„Kein Kugelschreiber!“ Mir wird ein stumpfer Bleistift gebracht. Polizeipräsenz und Taschenkontrollen, das passt nicht zur fröhlichen Stimmung von Europas größtem Literaturfestival, der Lit.Cologne, deren sechsundzwanzigste Ausgabe soeben zu Ende ging. Und doch wissen alle, dass es leider nötig ist, wenn einer der wichtigsten Autoren der Gegenwart auftritt, Salman Rushdie. Mit seinem Erzählungsband „Die elfte Stunde“ hat er ausgerechnet rund um das Thema Tod zu alter Fabulierfreude zurückgefunden. Sein Übersetzer Bernhard Robben scheucht schnell den Elefanten aus dem Raum, indem er den Autor in Anlehnung an einen Satz im Buch fragt, ob auch er sich nach dem Attentat im Jahr 2022 gefragt habe: „Warum habe ich überlebt?“