PfadnavigationHomeWirtschaftBørge BrendePräsident des Weltwirtschaftsforums tritt nach Epstein-Enthüllungen zurückVeröffentlicht am 26.02.2026Lesedauer: 2 MinutenNach Bekanntwerden seiner Kontakte zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein tritt Børge Brende als Chef des Weltwirtschaftsforums (WEF) zurück. Zu diesem Entschluss sei er nach reiflicher Überlegung gekommen, so Brende.WEF-Präsident Børge Brende gibt als Folge seines öffentlich gewordenen Kontakts zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein seinen Posten auf. Damit wolle er der Organisation einen Imageschaden ersparen.Der Präsident des Weltwirtschaftsforums (WEF), Børge Brende, tritt „nach sorgfältiger Abwägung“ von seinem ​Amt zurück. Brende begründete den Schritt in einer Mitteilung vom Donnerstag ⁠damit, dass das Forum seine Arbeit ohne Ablenkungen fortsetzen solle. Er blicke auf achteinhalb lohnende Jahre zurück, erklärte der frühere norwegische Außenminister. In einer zweiten Mitteilung erklärten die Co-Vorsitzenden des Stiftungsrats, André ⁠Hoffmann ​und Larry ‌Fink, sie akzeptierten die Entscheidung Brendes.Dem Rücktritt ging eine unabhängige Untersuchung zu den Kontakten Brendes zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein durch externe Anwälte voraus. Diese sei nun abgeschlossen und habe keine weiteren Bedenken über das bereits Bekannte hinaus ergeben, hieß ‌es in der Mitteilung weiter. ⁠Einer Offenlegung ​des US-Justizministeriums zufolge hatte der Norweger drei Geschäftsessen mit Epstein ⁠und kommunizierte auch per E-Mail und SMS mit dem US-Millionär.Lesen Sie auchRoche-Vizepräsident Hoffmann und Blackrock-Chef Fink dankten Brende für ‌seine Führung während einer ⁠wichtigen ‌Reformphase ​und das ⁠erfolgreiche Jahrestreffen in ​Davos. Zum Interimspräsidenten wurde der gegenwärtige Managing ‌Director ​des WEF, Alois Zwinggi, ernannt. Der Stiftungsrat ‌werde ‌nun die Suche nach einer dauerhaften Nachfolge einleiten.Brende stammt aus Norwegen und war dort lange Abgeordneter der konservativen Partei, sowie Umwelt-, Handels- und Außenminister. Seit 2017 war er Präsident des WEF, das jedes Jahr im Januar das berühmte Treffen in Davos in den Schweizer Bergen ausrichtet.Nach einem Bericht des „Tagesanzeigers“ tauschten Brende und Epstein mehr als 100 Nachrichten aus. Darunter sei ein Mailwechsel, in dem Brende Epsteins Aussage zustimmt, Davos könne die UN ersetzen. Zudem nahm der ehemalige norwegische Außenminister mehrfach an Abendessen im New Yorker Stadthaus des verurteilten Sexualstraftäters teil – etwa gemeinsam mit Ex-Trump-Berater Steve Bannon. Dabei hatte Brende im November 2025 öffentlich erklärt, nie Kontakt mit Epstein gehabt zu haben.Lesen Sie auchDie neu veröffentlichten Epstein-Akten zogen weite Kreise und erschütterten Norwegen. Für besonders große Empörung sorgten in dem Königreich die Verbindungen der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit zu dem Sexualstraftäter. Mitte des Monats wurden zudem Immobilien des ehemaligen Regierungschefs Thorbjörn Jagland durchsucht. Die norwegische Polizei ermittelt im Zusammenhang mit den Epstein-Enthüllungen auch gegen die bekannte Diplomatin Mona Juul wegen des Verdachts der Korruption.Reuters/ll/nw/jra