PfadnavigationHomePolitikDeutschlandVor Münchner Sicherheitskonferenz„Die Russen machen sich lustig“ – Ischinger sieht Europa nicht ernst genommenVeröffentlicht am 12.02.2026Lesedauer: 2 MinutenVor dem Beginn der Münchner Sicherheitskonferenz am kommenden Wochenende warnen Experten im Munich Security Report 2026 vor wachsender Zustimmung für eine um sich greifende „Politik mit der Abrissbirne“.Wolfgang Ischinger mahnt vor der Münchner Sicherheitskonferenz zu mehr europäischer Geschlossenheit im Umgang mit Russland. Aktuell würden die Europäer nicht ernst genommen. Die handelnden Personen müssten imstande sein, von Beschwörungsformeln zu Entscheidungen überzugehen.Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz Wolfgang Ischinger hat vor dem Beginn der Konferenz in der bayerischen Landeshauptstadt für mehr europäisches Selbstbewusstsein geworben. „Europa muss mit einer Stimme sprechen, seine Rüstungsbemühungen konsolidieren und hoffentlich perspektivisch das Einstimmigkeitsprinzip in der Europäischen Union abschaffen, um handlungsfähiger zu werden“, sagte Ischinger im Interview mit dem Nachrichtenportal t-online. „Die Agenda ist klar. Hoffentlich sind die handelnden Personen imstande, von Beschwörungsformeln, von denen wir jetzt genügend gehört haben, zu Entscheidungen überzugehen. München wäre ein passender Ort dafür.“ Er ergänzte: „Die Europäer haben den Schuss gehört. Sie wollen nicht permanent auf der Reservebank sitzen.“Lesen Sie auchMehr europäische Geschlossenheit sei laut Ischinger vor allem im Umgang mit Russland notwendig. „Wir werden nicht ernst genommen – und das ist die bittere Erkenntnis. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron etwa schickt seinen außenpolitischen Berater nach Moskau. Die Russen machen sich lustig“, erklärte er. Das Beispiel zeige: „Die russische Seite will aktuell offensichtlich nicht mit uns reden. Deshalb hat Bundeskanzler Friedrich Merz recht, wenn er sagt, dass darin aktuell kein großer Gewinn für uns liege. Das ist natürlich ein bestürzender Befund.“Ischinger lehnt deutsche Atombombe abEr fordere zwar mehr sicherheitspolitische Autonomie der Europäischen Union, aber eine deutsche Atombombe lehne er ab, sagte Ischinger. „Damit würde Deutschland seine eigenen völkerrechtlichen Verpflichtungen brechen: den Nichtverbreitungsvertrag und den Zwei-plus-Vier-Vertrag. Das könnte Verwerfungen in Europa auslösen und die nukleare Nichtverbreitung als Prinzip schwer erschüttern.“Er erklärte weiter: „Statt geschlossen gegen Russland vorzugehen, könnten unsere Nachbarn versuchen, Gegengewichte zu Deutschland aufzubauen. Solange nicht alle anderen Optionen ausgeschöpft sind, hielte ich das für einen schweren Fehler.“saha