PfadnavigationHomePS WELTAuto-NewsBoom, Krise und das neue NormalFahrradmarkt in DeutschlandVeröffentlicht am 22.04.2026Lesedauer: 6 MinutenRefurbisher Upway hat unter anderem in seinem Berliner Lager reichlich E-Bikes zu kleinen Preisen auf Lager. Neben gebrauchten bietet Upway auch viele neue E-Bikes mit großen Preisnachlässen anQuelle: UpwayBerichte über Branchen in der Krise haben in Deutschland Konjunktur. Auch die Fahrradindustrie hat in den vergangenen Jahren für viele Negativschlagzeilen gesorgt. Doch von einer fundamentalen Krise will die Branche nichts wissen.SP-X/Köln. Es klang zuletzt oft nach Niedergang. Von Krise war die Rede, von Pleiten, Überbeständen und Rabattschlachten. Die Fahrradbranche, so der Tenor vieler Berichte, habe den Abschwung nach dem Corona-Höhenflug nicht verkraftet und stecke im strukturellen Sinkflug. Doch wer genauer hinsieht, erkennt: Die vielbeschworene Fahrradkrise ist vor allem eine gut erzählte Geschichte und wohl doch keine belastbare Zustandsbeschreibung. Tatsächlich deutet vieles darauf hin, dass sich der Fahrradmarkt nach einer außergewöhnlichen Boomphase schlicht normalisiert.

Der Ausgangspunkt der vermeintlichen Krise ist schnell erklärt. In den Corona-Jahren explodierte die Nachfrage nach Fahrrädern und E-Bikes. Hersteller bauten Kapazitäten aus, Händler orderten große Stückzahlen, neue Anbieter drängten in den Markt. Dass dieser Boom nicht dauerhaft sein würde, war absehbar, wurde in der Branche jedoch vielfach als neues Normal interpretiert. Die Korrektur folgte mit Verzögerung.