PfadnavigationHomeWissenschaftArtikeltyp:MeinungStatt PlastikUnd dann kommt das Einmalgeschirr einfach auf den KompostVeröffentlicht am 13.07.2025Lesedauer: 2 MinutenIn der EU nicht mehr erlaubt: Einmalprodukte aus PlastikQuelle: picture alliance/SvenSimon/FrankHoermann/SVEN SIMONBislang gibt es keine überzeugende Alternative zum Einweggeschirr aus Plastik. Ein neues Material soll jetzt ebenso stabil und dabei zugleich besonders umweltfreundlich sein. Allerdings muss ein Problem noch gelöst werden.Vier Jahre ist es her, dass die Europäische Union nützliche Alltagsdinge aus Einwegplastik der Umwelt zuliebe verboten hat: Trinkhalme, Rühr- und Wattestäbchen, Messer, Gabel, Löffel – und den für viele Gelegenheiten so praktischen Plastikteller. Seither sind Picknicks und Partys nur noch halb so schön. Pappteller sind keine stabile Alternative, Schälchen aus Palmblättern viel zu teuer. Essbares Geschirr auf Getreidebasis will nach Salat und Häppchen wohl auch niemand probieren. Und Einmalbesteck aus Holz verdirbt den Geschmack eines noch so schönen Essens. Hoffnung weckt nun eine Entwicklung von Wissenschaftlern am Fraunhofer-Institut für Holzforschung in Braunschweig. Auf Basis von heimischen Rohstoffen haben sie ein neuartiges Einwegmaterial mit erstaunlichen Eigenschaften entwickelt.Lesen Sie auchFaserige Anteile der Zuckerrübe, natürliche Polymere wie Maisstärke, Pektin aus Rüben, Wasser und Glycerin – fertig ist das Material für den Teller. Und das Beste: die wichtigste Zutat liegt quasi vor der Haustür. Die sogenannten Rübenschnitzel fallen bei der Zuckerherstellung in großer Menge als Reststoff an.Die Verarbeitung erfordert nicht viel Energie und kann vor Ort erfolgen, was Transportwege verkürzt und damit die Emissionen von klimarelevantem Kohlendioxid reduziert. Allein das klingt schon nach einem nachhaltigen Konzept. In einer ökotoxikologischen Untersuchung hat sich das Material im Kontakt mit Lebensmitteln bereits als unbedenklich erwiesen. Geschirr, das einfach verrottetDer besondere Clou aber ist: Das Material ist kompostierbar. In nur zwölf Wochen, so haben erste Tests gezeigt, wird es von Pilzen und Bakterien schneller abgebaut als Teller aus Pappe. Wie angenehm es doch wäre, wenn sich Einweggeschirr, das nach Grill-Festen einen Park vermüllt, schnell in Luft auflösen würde. Lesen Sie auchBleibt zu hoffen, dass die kompostierbaren Teller nicht schon anfangen zu zerfallen, wenn die Bratwurst erst zur Hälfte verspeist ist. Und genau das ist die Herausforderung, vor der die Wissenschaftler jetzt noch stehen: die Teller so zu beschichten, dass sie beim Picknick oder der Party bis zum Ende durchhalten.
Statt Plastik: Und dann kommt das Einmalgeschirr einfach auf den Kompost - WELT
Bislang gibt es keine überzeugende Alternative zum Einweggeschirr aus Plastik. Ein neues Material soll jetzt ebenso stabil und dabei zugleich besonders umweltfreundlich sein. Allerdings muss ein Problem noch gelöst werden.






