PfadnavigationHomePolitikIran-KriegUniform-Warnung bei der Nato wegen möglicher Anschlagsgefahr auf SoldatenVon Lars Petersen Leiter National Investigation Premium-GruppeVeröffentlicht am 04.03.2026Lesedauer: 3 MinutenUS-General und Nato-Oberbefehlshaber Alexus Grynkewich Quelle: REUTERS/Yves HermanDie Nato erhöht die Gefährdungsstufe für ihre Einrichtungen. Aus Sorge um die Sicherheit ihrer Soldaten wurde nun darauf verwiesen, dass Militärangehörige nur noch in bestimmten Fällen ihre Uniform tragen sollen.Nach dem Angriff der USA und Israel auf den Iran warnen Sicherheitsexperten vor möglichen Vergeltungsaktionen des Mullah-Regimes auf westliche Einrichtungen. Nach WELT-Informationen sieht sich offenbar auch die Nato als mögliches Ziel iranischer Agenten und Schläferzellen. Die Allianz erhöhte demnach die Gefährdungsstufe in Militäreinrichtungen, weshalb nun sogar eine Warnung bezüglich des Tragens von Uniformen ausgesprochen wurde. Per Mail wurden demnach die Militärangehörigen des Obersten Hauptquartiers der Alliierten Streitkräfte in Europa (SHAPE) „aus gegebenem Anlass“ darauf hingewiesen, dass das Tragen von Uniform außerhalb des SHAPE-Geländes nur zu dienstlichen Zwecken erlaubt sei. Ausnahme seien Ausbildungsvorhaben, Dienstreisen oder dienstliche Veranstaltungen. Lesen Sie auchAuch auf dem direkten Weg zwischen Wohn- und Dienstort sei das Tragen erlaubt. Wer zu Fuß gehe oder mit dem Fahrrad fahre, müsse jedoch zivile Kleidung tragen, da man sonst „besonders leicht wahrnehmbar und verfolgbar sowie verwundbar für ad-hoc-Angriffe“ sei. Zwischenstopps auf dem Weg von oder zum Dienst in Uniform seien in jedem Fall „ausdrücklich nicht erlaubt.“Innenminister warnen vor abstrakter GefahrDie erhöhte Sorge um das Wohl der Soldaten ist nicht unbegründet. Schon vor Tagen hatte der renommierte Sicherheitsexperte Peter Neumann gewarnt, dass Anschlagsversuche intensiviert werden könnten, wenn das Regime in Iran unter Druck gerate. „Das ist nicht komplett unrealistisch“, so Neumann.Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) beruhigte dagegen am Mittwoch, dass es eine abstrakte Gefahr für Deutschland gebe, man derzeit aber keine konkreten Hinweise oder Erkenntnisse hätte, dass eine konkrete Gefährdung vorliegt. Ähnlich hatte sich auch Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) geäußert. „Aber, wie man bei dem Thema weiß: Die Lage ist dynamisch“, so Reul. Deshalb könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Machthaber im Iran an anderen Stellen der Welt noch für Unruhe oder Anschläge sorgen wollten, „je schwieriger es vor Ort wird, die Schlacht zu gewinnen“.Lesen Sie auchMerz sichert jüdischen Einrichtungen Schutz zuAuch Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) sprach von einer abstrakten Gefährdung. „Besonders wachsam sind unsere Sicherheitsbehörden, was Vergeltungsmaßnahmen betrifft, etwa durch Personen, die im Auftrag der iranischen Nachrichtendienste handeln“, so Strobl. Weiter: „Wir wissen, dass iranische Nachrichtendienste bei uns tätig sind.“ Nach der militärischen Eskalation im Nahen Osten bestehe verstärkt die Gefahr iranischer Vergeltungsakte gegen jüdische, israelische oder US-amerikanische Einrichtungen, heißt es aus dem Innenministerium – bis hin zum terroristischen Anschlag. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte vor einigen Tagen darauf verwiesen, dass Deutschland im Visier von Agenten aus Teheran sei. „Wir wissen, dass iranische Nachrichtendienste in Europa und in Deutschland tätig sind“, so Merz. Deswegen sei sofort nach den Angriffen darüber beraten worden, wie Sicherheitsvorkehrungen verbessert werden könnten. Es werde alles getan, um die Sicherheit der Menschen in Deutschland zu gewährleisten, versicherte der Kanzler. „Das betrifft insbesondere den Schutz jüdischer, israelischer und amerikanischer Einrichtungen. Wir werden antisemitische oder antiamerikanische Angriffe auf deutschem Boden nicht dulden.“Lars Petersen ist Leiter National im Investigativ-Team von WELT, Business Insider Deutschland und Politico Deutschland und kümmert sich seit Jahren um Machtkämpfe und Affären hinter den Kulissen von Wirtschaft und Politik. Sie haben Hinweise für ihn? Dann melden Sie sich gerne beim Autor, auch vertraulich – per E-Mail oder über den verschlüsselten Messenger Threema (WTJPZ7PN)
Iran-Krieg: Uniform-Warnung bei der Nato wegen möglicher Anschlagsgefahr auf Soldaten - WELT
Die Nato erhöht die Gefährdungsstufe für ihre Einrichtungen. Aus Sorge um die Sicherheit ihrer Soldaten wurde nun darauf verwiesen, dass Militärangehörige nur noch in bestimmten Fällen ihre Uniform tragen sollen.






