PfadnavigationHomeRegionalesHamburgFührerscheinbetrug„Gefahr für alle“ – Wie Hamburgs Prüflinge tricksenVeröffentlicht am 30.03.2026Lesedauer: 2 MinutenEine Frau beantwortet eine Frage der theoretischen Prüfung des Führerscheins. (Gestellte Szene).Quelle: Sebastian Gollnow/dpaTrotz strenger Kontrollen bleibt das Risiko für Schummelei bei der Theorieprüfung hoch: In Hamburg fiel statistisch jeder 220. Fahrschüler mit Betrugsversuch auf. Nur Berlin verzeichnet eine noch höhere Quote an erwischten Täuschern.Der Prüfungsbetrug bei der Führerscheinprüfung bleibt in Hamburg auf konstantem Niveau. Unter den insgesamt 39.703 im vergangenen Jahr durchgeführten theoretischen Führerscheinprüfungen kam es zu 179 Täuschungsversuchen, wie der TÜV-Verband mitteilte. Damit war statistisch betrachtet einer von 220 Prüflingen ein Schummler. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden bei 37.760 Prüfungen 160 Betrugsversuche registriert.Wer sich den Führerschein erschleiche, verfüge oft nicht über das nötige Wissen für den Straßenverkehr. „Wer bei der theoretischen Fahrprüfung täuscht, bringt sich und andere in Gefahr“, hieß es dazu am Montag vom TÜV-Verband.Lesen Sie auchBundesweit wurden demnach insgesamt 4239 Betrugsversuche bei Theorieprüfungen aller Klassen festgestellt, die Zahl aller durchgeführten Prüfungen lag bei etwas mehr als zwei Millionen. Rund 96 Prozent davon entfielen auf die Klasse B, also auf die klassische Fahrerlaubnis für Autos. Hamburg rangiert bei den entdeckten Prüfungsbetrügereien auf Rang zwei hinter Berlin. In Berlin versuchte einer von knapp 200 Prüflingen den theoretischen Test mit Hilfsmitteln zu bestehen. Es folgt – mit Abstand – Nordrhein-Westfalen, wo einer von knapp 340 Fahrschülern betrugen wollte.Häufig professioneller PrüfungsbetrugDie Täuschungsversuche seien nach Einschätzung des Verbands häufig professionell organisiert. Bundesweit kämen in 36 Prozent der Fälle technische Hilfsmittel wie kaum sichtbare Ohrhörer, Mini-Kameras oder andere versteckte Kommunikationsgeräte zum Einsatz. In weiteren 17 Prozent wurden sogenannte Stellvertreter entdeckt, die die Prüfung für eine andere Person ablegen sollten.Der TÜV-Verband fordert strengere Maßnahmen bei Betrugsversuchen, wie etwa eine Sperrfrist von neun Monaten bis zum nächsten Prüfungsversuch oder eine medizinisch-psychologische Untersuchung zur Überprüfung der grundsätzlichen Fahreignung. Zudem sollen rechtliche Voraussetzungen geschaffen werden, um Täuschungsversuche in besonders schweren Fällen, etwa in organisierten Zusammenhängen, künftig als Straftat zu werten, auch für Personen, die dabei Beihilfe leisten.lno/juve