PfadnavigationHomeRegionalesNiedersachsen & BremenMänner unter sich - Wenn Frauen ausgeschlossen werdenVeröffentlicht am 13.02.2026Lesedauer: 3 MinutenBei der Schaffermahlzeit wurden jahrhundertelang nur Männer als Gäste eingeladen. (Archivbild)Quelle: Sina Schuldt/dpaJahrhundertelang waren Frauen bei vielen Traditionsfesten außen vor. Wie sich das langsam ändert – und wo männlicher Widerstand bestehen bleibt.Silberbesteck, dunkle Anzüge, große Namen aus Wirtschaft und Politik: Wenn im Bremer Rathaus zur Schaffermahlzeit geladen wird, geht es nicht nur ums Essen, sondern auch ums Netzwerken. Seit 1545 besteht das Fest, bei dem sich Kaufleute und Gäste aus dem In- und Ausland treffen. Über Jahrhunderte war es ein Brudermahl, bei dem Frauen draußen bleiben mussten.Erst seit dem Jahr 2015 werden Frauen regulär als Gäste eingeladen. 2023 gab es erstmals eine Schafferin - sie gehörte damit zu der kleinen Gruppe von Schaffern, die das traditionsreiche Mahl vorbereitet und bezahlt. Eine alte Regel fiel.Noch heute gibt es in Deutschland Männerbünde, die sich auf ihre Geschichte berufen und Frauen keinen Zugang zu ihren Veranstaltungen oder Vereinen gewähren. Auch ein Blick nach Niedersachsen und Bremen zeigt: Manche Türen öffnen sich, andere bleiben verschlossen.Aus Tradition männlichViele Schützenvereine haben ihre Satzungen inzwischen geändert. Frauen schießen mit, werden Schützenköniginnen, übernehmen Ämter. Aber nicht überall ist das so. In manchen Vereinen heißt es weiterhin: Mitglied wird nur, wer männlich ist.So ist es auch bei der Wildeshauser Schützengilde. Die Gemeinschaft besteht seit 1403. Zweck ist «die Heimatpflege, die Pflege des traditionellen Brauchtums, sowie des Schießens in der althergebrachten Form des Vogelschießens», wie es in den Statuten heißt.Das wirkt sich auch auf die nächste Generation aus: Beim Kinderschützenfest der Wildeshauser Schützengilde dürfen nur Jungs schießen. Mädchen ist es nicht erlaubt. Auf der Generalversammlung der Gilde im Februar 2025 wurde ein Antrag, das Kinderschützenfest zu öffnen, mehrheitlich von den Mitgliedern abgelehnt - mit Verweis auf die Tradition.BurschenschaftenNicht nur auf dem Schützenplatz, auch an Hochschulen gibt es bis heute reine Männerzirkel. Laut Definition der Bundeszentrale für politische Bildung sind Burschenschaften national-konservative Studentenverbindungen, die fast alle ausschließlich Männer aufnehmen.