PfadnavigationHomeGeldSteigende BrennstoffpreiseBauministerin Hubertz fordert Mieter-Kostenbremse im neuen HeizungsgesetzVeröffentlicht am 27.04.2026Lesedauer: 2 MinutenBauministerin Verena Hubertz im Ministerium in BerlinQuelle: Martin U. K. Lengemann/WELTDie Verhandlungen über das neue Heizungsgesetz ziehen sich hin, auch weil die SPD einen Schutz vor hohen Energiekosten für Mieter verlangt – den Vermieter zahlen sollen. Bauministerin Hubertz begründet das mit fehlender Entscheidungsfreiheit der Mieter für klimafreundliche Heiztechnik.Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) fordert mehr Mieterschutz im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) und begründet das mit der Gefahr steigender Energiekosten. „Angenommen, ein Vermieter entscheidet sich für eine neue Gas- oder Ölheizung, was nach dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz grundsätzlich erlaubt sein wird, dann könnten wegen steigender Brennstoffpreise im Laufe der Jahre die Wärmekosten erheblich ansteigen“, sagte sie WELT AM SONNTAG. „Weil Mieter auf diese Einbauentscheidung nicht einwirken können, halte ich es für richtig, dass auch Vermieter an einem Kostenanstieg beteiligt werden.“Die aktuell geopolitisch bedingten hohen Gas- und Ölpreise würden den Effekt eines künftig steigenden CO₂-Preises bereits übertreffen. Hinzu komme die „Biotreppe“, die im GModG-Eckpunktepapier der schwarz-roten Koalition im Februar beschlossen worden war: Neu eingebaute Gas- oder Ölheizungen sollen demnach durch einen schrittweise wachsenden Öko-Anteil klimafreundlicher werden. Lesen Sie auch„Wenn wir künftig mehr Biogas oder Bioöl brauchen – im Verkehr und im Gebäudesektor – und dieser Markt erst einmal hochlaufen muss, ist absehbar, dass die Preise steigen“, sagte Hubertz. Ein Kabinettsentwurf des sogenannten Heizungsgesetzes soll am kommenden Mittwoch vorliegen.Auch bei Fernwärme drohten überhöhte Preise für Verbraucher. „Deshalb arbeiten wir an einem neuen Rechtsrahmen für die Fernwärme“, so Hubertz im Gespräch mit der Zeitung und ergänzte mit Blick auf hohe Tarife: „Es kann nicht sein, dass ein Anschlusszwang zu Mondpreisen erfolgt, man also erst einmal Tausende Euro zahlen muss, um überhaupt ranzukommen, und dann einer Preisbildung ausgeliefert ist, die man nicht in der Hand hat.“ „Realisierung eines einfachen Standards“Die durch den Irankrieg bedingte Rohstoffknappheit lasse auch die Preise von Baumaterial wieder ansteigen. „Kostenanstiege wie jetzt wieder bei einzelnen Produkten wie Bitumen sind ein Problem, aber die Baukosten sind insgesamt zu hoch, das Tempo zu gering“, sagte Hubertz. „Die Baukosten wollen wir zum Beispiel mit dem Gebäudetyp E adressieren.“ Lesen Sie auchGemeinsam mit dem Justizministerium sei ein Eckpunktepapier für einen „Gebäudetyp-E-Vertrag“ im Bürgerlichen Gesetzbuch erarbeitet worden, „der die Leistungspflichten der Auftragnehmer mit den Bauordnungen der Länder verknüpft und lediglich die Realisierung eines einfachen Standards verlangt“. Damit würden sich „zehn bis 20 Prozent der Baukosten“ einsparen lassen. Einen Referentenentwurf solle es bis zum Sommer geben.Dieser Artikel wurde für das Wirtschaftskompetenzcenter von WELT und Business Insider erstellt.Michael Fabricius beschäftigt sich im Wirtschaftskompetenzcenter von WELT und „Business Insider Deutschland“ mit Immobilienthemen und schreibt über alles, was Eigentümer, Mieter und Investoren betrifft. Gemeinsam mit Michael Höfling ist er für den Immobilien-Newsletter „Frage der Lage“ verantwortlich. Sie können ihn hier abonnieren.