PfadnavigationHomePanoramaMönchengladbachPolizei-Führungskräfte wegen „schwerwiegenden Vorwürfen“ vom Dienst suspendiertVeröffentlicht am 25.04.2026Lesedauer: 2 MinutenBlick auf das Polizeipräsidium MönchengladbachQuelle: Benjamin Westhoff/dpaMobbing, sexualisierte Sprache und Fehlverhalten – die Liste mit Vorwürfen ist lang. Drei Führungskräfte dürfen ihren Dienst nicht mehr fortführen. Gegen weitere Beamte der 18-köpfigen Dienstgruppe stünden noch Vorwürfe im Raum.Im Fall des mutmaßlichen Fehlverhaltens von Polizeibeamten in Mönchengladbach hat die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. „Gegen mehrere Beschuldigte liegt ein Anfangsverdacht für Straftaten vor“, sagte Staatsanwalt Florian Scheffel von der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach der Deutschen Presse-Agentur dpa.Die weiteren Ermittlungen würden aus Neutralitätsgründen durch die Polizei Aachen geführt. Um welche möglichen Straftatbestände es im Einzelnen geht, sagte Scheffel nicht. Bei den Beschuldigten handele es sich um Männer.Die Polizei Mönchengladbach hatte zuvor mitgeteilt, dass nach Bekanntwerden „schwerwiegender Vorwürfe“ drei Führungskräften einer Dienstgruppe vorläufig untersagt wurde, die Dienstgeschäfte fortzuführen. „Der Sachverhalt umfasst nach derzeitigem Stand Vorwürfe wegen grenzüberschreitenden Führungs- und Umgangsverhaltens, Mobbing, sexualisierter Sprache und Fehlverhaltens, gegenüber Polizeibeamtinnen und -beamten“, teilte die Polizei mit.„Jetzt muss der Vorgang sorgfältig aufbereitet werden“Auch disziplinarrechtliche Maßnahmen seien eingeleitet worden. Um den Dienstbetrieb aufrechtzuerhalten, seien die Dienstgruppen neu strukturiert worden. Zuvor hatte die „Rheinische Post“ über den Fall berichtet.Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hat eine genaue Aufklärung gefordert. „Die Vorwürfe wiegen schwer und werden geprüft. Die Behördenleitung hat das Problem erkannt und direkt Maßnahmen ergriffen. Jetzt muss der Vorgang sorgfältig aufbereitet werden“, erklärte Reul in Düsseldorf.Lesen Sie auch„Wer sich daneben benimmt, muss Konsequenzen spüren“, so der Minister weiter. Gleichzeitig dürfe es keine Vorverurteilung geben. „Für mich ist grundsätzlich aber klar: Ich erwarte von allen Polizeibeamtinnen und -beamten jederzeit ein tadelloses Verhalten – auf der Straße wie auch auf der Wache.“ Polizei müsse ein Ort sein, an dem Respekt, Integrität und Vertrauen gelebt würden. „Dafür tragen alle Verantwortung – insbesondere Führungskräfte“, so Reul.Die Vorwürfe sollen laut Polizei teilweise mehrere Jahre zurückliegen. Die Betroffenen seien zwischen 20 und 40 Jahren alt, sagte die Polizeisprecherin. Wie viele es genau sind, sagte sie nicht.Eine Polizeisprecherin bestätigte Informationen der Zeitung, wonach noch gegen weitere Polizeibeamte der 18-köpfigen Dienstgruppe Vorwürfe im Raum stünden. Diese seien aber nicht suspendiert worden. Wie viele Beamte dies seien, wurde nicht bekannt.Die Vorwürfe gegen die drei Führungskräfte waren laut der Mitteilung Mitte vergangener Woche, also etwa Mitte April, im Polizeipräsidium Mönchengladbach bekannt geworden. Öffentlich wurden sie rund zehn Tage später.„Das vorgeworfene Verhalten widerspricht in jeder Hinsicht den Werten der Polizei Nordrhein-Westfalen und wird im Polizeipräsidium Mönchengladbach nicht geduldet“, hieß es in der Mitteilung. Polizeipräsident Stephan Zenker habe hierzu auch intern klar Stellung bezogen.dpa/jm