PfadnavigationHomeWirtschaftEx-Commerzbank-ChefKanzler-Berater Martin Blessing fordert Deregulierung in EuropaVeröffentlicht am 24.02.2026Lesedauer: 2 MinutenMartin Blessing ist von Kanzler Merz zum Beauftragten für Investitionen im Standort Deutschland ernannt wordenQuelle: Kira Hofmann/photothek.de/picture alliance/khDer ehemalige Commerzbank-Chef Martin Blessing ist seit September 2025 Berater von Bundeskanzler Merz und soll den Standort Deutschland vermarkten. Das sei gar nicht so schwierig, sagt er – und fordert trotzdem Reformen.Der Investitionsbeauftragte des Bundeskanzlers, Martin Blessing, fordert die Abschaffung europäischer Regulierungen. „Nehmen Sie die CSRD, die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Investoren sagen mir: Wenn das keinen klar messbaren Mehrwert bringt, dann schafft es ab“, sagte der frühere Chef der Commerzbank WELT AM SONNTAG. Man habe in Europa geglaubt, über den Marktzugang in die EU globale soziale und ökologische Standards diktieren zu können. „Ich glaube, da haben wir uns überschätzt.“ Die USA könnten Standards durchsetzen, weil sie nicht nur über einen großen Markt, sondern auch über geopolitische Machtmittel verfügten. „Einen vergleichbaren Machthebel haben wir nicht.“Lesen Sie auchBeim Umgang mit Investoren aus dem Ausland sprach sich Blessing für einen pragmatischen Kurs aus. „Investoren sind uns willkommen, unabhängig von ihrem Herkunftsland. Aber: Nationale Sicherheit ist natürlich wichtig“, sagte er. „Die Telekommunikationsinfrastruktur zum Beispiel wollen wir nicht in chinesische Hände geben. Aber 200 Brücken? Warum nicht? Die können weder China noch die USA einfach abbauen und mitnehmen.“ Strategische Infrastruktur müsse Deutschland aber schützen.Deutschland als Hort der StabilitätAus seinen bisherigen Gesprächen mit Investoren zog Blessing eine positive Zwischenbilanz. „Der Blick von außen ist oft positiver als unser eigener“, sagte er. Viele Anleger seien sehr hoch in den USA investiert und würden einen Teil ihrer Anlagen nun nach Europa umschichten. „Da gilt Deutschland als Hort der Stabilität.“ Das Land stehe auch für einen Kurswechsel bei den Investitionen in Infrastruktur, Verteidigung, Digitalisierung. 25 Jahre lang sei zu wenig investiert worden. Nun brauche es dafür den Staat und private Investoren.Lesen Sie auchDieser Artikel wurde für das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.Jan Dams ist Chefreporter WELT AM SONNTAG.Daniel Zwick ist Wirtschaftsredakteur in Berlin und berichtet für WELT über Wirtschafts- und Energiepolitik, Digitalisierung und Staatsmodernisierung.