PfadnavigationHomeRegionalesHamburgZahl der Eichenprozessionsspinner im Norden steigtVeröffentlicht am 12.04.2026Lesedauer: 3 MinutenDer Eichenprozessionsspinner ist eine in Deutschland heimische Schmetterlingsart - sie kommt bevorzugt in warmen, trockenen Regionen vor. (Symbolfoto)Quelle: Lisa Ducret/dpaUnter anderem durch steigende Temperaturen breitet sich der Eichenprozessionsspinner immer weiter aus - auch in Hamburg und Schleswig-Holstein. Nicht nur die Raupen können Menschen schaden.Eine Schmetterlingsart, die Eichen liebt, breitet sich auch im Norden immer weiter aus. «In Hamburg verzeichnen wir seit einigen Jahren einen leichten, aber kontinuierlichen Anstieg des Eichenprozessionsspinners», teilte ein Sprecher der Hamburger Umweltbehörde der dpa mit. In den letzten fünf Jahren war die Zahl der Schmetterlingsraupen demnach gestiegen.Hinweise auf ein exponentielles Wachstum oder extreme Ausschläge, die nicht mehr kontrollierbar wären, gibt es allerdings nicht. «Dieser Anstieg bewegt sich weiterhin im lokalen Bereich und unterliegt ebenso den natürlichen Schwankungen.»Als Eichenstadt - allein im Straßenbaumkataster sind rund 42.000 Stieleichen verzeichnet - stehen dem Eichenprozessionsspinner in der gesamten Stadt potenziell geeignete Lebensräume zur Verfügung, teilte der Sprecher mit. Eine detaillierte Aufschlüsselung nach betroffenen Gebieten gibt es nicht, da der Eichenprozessionsspinner sowohl auf Privatgrundstücken als auch auf öffentlichen Flächen auftreten kann. Allerdings werden potenziell stärker betroffene Bereiche durch Warnhinweise gekennzeichnet.Was Hamburg gegen die Insekten tutWird ein Nest oder ein befallener Baum entdeckt, ist laut Behörde grundsätzlich der Eigentümer des Grundstücks dafür verantwortlich. Bei städtischen Flächen kümmere sich die zuständige Dienststelle darum, eine mögliche Gefahr zu beseitigen. Besonders in stark genutzten Bereichen wie Spielplätzen oder Parks empfiehlt die Behörde, Nester oder Befall zu entfernen - Naturschutzgebiete sind davon ausgenommen.«Hamburg setzt bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners auf bewährte und ökologisch vertretbare Strategien», teilte der Sprecher mit. Nester werden gezielt dort entfernt, wo es erforderlich ist. Die am häufigsten eingesetzte Methode sei das Absaugen der Nester.Der Eichenprozessionsspinner werde in Hamburg allerdings im Rahmen der sogenannten Klimaanpassungsstrategie berücksichtigt. Fachleute prüfen demnach fortlaufend, ob bestehende Monitorings und Warnsysteme – etwa zu Pollen, Ozon oder dem Eichenprozessionsspinner – aufgenommen oder weiter optimiert werden.Verglichen mit den Vorjahren sei der Befall 2025 laut Umweltbehörde unauffällig gewesen. Im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner waren 2022 zum Beispiel zeitweise Lastwagen-Parkplätze an der A1 in Hamburg gesperrt.Keine besonderen Befallssituationen in Schleswig-HolsteinWährend die Art in Hamburg aufgrund des wärmeren Stadtklimas schon überall erwartet werden kann, etabliert sich der Eichenprozessionsspinner in Schleswig-Holstein nun langsam im Süden und Südosten, teilte eine Sprecherin des zuständigen Landesamtes für Umwelt der dpa mit.Es seien aktuell keine besonderen Befallssituationen in Schleswig-Holstein bekanntgeworden. «Die Art gilt als wärmeliebend, insofern ist nach dem kalten Winter und kühlen Frühjahr eher eine geringere Befallssituation zu erwarten.»