PfadnavigationHomePolitikAuslandEnergiekriseAnweisung vom Kreml – Russland stoppt in wenigen Tagen Öl-Transit nach SchwedtVeröffentlicht am 22.04.2026Lesedauer: 3 MinutenRussland stoppt ab 1. Mai die Lieferungen von kasachischem Rohöl an die Raffinerie PCK im brandenburgischen Schwedt. Rosneft Deutschland habe die Bundesnetzagentur als Treuhänderin darüber informiert.Ab dem 1. Mai 2026 soll kein kasachisches Rohöl mehr durch die Druschba-Pipeline ins brandenburgische Schwedt fließen – so will es Moskau laut Bundesregierung. Die Versorgungssicherheit soll nicht gefährdet sein.Russland will den Transit von kasachischem Rohöl zur Raffinerie PCK im brandenburgischen Schwedt nach Angaben der Bundesregierung ab Mai 2026 einstellen. Rosneft Deutschland habe die Bundesnetzagentur als Treuhänderin darüber informiert, teilte das Wirtschaftsministerium am Mittwoch mit. Demnach darf auf Anweisung des russischen Energieministeriums ab dem 1. Mai 2026 kein kasachisches Rohöl mehr durch die Druschba-Pipeline nach Schwedt fließen. Kasachische Öllieferungen nach Deutschland würden ab kommenden Freitag „auf andere verfügbare Logistikwege umgeleitet“, sagte der für Energie zuständige russische Vizepremierminister Alexander Nowak. „Dies ist auf die derzeitigen technischen Kapazitäten zurückzuführen.“Die Versorgungssicherheit mit Mineralölprodukten in Deutschland ist nach Einschätzung des Wirtschaftsministeriums letztlich nicht gefährdet, auch wenn die PCK-Raffinerie in Schwedt dann mit einer geringeren Kapazitätsauslastung fahren müsste.Lesen Sie auchKasachstan spielt als Öllieferant eine wichtige Rolle, seit Deutschland im Zuge des Ukraine-Kriegs auf russische Energielieferungen verzichtet. Das zentralasiatische Land liefert Öl über den nördlichen Strang der russischen Druschba-Pipeline, der durch Polen verläuft. Im Jahr 2025 beliefen sich diese Exporte auf 2,146 Millionen Tonnen, was einem Anstieg von 44 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Das kasachische Rohöl versorgt unter anderem die PCK-Raffinerie in Schwedt, die wiederum große Teile Ostdeutschlands versorgt.Rosneft scheiterte mit KlageDie deutschen Töchter des größten russischen Ölkonzerns Rosneft stehen seit 2022 unter Treuhandverwaltung. Rosneft hielt die Treuhandverwaltung für rechtswidrig und hatte geklagt, doch scheiterte vor dem Bundesverwaltungsgericht. Zentral war dabei die Mehrheitsbeteiligung von 54 Prozent an der PCK-Raffinerie, die Nordostdeutschland unter anderem mit Benzin und Diesel versorgt und auch den Hauptstadtflughafen BER beliefert. Sie hing am russischen Rohöl aus der Druschba-Leitung. Rosneft hatte nach Worten vom damaligen Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) kein Interesse, das zu stoppen. Zwei ehemalige Geschäftsführer von Rosneft Deutschland widersprachen im Verfahren: Man habe durchaus nach Alternativen gesucht. Das Bundesverwaltungsgericht ging allerdings davon aus, dass der Rosneft-Konzern kein wirkliches Interesse an der Ertüchtigung einer Pipeline von Rostock nach Schwedt hatte, über die Öl aus anderen Quellen fließen sollte.Bundesregierung sucht offenbar für Rohöl-Ersatz Gespräch mit PolenAngesichts des von Russland angedrohten Transitstopps sucht die Bundesregierung das Gespräch mit Polen, um womöglich die Öllieferungen über den Hafen in Danzig zu erhöhen. Dies habe die Parlamentarische Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, Gitta Connemann (CDU), am Mittwoch im Wirtschaftsausschuss des Bundestages angekündigt, sagte ein Teilnehmer der Sitzung der Nachrichtenagentur Reuters. Wirtschafts-Staatssekretär Frank Wetzel werde für das Gespräch womöglich selbst nach Polen reisen. Der frühere Energie-Staatssekretär Michael Kellner sagte Reuters, das meiste Rohöl gelange ohnehin über Rostock nach Schwedt. Nach früheren Angaben seien bei einer Auslastung der Verarbeitungskapazitäten der Raffinerie von mehr als 90 Prozent etwa 60 Prozent des Rohöls über Rostock geliefert worden und jeweils etwa 15 Prozent über Danzig und aus Kasachstan.„Russland versucht mal wieder, Deutschland zu erpressen“, sagte der Grünen-Politiker Kellner. „Der PCK wird das Öl nicht ausgehen.“ Die Mengen über Polen ließen sich steigern. Deutschland müsse seine Erpressbarkeit insgesamt verringern und auf E-Autos umsteigen.Polen hatte in der Vergangenheit Vorbehalte, die über Danzig nach Schwedt kommende Rohölmenge zu erhöhen. Dies wäre über das Druschba-Leitungsnetz in polnischer Hand zwar möglich. Allerdings will Polen nicht Russland in die Hände spielen. Trotz Treuhandverwaltung in Deutschland hält der russische Staatskonzern Rosneft weiter die Mehrheit an der Raffinerie.rtr/saha
Russland: Anweisung vom Kreml – Moskau stoppt in wenigen Tagen Öl-Transit nach Schwedt - WELT
Ab dem 1. Mai 2026 soll kein kasachisches Rohöl mehr durch die Druschba-Pipeline ins brandenburgische Schwedt fließen – so will es Moskau laut Bundesregierung. Die Versorgungssicherheit soll nicht gefährdet sein.











