PfadnavigationHomeNewstickerDPAInfolineWissenschaft (DPA)Junger Wolf jetzt in Auffangstation - Töten oder auswildern?Veröffentlicht am 01.04.2026Lesedauer: 4 MinutenDie Wildtierauffangstation bei Sachsenhagen hat den Wolf aus Hamburg aufgenommen. (Handout)Quelle: Umweltbehörde Hamburg/dpaDas Tier, das in Hamburg eine Frau verletzt hat, wurde in eine Wildtierauffangstation nach Niedersachsen gebracht. Nun gibt es mehrere Optionen.Der junge Wolf, der eine Frau in Hamburg verletzt hat, ist zunächst vorübergehend in einer Wildtierauffangstation bei Sachsenhagen im niedersächsischen Landkreis Schaumburg untergebracht worden. Das teilte die Hamburger Umweltbehörde mit, die nach eigenen Angaben weiterhin für den Wolf zuständig ist. «Zum langfristigen Verbleib des Tieres laufen Gespräche», erklärte ein Sprecher der Behörde.Der Wolf war bereits am Wochenende im Westen der Stadt gesichtet worden. Am Montag sei er vermutlich durch einen äußeren Reiz, etwa ein Auto oder ein anderes Tier, aktiviert worden, sagte der Sprecher der Umweltbehörde. In der Folge sei er in eine Stresssituation geraten und losgerannt. In einer Geschäftsstraße im Zentrum Altonas habe er sich dann in eine kleine, wenige Meter breite Einkaufspassage mit mehreren Geschäften verirrt.In der Passage wurde dann die Frau verletzt, die nach dpa-Informationen um die 60 Jahre alt ist. Zum genauen Hergang machte die Umweltbehörde keine Angaben, auch um die Privatsphäre der Frau zu schützen, wie es hieß. Senatorin Katharina Fegebank (Grüne) hatte am Dienstag gesagt, die Frau sei im Universitätsklinikum Eppendorf ambulant behandelt worden.Auch der Wolf verletztDer Wolf war nach dem Vorfall mehrere Kilometer durch die Stadt bis in die Binnenalster geflüchtet. Funkstreifenbesatzungen entdeckten ihn schwimmend im Wasser vor und sicherten ihn mit einer Schlinge am Jungfernstieg, wie ein Polizeisprecher sagte. Das Einfangen habe mehr als eine Stunde gedauert.Das Raubtier habe oberflächliche Verletzungen und Wunden, teilte die Umweltbehörde weiter mit. Es sei tiermedizinisch behandelt und auch auf Tollwut getestet worden, die Auswertung laufe noch. Eine Tollwuterkrankung sei aber unwahrscheinlich. Seit 2008 gelten Wölfe in Deutschland als tollwutfrei.Viele Fragen sind nach wie vor offen – auch, wie lange der Wolf in seiner jetzigen Station bleiben soll. «Man guckt sich jetzt erstmal an, wie ist der Zustand des Wolfes, lässt ihn zur Ruhe kommen und wird entscheiden, was dann mit ihm passiert», sagte ein Sprecher des Umweltministeriums in Hannover. «Es ist schon gefordert worden, das Tier jetzt zu töten. Das muss entschieden werden.»Entscheidung soll möglichst bald fallenEine Tötung eines gefangen genommenen Tieres wäre demnach ein Sonderfall. «Das wäre trotzdem womöglich eine Option, aber ich kann da nichts vorwegnehmen.» Möglicherweise werde das Tier wieder freigelassen: «Auch eine Auswilderung wäre eine Option», sagte der Sprecher.Der Ministeriumssprecher erklärte, man könne ein Wildtier, das nicht an Gefangenschaft gewöhnt ist, nicht sehr lange in einem Gehege belassen, das darauf womöglich gar nicht ausgelegt sei. «Deshalb muss schon kurzfristig und zeitnah entschieden werden, was mit dem Tier passieren soll.» Es müsse geklärt werden, ob es womöglich in ein anderes Gehege gebracht werden könne – oder man entscheide sich für eine andere Lösung.Viele Experten für FreilassungUnterdessen sprach sich Wolfexperte Norman Stier von der TU Dresden für eine Freilassung aus. «Einer Freilassung steht aus meiner Sicht nichts entgegen, wenn es kontrolliert mit einem Senderhalsband erfolgt.» Durch den Sender könne man das Tier jederzeit aufsuchen und auch töten, falls es zu Problemen kommen sollte.
Junger Wolf jetzt in Auffangstation - Töten oder auswildern? - WELT
Das Tier, das in Hamburg eine Frau verletzt hat, wurde in eine Wildtierauffangstation nach Niedersachsen gebracht. Nun gibt es mehrere Optionen.










