PfadnavigationHomeRegionalesHamburgRazzia auf St. PauliJugendamt eingeschaltet – Behörden schließen überbelegte Reeperbahn-UnterkünfteVeröffentlicht am 24.04.2026Lesedauer: 2 MinutenAuf der Hamburger Reeperbahn erfolgte eine Razzia Quelle: Bertold Fabricius/BERTOLD FABRICIUSGemeinsamer Einsatz von Polizei, Bezirksamt und Jobcenter deckt mutmaßlichen Sozialleistungsmissbrauch und gravierende Bau- und Brandschutzmängel auf.Mit einem großangelegten Verbundeinsatz sind Hamburger Behörden am frühen Dienstagmorgen auf St. Pauli gegen mutmaßlichen Sozialleistungsmissbrauch und unzulässige Unterbringungen vorgegangen. Ab 6.30 Uhr kontrollierten Einsatzkräfte des Bezirksamts Hamburg‑Mitte, der Polizei, des Landeskriminalamts, des Jobcenters, der Familienkasse Nord sowie der Steuerfahndung mehrere Immobilien rund um die Reeperbahn und den Hamburger Berg. Polizeipräsident Falk Schnabel und Bezirksamtsleiter Ralf Neubauer zogen anschließend eine positive Bilanz.Lesen Sie auchIm Mittelpunkt der Kontrollen standen die Gebäude Reeperbahn 66 und 68, bekannt als Story‑Hotel und Story‑Apartments, sowie ein Mehrfamilienhaus am Hamburger Berg 31. Nach Angaben des Jobcenters gab es Hinweise darauf, dass dort insgesamt 23 Bedarfsgemeinschaften mit 37 Personen gemeldet sein könnten, darunter 13 Kinder. Die Behörden überprüften unter anderem, ob die Wohnungen überbelegt waren, ob die gemeldeten Personen tatsächlich dort lebten und ob sich weitere, nicht registrierte Bewohner in den Objekten aufhielten. Parallel wurde der bauliche Zustand der Gebäude kontrolliert.In den Häusern an der Reeperbahn stellten die Prüfer erhebliche Bau- und Brandschutzmängel fest. Es fehlten Rauchmelder, Fluchtwege waren unzureichend oder gar nicht vorhanden, zudem lagen keine gültigen Nutzungserlaubnisse vor. Das Bezirksamt untersagte daraufhin vorläufig die Nutzung von insgesamt 23 Zimmern. Dem Betreiber wurde erlaubt, die dort untergebrachten Menschen noch am selben Tag anderweitig unterzubringen; anschließend wurden die Objekte versiegelt.Deutliche ÜberbelegungenAuch im Wohnhaus am Hamburger Berg stießen die Einsatzkräfte auf deutliche Überbelegungen einzelner Zimmer. Weil dort auch Kinder lebten, wurde das Jugendamt eingeschaltet. Zudem besteht der Verdacht, dass das Gebäude ohne Genehmigung zu Beherbergungszwecken genutzt wurde; entsprechende Erlaubnisse oder eine Gewerbeanmeldung konnten nicht vorgelegt werden.Lesen Sie auchPolizeipräsident Schnabel sprach von „eklatanten Missständen“, die gemeinsam aufgedeckt worden seien. Der Einsatz zeige, wie wirkungsvoll die enge Zusammenarbeit der Behörden sei. Bezirksamtsleiter Neubauer kündigte an, die Ergebnisse nun auszuwerten, um die Situation für die Betroffenen nachhaltig zu verbessern.dfe