PfadnavigationHomePolitikDeutschlandStreit um GesundheitsreformHausärzte werfen Warken „Zerstörungsprogramm“ für Praxen vorVeröffentlicht am 24.04.2026Lesedauer: 2 MinutenDie geplante Gesundheitsreform von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) trifft an mehreren Fronten auf heftige Kritik.Mit milliardenschweren Einschnitten will die Bundesregierung die Krankenkassen stabilisieren. Doch ausgerechnet Hausärzte, die künftig mehr Patienten steuern sollen, sehen sich nun ins Visier der Sparpolitik geraten – und warnen vor gravierenden Folgen für die Versorgung.Der Hausärzteverband hat die Sparpläne von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken als „vollkommen planlos“ kritisiert. „Auf der einen Seite sagt sie, dass die Hausärztinnen und Hausärzte in Zukunft noch mehr Aufgaben übernehmen sollen, auf der anderen Seite wird genau an dieser Stelle massiv der Rotstift angesetzt“, sagte der Verbandsvorsitzende Markus Blumenthal-Beier der „Rheinischen Post“. Das Spargesetz sei „ein Zerstörungsprogramm für die Hausarztpraxen“.Lesen Sie auchBlumenthal-Beier warnte: Wenn die CDU-Ministerin ihr Spargesetz in dieser Form durchboxe und bei den Hausarztpraxen massiv spare, dann werde das sogenannte Primärversorgungssystem nicht zu schaffen sein. Damit ist ein Reformprojekt gemeint, wonach der Hausarzt künftig in der Regel die erste Anlaufstelle für Patienten sein soll. Ziel ist eine bessere Patientensteuerung und ein effizienterer Einsatz von Kapazitäten. „Die Ministerin torpediert ihre eigene Reformagenda. Das ist absolut fahrlässig“, sagte Blumenthal-Beier.Regierung will Beitragserhöhungen verhindernDas Bundeskabinett soll am 29. April Warkens Sparpaket beschließen, das die gesetzlichen Krankenkassen 2027 um knapp 20 Milliarden Euro entlasten soll. Ziel ist es, weiter steigende Kassenbeiträge zu vermeiden. Vorgesehen sind höhere Zuzahlungen und Einschnitte für Patienten, aber auch milliardenschwere Ausgabenbremsen bei Versorgungsanbietern von den Praxen und Kliniken bis zu Arzneiherstellern. Über wichtige Punkte wird in der Koalition allerdings noch gerungen. Bei den Ärzten in den Praxen soll für bestimmte Leistungen die Bezahlung außerhalb genereller Honorarbudgets gestrichen werden – etwa für offene Sprechstunden oder das erstmalige Laden von Behandlungsdaten in die neuen elektronischen Patientenakten.dpa/jmr
Gesundheitsreform: Hausärzte werfen Warken „Zerstörungsprogramm“ für Praxen vor - WELT
Mit milliardenschweren Einschnitten will die Bundesregierung die Krankenkassen stabilisieren. Doch ausgerechnet Hausärzte, die künftig mehr Patienten steuern sollen, sehen sich nun ins Visier der Sparpolitik geraten – und warnen vor gravierenden Folgen für die Versorgung.







