PfadnavigationHomePolitikAuslandKonflikt im Nahen OstenTrump verkündet zehntägige Waffenruhe zwischen Israel und LibanonVeröffentlicht am 16.04.2026Lesedauer: 3 MinutenIsraels Premierminister Benjamin Netanjahu, US-Präsident Donald Trump und Libanons Präsident Joseph Aoun Quelle: AFP/JIM WATSON, BRENDAN SMIALOWSKI, LUDOVIC MARINNach Wochen schwerer Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah verkündet US-Präsident Donald Trump eine Waffenruhe. Sie soll zunächst zehn Tage gelten und bereits ab Mitternacht starten.Mehr als sechs Wochen nach Beginn der jüngsten Eskalation zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon hat US-Präsident Donald Trump eine Waffenruhe verkündet. Sie solle um Mitternacht (Ortszeit, 23.00 Uhr MESZ) beginnen und zunächst zehn Tage dauern, schrieb er nach Gesprächen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu auf seiner Plattform Truth Social. Er werde beide zu einem Treffen im Weißen Haus einladen.Trump schrieb weiter, er habe Vizepräsident J.D. Vance, US-Außenminister Marco Rubio und Generalstabschef Dan Caine angewiesen, gemeinsam mit dem Libanon und Israel auf einen dauerhaften Frieden hinzuarbeiten. Die Hisbollah-Miliz hat zunächst offengelassen, ob sie sich an die Waffenruhe halten wird. Jede Waffenruhe müsse „umfassend für das gesamte libanesische Gebiet“ gelten und dürfe keinerlei Truppenbewegungen Israels zulassen, teilte die proiranische Miliz mit. „Die anhaltende israelische Besatzung auf unserem Land gibt dem Libanon und seinem Volk das Recht, Widerstand zu leisten.“ Über diese Frage – also über den weiteren Kampf gegen Israel – werde „je nach Entwicklung der Ereignisse entschieden“.Die libanesische Regierung ist keine aktive Konfliktpartei und bemüht sich um Deeskalation. +++ Weitere Informationen zum Krieg im Nahen Osten finden Sie hier +++Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar liefern sich auch die vom Iran unterstützte Hisbollah und das israelische Militär eine erneute schwere Konfrontation. Lesen Sie auchAls Reaktion auf die Tötung des iranischen obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei feuert die Hisbollah seit Anfang März erneut Raketen in Richtung Israel. Die israelische Luftwaffe reagiert seitdem mit massiven Luftangriffen. Dabei kam es zu schweren Kämpfen im Süden und zu Angriffen im Osten sowie der Hauptstadt Beirut und deren Vororten.Das israelische Militär rückte in einer Bodenoffensive zudem weiter in den Süden des Nachbarlandes vor und lieferte sich im Grenzgebiet Bodenkämpfe mit der Hisbollah.Rund 2200 Tote im LibanonDem libanesischen Gesundheitsministerium zufolge wurden bei den erneuten Kämpfen bisher knapp 2200 Menschen getötet. Darunter sind den Angaben zufolge zahlreiche Frauen und Kinder. Die israelische Armee sprach zuletzt von mehr als 1700 getöteten Hisbollah-Mitgliedern seit Anfang März. Die genaue Zahl der getöteten Zivilisten ist unklar. Im Libanon warten Hunderttausende darauf, in ihre Häuser zurückkehren zu können. Nach Regierungsangaben wurden aufgrund des jüngsten Konflikts mehr als eine Million Menschen vertrieben. In den angegriffenen Gebieten herrscht zum Teil großflächige Zerstörung. Die Hisbollah agiert im Libanon seit langer Zeit als eine Art Staat im Staate. Sie ist einer der wichtigsten Verbündeten in Irans sogenannter „Achse des Widerstands“. Bis vor der jüngsten Eskalation stuften Beobachter die Kapazitäten der Miliz aber als deutlich geschwächt ein. Lesen Sie auchIsrael und die Hisbollah hatten bereits 2024 einen offenen Krieg gegeneinander geführt. Trotz einer Waffenruhe im November 2024 blieb die Lage angespannt. Beide Seiten warfen sich fortwährend Verstöße vor. Das israelische Militär griff trotz Waffenruhe weiter nahezu täglich im Libanon an. Das israelische Militär blieb auch an mehreren Punkten im Libanon stationiert. Gemäß der damals getroffenen Waffenruhe sollte die Hisbollah entwaffnet werden. Israel warf dem libanesischen Staat bei der Aufgabe Versagen vor und wollte die Entwaffnung schließlich militärisch durchsetzen.Der neue Durchbruch folgt auf direkte Gespräche in Washington, bei denen die Botschafter der verfeindeten Länder sich erstmals seit Jahrzehnten direkt zu politischen Verhandlungen trafen. Schon zuvor hieß es nach US-Angaben, dass die Gespräche zu einem „umfassenden Friedensabkommen“ führen könnten.dpa/jho
Trump verkündet zehntägige Waffenruhe zwischen Libanon und Israel - WELT
Nach Wochen schwerer Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah verkündet US-Präsident Donald Trump eine Waffenruhe. Sie soll zunächst zehn Tage gelten und bereits ab Mitternacht starten.














