PfadnavigationHomeRegionalesHamburgVerkehrskontrollenHamburger Polizei stellt knapp 3400 Geschwindigkeitsverstöße an nur einem Tag festVeröffentlicht am 16.04.2026Lesedauer: 3 MinutenEin Polizeibeamter kontrolliert mit einem Laser die Verkehrsteilnehmer in einer 30er-Zone während des BlitzermarathonsQuelle: Marcus Brandt/dpaDie Polizei Hamburg beteiligt sich an der europaweiten Aktion „ROADPOL Speed“ – und fördert zahlreiche Verstöße zutage. Ein BMW-Fahrer war auf der B 75 mit Tempo 152 unterwegs.Bei einer groß angelegten Verkehrskontrolle im gesamten Hamburger Stadtgebiet hat die Polizei am Mittwoch innerhalb von nur 16 Stunden nahezu 3400 Geschwindigkeitsverstöße registriert. Die Aktion fand im Rahmen der europaweiten Verkehrssicherheitsinitiative „ROADPOL Speed“ statt und sollte vor allem eines deutlich machen: Zu schnelles Fahren gehört nach wie vor zu den größten Gefahren im Straßenverkehr.Unter Leitung der Verkehrsdirektion 1 kontrollierten mehr als 260 Polizeikräfte über den Tag verteilt an zahlreichen Orten in Hamburg. Beteiligt waren neben den Verkehrsdirektionen und Polizeikommissariaten auch die Landesbereitschaftspolizei, Nachwuchskräfte der Polizeiakademie sowie Angestellte im Polizeidienst. Die Beamten setzten mobile und stationäre Messanlagen ebenso ein wie Handlasermessgeräte. Das Ergebnis fiel deutlich aus: Nach erster Auswertung wurden knapp 3390 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt.Lesen Sie auchDie Polizei verweist darauf, dass überhöhte Geschwindigkeit und sogenanntes aggressives Verhalten im Straßenverkehr weiterhin zu den Hauptursachen schwerer Unfälle zählen. Im vergangenen Jahr wurden in Hamburg bei mehr als 1260 Verkehrsunfällen Menschen verletzt, nachdem Fahrer zu schnell unterwegs waren oder den nötigen Sicherheitsabstand missachtet hatten. Damit standen diese Verstöße für annähernd 15 Prozent der maßgeblichen Unfallursachen.Neben der Geschwindigkeitsüberwachung überprüften die Einsatzkräfte 570 Fahrzeuge und 604 Personen. Dabei leiteten sie mehrere Strafverfahren ein, unter anderem wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Verstößen gegen das Pflichtversicherungsgesetz und in einem Fall wegen Trunkenheit im Straßenverkehr. Hinzu kamen zahlreiche Ordnungswidrigkeiten – von verbotswidriger Handynutzung über Rotlichtverstöße bis hin zu Fehlern beim Abbiegen oder Wenden. Auch 32 Mängelmeldungen wurden ausgestellt, etwa wegen technischer Defekte oder fehlender Dokumente.Besonders auffällig war ein 62 Jahre alter Autofahrer, den Polizisten zunächst wegen eines nicht angelegten Sicherheitsgurts stoppten. Während der Kontrolle bemerkten die Beamten Alkoholgeruch. Ein Atemalkoholtest ergab 1,35 Promille. Dem Mann wurde die Weiterfahrt sofort untersagt, gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Trunkenheit im Straßenverkehr eingeleitet.Lesen Sie auchAuch die sogenannte Autoposer-Szene geriet in den Fokus der Kontrolle. Spezialkräfte stoppten einen Porsche Cayenne und stellten bei der Überprüfung fest, dass der Endschalldämpfer offenbar manipuliert worden war. Nach Einschätzung der Beamten war das Bauteil aufgetrennt und durch ein durchgehendes Rohr ersetzt worden, wodurch das Fahrzeug erheblich lauter als zulässig gewesen sein soll. Das Auto wurde zur Begutachtung durch einen Sachverständigen sichergestellt. Gegen die 47 Jahre alte Fahrerin wurde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Neben einem Bußgeld und einem Punkt könnten auf den Halter zusätzliche Kosten von mehr als 1000 Euro zukommen.Abbiegende Lastwagen zu schnellEinen weiteren Schwerpunkt setzten Polizisten der Fahrradstaffel im Bereich Jüthornstraße/Robert-Schumann-Brücke. Dort kontrollierten sie abbiegende Lastwagen über 3,5 Tonnen. Gerade an solchen Stellen ist langsames Abbiegen aus Sicht der Polizei von besonderer Bedeutung, um Radfahrer und Fußgänger zu schützen. Sieben von rund 20 beobachteten Lkw überschritten jedoch die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit von maximal sieben Stundenkilometern. Der höchste gemessene Wert lag bei 17 km/h. Den Fahrern drohen jeweils Bußgelder und Punkte in Flensburg.Besonders drastisch fiel der Fall eines 41-jährigen BMW-Fahrers auf der B 75 aus. Er wurde mit 152 km/h bei erlaubten 80 km/h gemessen. Auf ihn kommen laut Polizei 700 Euro Bußgeld sowie zwei Punkte im Fahreignungsregister zu.Lesen Sie auchParallel zur Kontrolle setzte die Polizei auch auf Prävention. Die Verkehrsdirektion 6 führte zahlreiche Aufklärungsgespräche und verteilte Informationsmaterial, insbesondere an ungeschützte Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer und Fußgänger. Die Botschaft des Kontrolltags ist damit klar: Die Polizei will nicht nur sanktionieren, sondern auch sensibilisieren. Solche Aktionen sollen in Hamburg auch künftig fortgesetzt werden.dfe