PfadnavigationHomePodcastsInside USAPodcast zur US-PolitikSchenkelklopfer im Oval Office – Merz’ Iran-Zustimmung, aber Dissens über Zölle und UkraineVeröffentlicht am 04.03.2026Lesedauer: 3 MinutenQuelle: AP/Mark SchiefelbeinBundeskanzler Friedrich Merz trifft Donald Trump im Weißen Haus – zu einem Zeitpunkt, an dem sich alles um den US-israelischen Angriff auf den Iran dreht. Der Kanzler unterstützt das Ziel eines Regime-Endes in Teheran, drängt aber auch auf Lösungen bei Zöllen und Ukraine.Ein kleiner Fauxpas unterläuft dem Kanzler dennoch - ausgerechnet bei Trumps Umgang mit europäischen Partnern. In Washington wächst unterdessen die Kritik an Trumps Militäreinsatz und seinem Kurs.Hier können Sie die Folge direkt hören:

Abonnieren Sie diesen Podcast bei Spotify, Apple Podcasts oder direkt per RSS-Feed.

Hier bekommen Sie einen ersten Eindruck von der Folge:In der aktuellen Folge von „Der Amerika-Effekt“ geht es um den Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz im Weißen Haus – und um die Frage, wie sehr der israelisch-amerikanische Angriff auf den Iran die transatlantische Agenda verändert. Schon die Inszenierung des Besuchs setzte Zeichen: Merz durfte erneut im Blair House übernachten, einer Unterkunft, die Washington nur ausgewählten Gästen zugesteht. Im Oval Office dominierte jedoch – wie bereits beim ersten Auftritt des Kanzlers – die US-Presse das Geschehen. Der Präsident stellte sich nach Beginn der Iran-Operation erstmals öffentlichen Fragen, während der deutsche Gast nur punktuell zu Wort kam.Inhaltlich überlagerte der Iran so auch nahezu alles. Merz unterstützte das erklärte Ziel, das iranische Regime zu beenden und dessen Rolle als Sponsor von Terror in der Region zu stoppen – ohne dabei eine deutsche Beteiligung in Aussicht zu stellen. Entscheidend wurde stattdessen die offene Frage, was nach einer militärischen Eskalation folgen soll. Genau hier zeigen sich laut Einschätzung aus Washington die größten Lücken: Ein „Tag-danach“-Plan wird öffentlich nicht greifbar.Wenn Washington Verbündete öffentlich rügtFür Merz entstand eine heikle Situation, als Trump Spanien und auch Großbritannien scharf kritisierte. Spanien, so der Vorwurf, verweigere sowohl die Nutzung von Militärbasen für den Iran-Einsatz als auch das NATO-Ziel höherer Verteidigungsausgaben. Merz reagierte im Raum zunächst technisch und zustimmend, versuchte später jedoch gegenüber deutscher Presse, den europäischen Rahmen zu betonen: Handelspolitik werde für die EU gemeinsam verhandelt, ein einzelnes Mitglied könne nicht isoliert bestraft werden. Damit wurde sichtbar, wie schnell ein Auftritt in Washington innenpolitisch nützlich – aber europapolitisch riskant werden kann.Merz forciert Austausch über Ukraine und ZölleAuch die Ukraine blieb Thema, wenn auch erkennbar nachrangig. Merz sprach sie früh an und warnte vor einem Frieden, der nicht besetzte Gebiete preisgeben würde. Trump reagierte ausweichend, wiederholte jedoch, der Krieg stehe weit oben auf seiner Agenda. Die Episode legt nahe, dass Berlin stärker drängt als Washington – und dass die amerikanische Prioritätensetzung sich verschiebt, sobald neue Krisen eskalieren.Beim dritten Konfliktpunkt, den Zöllen, prallten symbolische Gesten und harte Interessen aufeinander. Merz überreichte ein historisches Handelsdokument – während Trump zugleich scherzhaft anklingen ließ, Deutschland könne „hart“ getroffen werden. Ein Gerichtsurteil in den USA hat Teile der Zollpolitik juristisch ins Wanken gebracht, doch aus Washington wird betont, der Präsident verfüge über weitere Wege, seine Politik voranzutreiben. Für europäische Unternehmen bedeutet das bis auf Weiteres eine anhaltende Unsicherheit.Zum Schluss rückt auch die innenpolitische Lage in den USA in den Blick: Für Trumps Iran-Einsatz ist die Zustimmung laut Umfragen gering, zugleich wächst Widerstand auch in seiner eigenen Bewegung. Regierungsmitglieder werben im Kongress um Unterstützung und begründen die Operation als präventiv. Doch wie lange die Eskalation dauern soll – und welches Ziel am Ende realistisch erreicht werden kann – bleibt umstritten.