PfadnavigationHomeRegionalesSachsenUmfrage: Die fünf größten Bremsen für Sachsens WirtschaftVeröffentlicht am 04.02.2026Lesedauer: 4 MinutenHohe Arbeitskosten und schwache Nachfrage belasten laut einer Umfrage von Sachsens Industrie- und Handelskammern die Wirtschaft. (Symbolbild)Quelle: Jan Woitas/dpaSteigende Löhne, teure Energie, lähmende Bürokratie: Sachsens Firmen schlagen Alarm. Welche Dinge die Konjunktur im Freistaat nach Ansicht der Wirtschaft besonders bremsen.Es herrscht Krisenstimmung in Sachsens Wirtschaft. Die Unternehmen klagen über eine schwache Konjunktur, schwierige Standortbedingungen und zu wenig Impulse aus der Politik. Die gemeinsame Konjunkturumfrage der sächsischen Industrie- und Handelskammern zeigt: Nur 14 Prozent der Firmen erwarten bessere Geschäfte, 26 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung. Der IHK-Geschäftsklimaindex steigt nur leicht auf 99 Punkte, ist aber aus Sicht der Kammern aber «kein Signal des Aufbruchs». Beteiligt an der Umfrage haben sich 1.760 Betriebe aus Industrie, Bau, Handel, Dienstleistungen, Verkehr sowie Gast- und Tourismusgewerbe mit rund 82.000 Beschäftigten.Das sind der Befragung zufolge die fünf größten Bremsklötze für Sachsens Wirtschaft:1. Steigende Arbeitskosten sind meistgenannter Risikofaktor:Die Entwicklung der Arbeitskosten ist laut Befragung der aktuell meistgenannte Risikofaktor - besonders in Branchen wie dem Gast- und Tourismusgewerbe und dem Verkehrssektor. Der Leipziger IHK-Hauptgeschäftsführer Fabian Magerl sprach von Lohnnebenkosten, die sich zunehmend zum Standortnachteil entwickelten, und mahnte: «Jeder Cent Gehalt muss erwirtschaftet werden durch die Erträge. Und wenn die Erträge runtergehen und gleichzeitig aber die Löhne weiter steigen, hat das natürlich volkswirtschaftliche Auswirkungen.» Die Mindestlohnerhöhungen verschärften den Kostendruck weiter. Nach Einschätzung der Kammern trifft das vor allem mittelständische Betriebe, die nach Jahren der Krise nur noch geringe Reserven haben.2. Schlechtes Konsumklima und schwache Nachfrage drückt Erträge:Die schwache Nachfrage im Inland stufen 58 Prozent der Unternehmen als eines der größten Risiken ein. Laut Umfrage melden 38 Prozent der Betriebe Umsatzrückgänge, nur 29 Prozent berichten von Zuwächsen; 45 Prozent sehen ihre Ertragslage verschlechtert. Magerl machte deutlich, wie eng die Sektoren zusammenhängen: Das Gastgewerbe könne nur dann gut laufen, «wenn es auch genügend Menschen gibt, die nicht jeden Cent zusammenhalten, weil sie Angst haben, dass ihr Arbeitgeber möglicherweise Arbeitsplätze abbauen muss». Die Kammern sehen deshalb nicht nur Industriebetriebe, sondern auch Handel und Tourismus und Einzelhandel von einem verunsicherten Konsumklima ausgebremst.3. Bürokratie und komplizierte Verfahren bremsen Investitionen: