PfadnavigationHomeRegionalesRheinland-Pfalz & SaarlandBlick in die Zukunft? Was Wahlumfragen sagen und was nichtVeröffentlicht am 09.02.2026Lesedauer: 4 MinutenUmfragen sollen die Stimmungen in der Wählerschaft einfangen. Das hat allerdings Grenzen. (Symbolbild)Quelle: picture alliance / Bernd Weißbrod/dpaDie SPD in Rheinland-Pfalz hat sich mächtig darüber gefreut, in einer Umfrage aufgeholt zu haben. Doch Vorsicht: Die Aussagekraft solcher Ergebnisse hat Grenzen. Was zu bedenken ist.Je näher eine Wahl rückt, desto mehr wird auf Umfragen geschaut. Welche Partei legt zu, welche ist im Abwärtstrend, welche Koalitionen sind denkbar? In Rheinland-Pfalz ist das nicht anders, gute sechs Wochen vor der Landtagswahl am 22. März steigt bei Politikern und Wahlkampfstrategen der Puls. Doch was kann aus Umfragen herausgelesen werden und was nicht?Grundsätzlich könnten mit Umfragen keine Wahlergebnisse prognostiziert werden, erklärt Marcus Maurer, Professor für Politische Kommunikation am Institut für Publizistik der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität. Es werde lediglich gemessen, wen Menschen in einem Augenblick wählen würden.Viele Wählerinnen und Wähler entscheiden sich kurzfristigDaraus auf die finale Entscheidung zu schließen, wird immer gewagter, denn Menschen legen sich heutzutage zu einem großen Teil sehr kurzfristig fest. Etwa 10 bis 15 Prozent der Wählerinnen und Wähler träfen erst am Wahltag eine Entscheidung, sagt Maurer. «Deswegen kann eine Umfrage auch mal ganz anders aussehen als später das Wahlergebnis.»Bei Landtagswahlen kommt für Thorsten Faas, Politikwissenschaftler an der Freien Universität Berlin, noch dazu, dass Menschen realistischerweise erst wenige Wochen vorher anfangen, sich damit zu beschäftigen. Umfragen zu Landtagswahlen spiegelten lange Zeit bundespolitische Eindrücke wider und würden erst in den Wochen vor der Wahl wirklich bundeslandspezifisch.Auch die statistischen Fehler dürften nicht vergessen werden, sagt Maurer.