PfadnavigationHomePanoramaKriminalstatistikGewalt gegen Lehrkräfte erreicht neuen Höchststand in DeutschlandVeröffentlicht am 10.04.2026Lesedauer: 3 MinutenGewalt gegen Lehrkräfte nimmt zu, wie neue Zahlen der Kriminalstatistik zeigen. Schulen berichten von wachsender Belastung und mehr Sicherheitsproblemen. Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, erklärt, welche Maßnahmen jetzt nötig wären, um Lehrkräfte und Schüler besser zu schützen.Eine statistische Auswertung zeigt einen deutlichen Anstieg von Gewalttaten gegen Lehrkräfte in Deutschland. 2024 wurden 1283 Fälle vorsätzlicher einfacher Körperverletzung registriert – deutlich mehr als in den Vorjahren.Lehrer werden in Deutschland häufiger Opfer von Körperverletzung und anderen Formen von Gewalt. Das zeigt eine Auswertung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS), die einen Zeitraum von zehn Jahren umfasst. Danach stieg die Zahl der Fälle, in denen Lehrkräfte als Opfer vorsätzlicher einfacher Körperverletzung aktenkundig wurden, 2024 auf 1283 Fälle und erreichte damit einen Höchststand. Zum Vergleich: In den Jahren 2015 bis 2023 meldeten die Polizeibehörden der Länder zwischen 717 und 1017 Fälle an das Bundeskriminalamt. Dass es 2021 mit 564 Fällen deutlich weniger solcher Übergriffe gab, dürfte mit den vorübergehenden Schulschließungen während der Corona-Pandemie zu tun haben. Die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2025 ist noch nicht veröffentlicht.Die Auswertung der bundesweiten Polizeidaten zu Gewalttaten gegen Lehrkräfte liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Sie ist Teil einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion zur Sicherheit der Beschäftigten im öffentlichen Dienst. 557 schwere FälleEin Anstieg ist demnach auch bei den gegen Lehrerinnen und Lehrer gerichteten Straftaten zu beobachten, die in der PKS in der Kategorie Gewaltkriminalität aufgeführt werden. Dazu zählen Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexueller Übergriff im besonders schweren Fall, Raubdelikte, Körperverletzung mit Todesfolge, erpresserischer Menschenraub und Geiselnahme sowie schwere und gefährliche Körperverletzung. Seit 2015 hat die Zahl solcher Taten gegen Lehrkräfte kontinuierlich zugenommen – mit Ausnahme der Corona-Jahre 2020 und 2021, in denen ein leichter Rückgang zu verzeichnen war. 2015 zählte die Polizei bundesweit 268 Fälle, in denen eine Lehrkraft Opfer von Gewaltkriminalität im Sinne der Statistik wurde. 2023 wurden 477 Fälle registriert, ein Jahr später wurden 557 Fälle aktenkundig.Lesen Sie auchAls Gewalttaten gegen Lehrkräfte zählt die Polizei nur Straftaten, bei denen die Tatmotivation in Beziehung zur beruflichen Tätigkeit steht. Der Fall eines Lehrers, der beispielsweise auf einem Volksfest, von einem Menschen, der ihn in seiner Eigenschaft als Lehrer nicht kennt, geschlagen wird, würde zwar als Opfer in der Statistik auftauchen, nicht jedoch als von Gewalt betroffene Lehrkraft.Lesen Sie auchZwischen 2018 und 2024 nahm laut Polizeistatistik auch die Zahl der Gewaltdelikte gegen Mitarbeiter von Feuerwehren, Rettungsdiensten und Polizei zu. Im Mai 2017 waren im Zuge einer Gesetzesänderung zur Stärkung des Schutzes von Vollstreckungsbeamten Straftatbestände geändert und neue Straftatbestände geschaffen worden. Daher sind die Opferzahlen der Jahre 2018 bis 2024 nicht mit den Daten der Vorjahre vergleichbar.Kurz vor Silvester hatte Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) einen Gesetzentwurf zum besseren Schutz von Polizisten, Feuerwehrleuten und Rettungskräften vorgelegt. Er sieht härtere Mindeststrafen für Angriffe auf diese Gruppen vor.Lesen Sie auchLaut Justizministerium soll es dafür künftig Freiheitsstrafen von mindestens sechs statt wie bisher mindestens drei Monaten geben. In besonders schweren Fällen soll eine Mindeststrafe von einem Jahr drohen statt wie bisher sechs Monate. Das soll etwa für Überfälle gelten, bei denen Einsatzkräfte in einen Hinterhalt gelockt werden. Wer Rettungs- und Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit behindert, soll grundsätzlich nicht mehr mit einer Geldstrafe davonkommen können, sondern in Haft. Einen Kabinettsbeschluss zu dem Vorhaben gibt es noch nicht.Im Schuljahr 2024/2025 hatten sich nach Angaben der Berliner Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) 82 Prozent aller Berliner Schulen an einem neuen Meldeverfahren beteiligt. Von diesen 599 Schulen meldeten demnach 53,6 Prozent Vorfälle mit körperlicher Gewalt, 9,2 Prozent angedrohte Gewalt, 7,5 Prozent selbstverletzendes Verhalten von Schülern und 4,3 Prozent Übergriffe auf Schulpersonal.dpa/ceb
Schulen: Gewalt gegen Lehrkräfte erreicht neuen Höchststand in Deutschland - WELT
Eine statistische Auswertung zeigt einen deutlichen Anstieg von Gewalttaten gegen Lehrkräfte in Deutschland. 2024 wurden 1283 Fälle vorsätzlicher einfacher Körperverletzung registriert – deutlich mehr als in den Vorjahren.







