PfadnavigationHomeWirtschaftUmfrageUnsicherheit in Deutschland wächst – viele verschieben Anschaffungen und LebensentscheidungenVeröffentlicht am 18.04.2026Lesedauer: 2 MinutenDie unsichere weltpolitische und wirtschaftliche Lage führt bei vielen Deutschen zu Zurückhaltung beim Kaufen und Anlegen. Laut YouGov-Umfrage verschieben 17 Prozent größere Anschaffungen.Die wirtschaftliche und politische Unsicherheit führt bei vielen Menschen zu Zurückhaltung. Größere Anschaffungen, Investitionen und Karriereschritte werden häufiger aufgeschoben. Auch der Blick in die Zukunft fällt zunehmend pessimistisch aus.Die unsichere politische und wirtschaftliche Lage lässt viele Menschen wichtige Entscheidungen aufschieben. In einer aktuellen YouGov-Umfrage im Auftrag von Bearingpoint sagten 17 Prozent der Befragten, dass sie in den vergangenen zwölf Monaten deswegen größere Anschaffungen wie Auto, Haushaltsgeräte oder Elektronik aufgeschoben haben. Acht Prozent sagten das über Geldanlagen und Altersvorsorge, sechs Prozent über ihre Lebensplanung und je fünf Prozent über Jobwechsel und Karriereschritte beziehungsweise Immobilienkäufe oder Miete.Allerdings sagten auch 59 Prozent, dass sie keine wichtigen Entscheidungen aufgeschoben hätten und zwölf Prozent sagten „weiß nicht“ oder machten keine Angaben. Die Frage ließ bei den aufgeschobenen Dingen Mehrfachantworten zu. Lesen Sie auchSolche Tendenzen können sich auch auf die Konjunktur auswirken. „Wenn Entscheidungen systematisch aufgeschoben werden, verliert eine Volkswirtschaft an Tempo“, sagt Iris Grewe, Regionalleiterin bei Bearingpoint. „Das ist ökonomisch relevanter als kurzfristige konjunkturelle Schwankungen.“ Was im Privaten als Zögern beginne, könne sich gesamtwirtschaftlich zu einem Investitionsstau verdichten. Pessimistischer ZukunftsblickFür die Umfrage, die laut YouGov für die volljährige Wohnbevölkerung in Deutschland repräsentativ ist, wurden vom 8. bis 10. April 2096 Personen befragt. Die meisten von ihnen glauben, dass es der nächsten Generation schlechter gehen wird - konkret Menschen, die in 15 Jahren etwa 30 Jahre alt sein werden im Vergleich zu denen, die derzeit etwa 30 sind. 19 Prozent sagten, der nächsten Generation werde es auf jeden Fall schlechter gehen, weitere 38 Prozent halten dies für wahrscheinlich. Wahrscheinlich besser sagen dagegen nur zehn Prozent, auf jeden Fall besser zwei Prozent. Auch das kann negative Folgen haben, wie Grewe verdeutlicht: „Wenn eine Generation nicht mehr daran glaubt, dass es ihr wirtschaftlich besser gehen wird, ist das nicht nur ein subjektives Gefühl von Handlungsfähigkeit, sondern ein Risiko für den Standort.“dpa/ceb