PfadnavigationHomeICONISTModeAn die Coachella-DiebeMadonna vergisst nicht und sie verzeiht nichtVeröffentlicht am 25.04.2026Lesedauer: 3 MinutenMadonna (rechts) bei ihrem Coachella-Auftritt mit Sabrina CarpenterQuelle: Kevin Mazur/Getty Images for CoachellaDas Coachella-Festival ist vorbei, doch ein Diebstahl sorgt für Aufsehen. Der Fall Madonna zeigt: Zwischen Bühnenlook und Nostalgie wird selbst ein etwas schlaffes Dessous-Ensemble zum großen Drama.Es gibt Situationen, in denen man einfach nicht stecken möchte. Man geht mit der Freundin des Kartellbosses aus, die sich dann versehentlich eine Überdosis Heroin spritzt. Oder man klaut auf dem Coachella-Festival einen Haufen alter Damenunterwäsche – und muss hinterher feststellen, dass es sich um die Bühnenkleidung von Madonna, 67, handelte. In einem Instagram-Post schrieb die Sängerin: „Die Vintage-Pieces, die ich getragen habe, sind verloren gegangen – mein Kostüm, das aus meinem persönlichen Archiv stammte – Jacke, Korsett, Kleid und die anderen Teile. Das sind nicht einfach Kleidungsstücke, sie sind Teil meiner Geschichte.“ Lesen Sie auchWer kennt das nicht? Die Cargohose, die man beim ersten Allnighter im Berghain getragen hat? Das geliebte Hemd mit dem Barbecuesoßenfleck? Die Jacke, in der man einen Heiratsantrag bekam? Man glaubt es kaum, sie selbst vermutlich am allerwenigsten, aber Madonna ist eben auch nur ein Mensch. Kleider schützen nicht nur vor Regen und Kälte, sie tragen Erinnerungen, Enttäuschungen, formende Momente in ihren Fäden. Bis sie zerfallen oder im Altkleidersack landen, sind sie eine Art Tagebuch ihrer Besitzer. Mit dem kleinen Unterschied vielleicht, dass Madonnas persönliche Garderobe vorher schon mal auf einem Plattencover, einem roten Teppich oder einem Paparazzi-Foto zu sehen war. Und schon länger sind ihre Kinder, inklusive des modisch experimentierfreudigen David, in dem Alter, in dem man Muttis alte Plünnen gern mal anprobiert. „Ich hoffe und bete, dass eine freundliche Seele diese Teile findet und sich bei meinem Team meldet. Ich biete eine Belohnung für ihre sichere Rückgabe an“, schreibt Madonna, was für ihre Verhältnisse ungewohnt geschmeidig klingt. Sie gefällt sich seit Jahrzehnten in der Rolle der unverstandenen Rotzgöre, auch bei Coachella tanzte sie bei anderen Auftritten wie eine 15-jährige Moshpit-Furie, aber der Verlust ihrer Klamotten hat sie offenbar ernsthaft erschüttert. Lesen Sie auchSo ganz traue ich ihrem Tonfall allerdings nicht, denn Madonna ist die Elefantin unter den Megastars – sie vergisst nicht und sie verzeiht nicht. Wer immer im Besitz ihrer Bühnenkleidung ist, sollte sich die Modalitäten der Rückgabe sehr genau überlegen. Die versprochene Belohnung könnte handfester ausfallen als erhofft. Ich verstehe gar nicht, was sie mit dem alten Kram will. Zumal der Boudoir-Look in der Problemfarbe Lila gehalten war. Klar, Unterwäsche war ein wichtiger Teil ihrer Ikonografie. Aber während der Cone-Bra von Jean Paul Gaultier in seiner kubistischen Überzeichnung genial war, wirkte ihr Coachella-Kostüm ein bisschen labbrig. Und was Madonna stets ausgezeichnet hat, war ihre modische Zeitgenossenschaft, ungeachtet der Frage, ob ihr ein Outfit stand oder nicht. Man denke nur an den scheußlichen ägyptischen Bühnenlook beim Superbowl oder – noch viel früher – ihr gelbes Morticia-Addams-Kleid von Olivier Theyskens. Vielleicht ist der Verlust auch eine Art Weckruf, sich wieder mit Haut und Haar in das Modegeschehen von heute zu stürzen. Nostalgisch in den Archiven herumwühlen kann sie immer noch, wenn sie erwachsen ist.
Madonna: Die Jagd nach ihrer verlorenen Bühnenkleidung - WELT
Das Coachella-Festival ist vorbei, doch ein Diebstahl sorgt für Aufsehen. Und obwohl unser Autor wenig für verklärte Archivstücke übrig hat, zeigt der Fall Madonna: Zwischen Bühnenlook und Nostalgie wird selbst ein etwas schlaffes Dessous-Ensemble zum großen Drama.










