PfadnavigationHomeICONISTModeBranchenexperteSo wurde aus der NFL eine ganz eigene Mode-LigaVeröffentlicht am 28.01.2026Lesedauer: 7 MinutenWeste und Seidenhalstuch? Inzwischen auch in der NFL (hier an DeAndre Hopkins von den Baltimore Ravens) angekommenQuelle: Getty Images/Michael OwensBeim Super Bowl geht es schon lange um mehr als Sport: Spieler modeln und treten bei Fashion Weeks auf. Die NFL hat inzwischen sogar einen eigenen Modestrategen. Hier erklärt Kyle Smith, warum Football und Mode immer enger zusammenrücken – und große Marken längst Teil des Spiels sind.Wenn in der Nacht vom 8. auf den 9. Februar das Finale der NFL angepfiffen wird, ist eine mit Spannung erwartete Show bereits vorbei: der Gang der Spieler durch den sogenannten Tunnel zu den Kabinen. Längst gleicht dieser Weg zum Super-Bowl einem Laufsteg. 2025 beschritt ihn DeVonta Smith im extrem schmalen und knallroten Anzug, Travis Kelce wählte mit Rostrot eine leisere Farbe, kombinierte dazu aber Glitzerhemd und Einblicke in sein Brusthaar, und DeAndre Hopkins erschien im Nerzmantel seines verstorbenen Vaters. Medien – auch dieses – berichten mittlerweile ausführlich, für die „Vogue“ zählt der diesjährige Super-Bowl schon jetzt zu den „größten Sportmomenten der Mode 2026“.Lesen Sie auchDie NFL-Spieler sind mehr als nur Teammitglieder, auch jenseits des Super-Bowl. Stefon Diggs von den New England Patriots stand jüngst mit Gigi Hadid für eine „GQ“-Fotostrecke in Mode von Thom Browne vor der Kamera, modelte für die Marke Ugg, zeigte sich im Pelz-Partnerlook mit seiner Freundin, der Rapperin Cardi B., und war Gast der CFDA-Fashion-Awards in New York. Joe Burrow von den Cincinnati Bengals erschien 2025 bei der New Yorker Met Gala in Gucci, hat mit Anna Wintour einen berühmten Fan aus der Modewelt und wird von seiner Mutter auch mal liebevoll als „fashionista“ bezeichnet.2024 lief Burrow über den Laufsteg der „Vogue World“, wo auch Justin Jefferson von den Minnesota Vikings auftrat. Ja’Marr Chase besuchte 2025 die Pariser Fashion Week und lief bei der „GQ Bowl“-Schau in New Orleans mit CeeDee Lamb, Lucky Blue Smith, Julez Smith über den Laufsteg. Und erwähnter Travis Kelce, der eine eigene Kollektion mit American Eagle herausbringt, sorgt mit Auftritten an der Seite seiner Verlobten Taylor Swift sowieso regelmäßig für Aufsehen – auch in modischer Hinsicht.Diese Beispiele sind nur ein kleiner Auszug aus der langen Liste modebegeisterter NFL-Stars. Die Liga selbst hilft mit wöchentlich aktualisierten Best-Dressed-Listen, den Überblick zu behalten, und informiert auf dem Instagram-Account „NFL Style“ über Mode und Merch. Das alles ist Teil der „Helmets off“-Strategie, bei der die Persönlichkeiten hinter der Spielermontur sichtbar werden sollen. Dieses Ziel treibt ein Mann maßgeblich voran: Kyle Smith. „Wir alle kennen die Spieler in Uniform und mit Helm. Aber wenn sie sich in ihrer Lieblingskleidung, in ihrem eigenen Stil zeigen, erfahren die Fans viel mehr über sie“, sagt Smith. Seit 2022 ist er bei der NFL, anfangs als Social-Media-Stratege mit Fokus auf Mode, seit September 2024 als „NFL fashion editor“. Die wörtliche Übersetzung „NFL-Moderedakteur“‘ greift allerdings zu kurz, denn Smith kuratiert längst nicht mehr nur den Mode-Content der NFL.Er bringt die Spieler auch mit Modegrößen und -marken zusammen, sorgt für Auftritte bei Fashion Weeks und Mode-Events, berät sie bei der Zusammenstellung ihrer Outfits. Die fallen mitunter exzentrisch, mindestens aber überraschend aus: Im November zeigte sich etwa Jonathan Owens von den Chicago Bears mit Kopftuch, 2023 erschien JuJu Smith-Schuster im Rock von Thom Browne beim Super-Bowl. Doch ist dieser modische Wagemut wirklich echt? Wenn er eines über die Sportler gelernt habe, sagt Smith, dann dies: „Sie tun nichts, was sie nicht wollen. Diese Eigenschaft hat sie auch zu Spitzensportlern gemacht.“ Die stilistische Vielfalt, die man im Tunnel sehe – von Trainingsanzügen über Pelzmäntel bis zu Dreiteilern – sei ein Beleg dafür, dass jeder selbst entscheide: „Diese Authentizität macht den Spielertunnel so fesselnd“, ist Smith überzeugt.Lesen Sie auchIn einer Branche mit Millionenpublikum und Millionenverträgen ist es aber natürlich auch wichtig, sich selbst zu einer unverwechselbaren Marke zu machen. Dabei kann Mode helfen. Die optische Einheitlichkeit auf dem Spielfeld dürfte den Hunger nach stilistischen Experimenten und Individualität verstärken. Smith betont noch einen anderen Aspekt: „Mode kann dafür sorgen, dass das Publikum nicht vergisst, dass es letztlich um Menschen geht, die nicht nur ihren Job auf dem Spielfeld machen, sondern auch vielschichtige Persönlichkeiten und eigene Geschichten haben.“Smith legte schon in seinem Studium der Kunstgeschichte den Fokus auf Mode, arbeitete später für Promi-Stylisten wie Karla Welch, machte PR für die Luxusmarke Amiri. Er weiß um die gesellschaftspolitische und ökonomische Macht der Mode und der roten Teppiche, die die Musik- und die Filmindustrie schon lange für sich nutzen. Das Magazin „Business of Fashion“ zählt ihn dann auch zu den 500 einflussreichsten Persönlichkeiten der Modeindustrie.Mode kann dafür sorgen, dass das Publikum
NFL und Mode: Wie Football-Stars zu Stil-Ikonen wurden – „Diese Vielfalt ist kein Zufall“ - WELT
Beim Super Bowl geht es schon lange um mehr als um Sport: Spieler modeln und treten bei Fashion Weeks auf. Die NFL hat jetzt sogar einen eigenen Modestrategen. Hier erklärt Kyle Smith, warum er Football und Kleidung verzahnt – und Kooperationen mit großen Marken längst dazugehören.







