PfadnavigationHomeSportOlympiaOlympisches Dorf„Alles ist super, nur ein Fernseher und Schreibtisch wären schon schön“, sagt der BundestrainerVeröffentlicht am 09.02.2026Lesedauer: 3 MinutenNeun Quadratmeter, zwei Betten, keine Küche, Bad – Skeleton-Bundestrainer Christian Baude in seinem Tiny House im olympischen DorfQuelle: Michael Kappeler/dpaDas olympische Dorf in Cortina d’Ampezzo bietet 1400 Athleten und Betreuern Platz. Sie müssen in den Tiny Houses eng zusammenrücken. Die Bedingungen scheinen aber ideal. Vor allem, weil die italienischen Veranstalter eine große Sorge der Sportler ausgeräumt haben.Es mutet schon kitschig an. Zwischen den kleinen Häusern türmt sich der Schnee einen halben Meter hoch und die Eiszapfen, die an den Dächern gewachsen sind, reichen beinahe bis zum Boden. Pünktlich vor dem Start der Olympischen Winterspiele hat in Cortina d’Ampezzo starker Schneefall eingesetzt und das olympische Dorf, das wenige Kilometer außerhalb des berühmten Wintersportortes in Fiames liegt, in ein Winterwunderland verzaubert. Das IOC hat sich für die Winterspiele Nachhaltigkeit auf die olympische Fahne geschrieben. Im Dorf wird dies wirklich umgesetzt. Die Athleten, Trainer und Funktionäre wohnen in 350 Tiny Houses, die nach den Spielen wieder abtransportiert werden. Sämtliche Häuser sind bereits verkauft und werden unter anderem auf Campingplätzen in Italien eine neue Heimat finden. Das Stück, das zwei Wohnungen und insgesamt 18 Quadratmeter umfasst, kostet um die 90.000 Euro. Mensa, Aufenthaltsräume, Büros und der Empfangsbereich sind in Leichtbau-Hallen errichtet worden. Sie werden direkt nach den Winterspielen abgebaut. Die olympische Familie muss in ihrem Zuhause auf Zeit zusammenrücken. Die Zimmer sind spartanisch. Auf neun Quadratmeter stehen zwei Betten, zwei Nachttische, ein Schrank. Der Handtuchhalter ist der größte Luxus im kleinen Badezimmer. „Die Zimmer sind okay. Ich denke, das reicht vollkommen aus. Es ist warm. Aber man muss sich schon gut mit seinem Zimmerpartner verstehen“, sagt Skeleton-Bundestrainer Christian Baude, der sich das Tiny House mit seinem Assistenten David Lingmann teilt. Lesen Sie auchBaude hat nur einen Kritikpunkt an seiner Unterkunft: „Ein Fernseher und ein Schreibtisch wären schon schön gewesen. Aber es reicht aus.“ So arbeitet der 43-Jährige in seinem Bett sitzend am Laptop.„Alle schwärmen von der Verpflegung“So spartanisch die Zimmer sind, so opulent ist das Essen. War die Verpflegung der Sportler bei vergangenen Olympischen Spielen oft ein Kritikpunkt, erfüllen die Italiener den ihnen vorauseilenden Ruf hier komplett. Pasta, Pizza, Lasagne, Lachs, ein großes Salatbuffet, eine riesige Auswahl an Obst – die große Mensa, die im Zentrum des Dorfes aufgebaut wurde, lässt keine Wünsche offen. „Von der Verpflegung schwärmen alle“, sagt Baude. Für Ablenkung soll die große Halle mit Kicker, Shuffleboard, Fotobox und Piano sorgen – der Hauptsponsor macht es möglich. „Man kriegt einen Tag hier schon rum. Langweilig wird es einem hier nicht. Außerdem sind wir auch zum Arbeiten hier“, sagt Baude. Das Dorf, das 1400 Bewohnern Platz bietet, wird seiner Bezeichnung gerecht – sogar ein Krankenhaus mit integrierter Zahnarztpraxis wurde aufgebaut. Und da bei 16 Tagen Aufenthalt eine Menge Wäsche anfällt, stehen für Trainer, Sportler und Betreuer im Waschcenter Maschinen bereit. Waschen, trocknen und bügeln müssen sie aber selbst.
Olympia 2026: „Alles ist super, nur ein Fernseher und Schreibtisch wären schön“ - WELT
Das olympische Dorf in Cortina d’Ampezzo bietet 1400 Athleten und Betreuern Platz. Sie müssen in den Tiny Houses eng zusammenrücken. Die Bedingungen scheinen aber ideal. Vor allem, weil die italienischen Veranstalter eine große Sorge der Sportler ausgeräumt haben.













