PfadnavigationHomePanoramaOstsee110 Meter lange Rinne fast fertig – Sandsäcke sollen Wal von Flachwasser abhaltenVeröffentlicht am 25.04.2026Lesedauer: 2 MinutenDie praktischen Vorbereitungen für den Abtransport des gestrandeten Buckelwals vor Poel in einer Art Riesen-Aquarium Richtung Nordsee laufen. Am Wochenende sollen die offenen Fragen der Behörden geklärt werden. Reporter Peter Will berichtet.Der bei Wismar gestrandete Buckelwal liegt noch immer in einer Kuhle vor der Ostsee-Insel Poel. Sandsäcke sollen nun verhindern, dass er weiter in die Flachwasserzone treibt. Eine Biologin fordert derweil übergeordnete Regelungen für Wal-Rettungen.Mitarbeiter der privaten Hilfsinitiative für den gestrandeten Buckelwal haben rund 40 mit Sand gefüllte sogenannte Big Bags verladen und mit einem Schwimmponton in die Kirchsee-Bucht bugsiert. Dort liegt der Wal seit Tagen in einer künstlich ausgehobenen Mulde nahe der Insel Poel. Die großen Sandsäcke sollen als Barriere an den Wal gesetzt verhindern, dass sich der rund zwölf Meter lange Meeressäuger bei steigenden Wasserständen noch weiter in die Flachwasserzone bewegt.Lesen Sie auchAm Morgen war eine rund 110 Meter lange Rinne nach Angaben aus dem Team fast fertig, die von der Mulde des Wals in tieferes Wasser führt. Durch diese rund zwei Meter tiefe Rinne soll der Wal nach Idee der Initiative in tieferes Wasser schwimmen oder gegebenenfalls gezogen werden. Geplant ist dann der Einsatz einer sogenannten Barge, einer Art nicht selbstfahrendem Lastkahn, der abgesenkt werden kann. Darin soll der Wal transportiert werden. Diese Barge sei aber noch nicht vor Ort, hieß es. Die Arbeiten würden derzeit durch starken Wind und Wellengang erschwert.Ohnehin gab es bisher noch kein Go des Ministeriums für den neuen Transportplan. Der zunächst vorgesehene Transport mit Hilfe einer Plane und Pontons ließ sich nicht mehr umsetzen, wie es hieß.Biologin fordert einheitliche Leitlinien für Wal-RettungAus Sicht der Biologin und Filmemacherin Ina Knobloch hat es zu Beginn eine mangelnde Koordination gegeben. „Man hätte von Anfang an internationale Experten ins Boot holen müssen“, sagte Knobloch im Interview der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ von Samstag.Weltweit gebe es jährlich rund 2.000 Walstrandungen, in Deutschland passiere das nur alle paar Jahrzehnte. Knobloch verwies auf Walretter, die darauf spezialisiert seien, die Tiere wieder sicher ins Meer zu geleiten. „Man sollte Wissen, das international vorhanden ist, auch abfragen. Aktuell passiert das.“Auf die Frage, wie Walrettungen künftig besser koordiniert werden könnten, sagte Knobloch: „Wir brauchen einheitliche Leitlinien und eine zentrale Stelle, die für deutsche Küstenorte zuständig ist.“ In anderen Ländern sei das bereits üblich. Dort gebe es sogenannte Whale-Hotlines mit Informationen für örtliche Verantwortliche. „Bei uns sind die einzelnen Bundesländer oder Kommunen zuständig. Es gibt keine übergeordnete Regelung.“dpa/KNA/jm