PfadnavigationHomePolitikAuslandVorladung ignoriert„Er ist nicht erschienen“ – US-Botschafter verliert Zugang zu französischer RegierungVeröffentlicht am 24.02.2026Lesedauer: 2 MinutenDer US-Botschafter in Frankreich, Charles Kushner, soll keinen direkten Zugang zu französischen Regierungsmitgliedern mehr erhalten, weil er trotz einer Einbestellung nicht im Außenministerium in Paris erschienen ist.Ein diplomatischer Streit zwischen Paris und Washington eskaliert: Nach einem verpassten Termin des US-Botschafters in Frankreich sollen ihm Gespräche mit Ministern verweigert werden.Der US-Botschafter in Frankreich, Charles Kushner, soll keinen direkten Zugang zu französischen Regierungsmitgliedern mehr erhalten, weil er trotz einer Einbestellung nicht im Außenministerium in Paris erschienen ist. Der französische Außenminister forderte, der oberste US-Diplomat in Frankreich müsse sich erklären. Der Minister deutete an, dass Botschafter Charles Kushner keinen Zugang zu französischen Regierungsbeamten haben werde, bis er dieser Vorladung nachkomme.Kushner sollte sich am Montagabend wegen Äußerungen der US-Regierung zum mutmaßlichen Mord an einem rechten Aktivisten aus Frankreich im Ministerium einfinden. „Er ist nicht erschienen“, lautete die Angabe aus diplomatischen Kreisen. Kushner kann demnach weiterhin zu Gesprächen ins Außenministerium kommen, „um die Irritationen auszuräumen, die in einer 250 Jahre alten Freundschaft unvermeidlich auftreten können“. Lesen Sie auchDer US-Botschafter ließ sich bei dem Termin am Montagabend laut einer diplomatischen Quelle wegen persönlicher Verpflichtungen von einem Botschaftsvertreter vertreten.Zuvor hatte die US-Botschaft in Frankreich eine Mitteilung des Anti-Terror-Büros des US-Außenministeriums auf X verbreitet, in der ein Tötungsdelikt in Lyon als Beleg für eine besorgniserregende Bedrohung durch linksextremistische Gewalt gewertet wurde. Dabei war Mitte Februar am Rande einer rechten Kundgebung ein 23-jähriger Aktivist angegriffen und tödlich verletzt worden. Frankreichs Behörden ermitteln derzeit, ob und inwieweit linksextreme Gruppen daran beteiligt waren.Lesen Sie auchDer Pariser Außenminister Barrot wies die Äußerungen der US-Regierung zurück und entgegnete, man brauche keine Belehrung. Nach der Einbestellung des Botschafters ist die Einschränkung seines Regierungszugangs ein weiteres deutliches diplomatisches Signal der Unzufriedenheit. Es ist jedoch keine formelle völkerrechtliche Sanktion, Kushner bleibt weiter offiziell Botschafter.AFP/dpa/jac