PfadnavigationHomePanoramaOstseeMediaMarkt-Gründer scheitert mit Klage für Walrettung – Menschen durchbrechen AbsperrungVeröffentlicht am 11.04.2026Lesedauer: 4 MinutenEin Sprinkler soll es dem Wal angenehmer machenQuelle: Marcus Golejewski/dpaDer Gründer von MediaMarkt, Walter Gunz, setzt sich weiter für eine Rettung des Buckelwals in der Bucht vor Poel ein. Ein Eilantrag ist jedoch vor Gericht gerade gescheitert – man „könne nicht für den Wal klagen“. Gunz wollte die Kosten übernehmen.Der Gründer von MediaMarkt, Walter Gunz, kämpft weiter für einen Rettungsversuch des Buckelwals – von der „Bild“ auch Timmy genannt – in der Bucht vor Poel. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) habe einen entsprechenden Plan jedoch verworfen; zudem sei ein Eilantrag für einen Rettungsversuch vor dem Verwaltungsgericht Schwerin abgelehnt worden, schreibt die „Bild“.Dem Bericht zufolge unterstützt Gunz den Verein Pixel-Helper, der den Wal freibaggern will. Das Gericht habe den Eilantrag jedoch aus formellen Gründen abgewiesen, da der Verein nicht für den Wal klagen könne. Wie das Gericht der „Bild“ auf Anfrage mitgeteilt habe, seien bislang fünf weitere Klagen mit ähnlicher Begründung abgelehnt worden; drei weitere Verfahren seien am Freitag noch offen gewesen.Der MediaMarkt-Gründer gibt die Hoffnung auf eine Hilfe für das Tier dennoch nicht auf. „Der Bürokratie-Dschungel ist schwierig zu überwinden. Ich versuche, eine gemeinsame Lösung mit Herrn Backhaus zu erreichen“, zitierte die „Bild“ den Unternehmer. Allerdings lehne Umweltminister Backhaus eine weitere Rettungsaktion bislang ab, weil der Wal im Sterben liege und die Maßnahme nach seiner Einschätzung nur „unnötige Qualen“ verursachen würde, schreibt das Blatt.Millionär will Kosten übernehmenNach Angaben der „Bild“ will Millionär Gunz die Kosten für einen Rettungsversuch übernehmen. Pixel-Helper-Geschäftsführer Oliver Bienkowski habe erklärt, dem Wal solle zunächst Antibiotika in die Schwanzflosse gespritzt werden. „Dafür habe ich einen tierärztlichen Wal-Spezialisten aus Husum“, sagte Bienkowski.Lesen Sie auchAnschließend solle ein Bagger vor dem Tier ein Loch in der Bucht ausheben. „Der Schlick läuft langsam nach, und Timmy rutscht darauf langsam ins tiefere Wasser“, sagte Bienkowski. Danach sollten Taucher den Wal untersuchen; anschließend solle das Tier in die Ostsee hinausschwimmen.Lesen Sie auchAm Samstagmorgen seien noch leichte Bewegungen und eine Wasserfontäne des Wals zu sehen gewesen, schreibt die „Bild“. Gunz habe dazu erklärt: „Man hätte früher beginnen müssen. Jetzt läuft uns die Zeit davon. Selbst wenn der Versuch gescheitert wäre, man hätte es wenigstens versucht.“Keine Genehmigung für weitere RettungsversucheDie Lage des Tieres sei unverändert, hatte der Sprecher des Schweriner Umweltministeriums, Claus Tantzen, am Freitag gesagt. „Er atmet noch“, bestätigte er. Außerdem soll der Wal in der Nacht leichte Aktivitäten gezeigt haben. Rettungsversuche sollen weiterhin mit Blick auf das Tierwohl nicht unternommen werden, sagte der Sprecher nach einer Lagebesprechung am Freitagvormittag. Mit Blick auf das Angebot von Gunz, den im Schlick liegenden Wal freibaggern zu wollen, sagte der Sprecher, es werde keine Genehmigung dafür geben. „Man würde das Tier nur weiterem Stress aussetzen und müsste davon ausgehen, dass es bei nächster Gelegenheit wieder strandet.“ Die Behörden haben eine 500-Meter-Schutzzone um den Wal gezogen, die nicht befahren werden darf. Der Wal reagiere nicht mehr auf Boote, was laut Bianca König von der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) Deutschland ein Zeichen für den Sterbeprozess sei. Am vergangenen Dienstag hatten Experten gemeinsam mit Umweltminister Backhaus aktuelle Erkenntnisse zum Zustand des Wals präsentiert. Das Tier soll demnach weder lebendig geborgen werden, noch könne es sich selbst freischwimmen. Dazu seien der Wasserstand zu niedrig und die Kräfte des Wals zu gering, erklärte der Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Burkard Baschek.Menschen durchbrechen Sperrzaun zu TimmyRund 150 Menschen bildeten im Hafen eine Menschenkette, um für die Rettung des Meeressäugers zu demonstrieren, sagte eine Polizeisprecherin. „Bild“ spricht am Samstag von 200 bis 300 Demonstranten. Eigentlich dürfen nur kleine Gruppen von 20 Leuten an die Absperrung. Weil das den Demo-Teilnehmern offenbar nicht reicht, haben nun ungefähr 20 Leute die Absperrung durchbrochen. Sie laufen an die Wasserkante und bilden eine Kette, berichtet „Bild“.Zudem gebe es auch zahlreiche Spendenaufrufe. Backhaus erklärte dazu: „Ich finde es grundsätzlich großartig, dass so viele Menschen bereit sind, dem Tier zu helfen – auch monetär.“ Doch die Rettung des Wals werde nicht wegen Geldmangels aufgegeben, sondern wegen seines Gesundheitszustands, der Belastung und der fehlenden Perspektive für ihn.Wie ein dpa-Reporter vor Ort berichtete, liegt das Tier seit dem 31. März an der gleichen Position und gibt weiter Geräusche von sich. Demnach stoße der rund zwölf Meter lange Meeressäuger auch regelmäßig Luft aus. Die aufgebauten Wassersprenger benetzen das verletzte Tier zudem weiter mit Wasser. Die letzten Rettungsversuche für den Buckelwal wurden am 1. April eingestellt. Seitdem wird das Tier rund um die Uhr von Einsatzkräften der Polizei und Feuerwehr begleitet. Der gestrandete Buckelwal hat aktuellen Erkenntnissen zufolge keinen Einfluss auf die Wasserqualität in der Wismarbucht. Um Falschmeldungen rund um das gestrandete Tier vorzubeugen, beantwortet das Umweltministerium nun auf seiner Internetseite die am häufigsten gestellten Fragen. Backhaus beklagte, dass die Helfer der Polizei und Feuerwehr für ihre Arbeit beim Wal mit Schmähungen und Drohungen zu kämpfen haben. „Ich würde mir wünschen, dass diese Leistung öffentlich gewürdigt würde.“ coh/dpa