für die Sakajew stehe. „Insofern ist es schlicht ein Zeugnis des imperialen und brutalen Terrorstaats Russland, dass das Treffen mit Sakajew kritisiert und verurteilt wird.“ Er habe Sakajew als „Unterstützer der Ukraine, aber auch als wichtige Stimme gegen ein imperiales und koloniales Russland getroffen“.Lesen Sie auchDie Einbestellung des deutschen Botschafters in Russland wegen der Begegnung sei „erkennbar hanebüchen und zeigt auch die Illegitimität und auch Perfidie des Putin-Regimes“, betonte Kiesewetter mit Blick auf Kremlchef Wladimir Putin. „Dieses Regime begreift die uneingeschränkte legitime Ausübung des Mandats von frei gewählten Abgeordneten nicht.“Botschafter Lambsdorff wurde bereits 2025 einbestelltBereits im Juni 2025 war Lambsdorff vom russischen Außenministerium wegen einer angeblichen „Verfolgung“ russischer Journalisten in Deutschland einbestellt worden. Russischen Medienberichten zufolge ging es um den Mitarbeiter einer russischen staatlichen Medienholding, der Deutschland verlassen soll. Die Einwanderungsbehörde der Stadt Berlin verlängerte demnach die Aufenthaltspapiere des Mannes nicht. Frau und Kind seien ebenfalls vorübergehend die Pässe abgenommen worden, hieß es. Das Auswärtige Amt in Berlin wies die Vorwürfe damals als „haltlos“ zurück. „Im Gegensatz zur immer schärferen russischen Repression gegen Journalistinnen und Journalisten gelten in Deutschland rechtsstaatliche Prinzipien und Pressefreiheit“, hieß es aus dem Auswärtigen Amt. Das habe auch der deutsche Botschafter im russischen Außenministerium in aller Klarheit unterstrichen.afp/dpa/saha/sebe
Vorwürfe gegen CDU-Politiker: Russland bestellt deutschen Botschafter ein – Auswärtiges Amt kritisiert „haltlose Maßnahme“ - WELT
CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter soll „antirussische Aktivitäten“ einer tschetschenischen Gruppe befürworten. Dafür bestellte die russische Regierung den deutschen Botschafter in Moskau ein. Das Auswärtige Amt bezeichnet die erhobenen Vorwürfe als „unbegründet“.







