PfadnavigationHomePanoramaProzess in Österreich„Was wir tun, ist eine Dekadenzerscheinung“, sagt Reinhold Messner zum Tod der BergsteigerinVeröffentlicht am 20.02.2026Lesedauer: 3 MinutenExtrem-Bergsteiger Reinhold Messner spricht über Eigenverantwortung beim Bergsteigen, nachdem eine Frau auf dem Großglockner erfroren ist und angeblich von ihrem Freund zurückgelassen wurde. „Was wir tun, das Extrem-Bergsteigen ist nicht greifbar.“Sie starb knapp vor dem Gipfel, allein und entkräftet: Nach dem Tod einer Bergsteigerin am Großglockner wird ihr Partner wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Reinhold Messner betont im Interview mit WELT TV das Risiko des Bergsteigens.Weil er seine Freundin vor rund einem Jahr bei einer Bergtour am Großglockner zurückließ und sie dort erfror, ist ein 37-jähriger Österreicher wegen grob fahrlässiger Tötung zu einer fünfmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Innsbrucker Landesgericht verhängte zudem am Donnerstag eine Geldstrafe gegen den Mann aus Salzburg. Das Urteil wurde nach 13 Stunden Verhandlung gefällt. In seiner Urteilsbegründung erklärte der Richter Norbert Hofer, die verstorbene 33-Jährige sei „Galaxien“ vom alpinistischen Können des Salzburgers entfernt gewesen. Sie habe sich in dessen „Obhut“ begeben und sei davon ausgegangen, dass er die „Verantwortung“ für sie übernehme.Der frühere Extrem-Bergsteiger Reinhold Messner wies im Interview mit WELT TV darauf hin, dass Bergsteigen grundsätzlich mit persönlichem Risiko verbunden sei. „Was wir tun, ist erstens egoistisch, zweitens eine Dekadenzerscheinung der letzten 200 Jahre“, sagte er. Der traditionelle Alpinismus sei daraus entstanden, dass Menschen bewusst Gefahren in Kauf nähmen.„Das Bergsteigen hat zu tun mit Eigenverantwortung. Jeder und jede hat für sich die Verantwortung“, ergänzte Messner. Lesen Sie auchDer 37-Jährige hatte vor dem Richter gesagt, es täte ihm „unendlich leid“, und beteuerte, er habe seine Freundin „geliebt“. Zudem betonte der Angeklagte mehrfach, über „keinerlei Alpin-Ausbildung“ zu verfügen und somit keinesfalls in der Rolle des Bergführers gewesen zu sein.Lesen Sie auchDie beiden waren nach seinen Angaben im Januar 2025 auf dem Großglockner, dem höchsten Berg Österreichs, in eine „Ausnahmesituation“ geraten, wie APA weiter berichtete. Er habe in Absprache mit ihr den Abstieg auf die Adlersruhe gewagt. Als er noch einmal umkehren wollte, habe sie ihn weggeschickt und damit sein Leben gerettet.Die Staatsanwaltschaft warf dem Mann vor, er habe seine Partnerin in der Nacht „schutzlos, entkräftet, unterkühlt und desorientiert“ knapp unterhalb des 3798 Meter hohen Gipfels zurückgelassen. Aus Sicht des Anklägers beging der Alpinist eine Reihe schwerer Fehler.Reinhold Messner äußerte sich zur heutigen Entwicklung des Bergsports kritisch und betont, dass nicht jede Bergtour automatisch als extremes Bergsteigen gelte. Die Unternehmung am Großglockner falle für ihn nicht in diese Kategorie. „Wir gehen freiwillig und wohlbewusst dorthin, wo wir umkommen könnten, um nicht umzukommen“, sagte er. Die Kunst bestehe darin, trotz dieser Gefahr zu überleben. „Was am Everest passiert, ist Tourismus. Was am Großglockner bei normalen Verhältnissen passiert, ist Tourismus“, sagte er.
Tod am Großglockner: Reinhold Messner spricht von „Dekadenzerscheinung“ - WELT
Sie starb knapp vor dem Gipfel, allein und entkräftet: Nach dem Tod einer Bergsteigerin am Großglockner wird ihr Partner wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Reinhold Messner betont im Interview mit WELT TV das Risiko des Bergsteigens.












