PfadnavigationHomeICONISTTrendsHaare, Make-up, NägelWas bitte ist ein Shullet? Und sechs weitere Beautytrends, mit denen das Jahr beginntVon Sarah BachmannVeröffentlicht am 23.01.2026Lesedauer: 5 MinutenBei den Golden Globes ließen sich bereits erste Trends ablesen – etwa der „Shullet“, hier zu sehen an Schauspieler Connor StorrieQuelle: WireImage/Frazer HarrisonDas Jahr ist noch jung, doch der ästhetische Tonfall steht bereits fest. In der Beautywelt werden erste Trends sichtbar – vom „Shullet“ als zeitgemäße Neuinterpretation vertrauter Stilcodes bis zu minimalistischer Skincare. Strömungen, die 2026 prägen dürften.Stars, Styles, Shullets: Die Golden Globes markieren wie jedes Jahr den inoffiziellen Auftakt der Award-Saison – und fungieren zugleich als Seismograf für Mode- und Beautytrends, die sich in den kommenden Monaten bis in den Mainstream ankommen dürften. Bei der Gala am 11. Januar in Los Angeles ließ sich bereits ein neuer Akzent ausmachen – auf den Köpfen einiger Gäste. Die Rede ist vom „Shullet“.Hinter der Wortneuschöpfung verbirgt sich eine Fusion aus Vokuhila (Mullet) und Shag Cut: ein stark gestufter, bewusst unperfekter Haarschnitt. Präsentiert wurde der Look unter anderem von Hollywood-Newcomer Connor Storrie, Hauptdarsteller der derzeit viel diskutierten Eishockey-Serie „Heated Rivalry“. Charakteristisch sind kürzere Partien am Oberkopf und rund um das Gesicht, kombiniert mit einer längeren, stark durchgestuften Haarpartie im Nacken. Auch Jacob Elordi, seit Jahren bekannt für seine Affinität zum Vokuhila, zeigte sich bei den Golden Globes mit einer Shullet-Variante. Statt streng ausrasierter Seiten setzt er auf weich verlaufende Stufen – deutlich näher an High Fashion als an Surfer-Romantik.Dass der Vokuhila seit einigen Jahren wieder verstärkt in den Salons nachgefragt wird, überrascht kaum: Mode funktioniert zyklisch. Bereits in den 70er- und 80er-Jahren wurde er von Ikonen wie David Bowie wortwörtlich gerockt. Ab 2020 zeigten sich Stars wie Miley Cyrus oder Rihanna mit Mullets. 2026 scheint nun eine weitere Interpretation des Klassikers zu entstehen: weniger radikal, weniger ironisch, dafür deutlich erwachsener.Während der klassische Vokuhila von harten Kontrasten lebt und oft bewusst als Anti-Statement getragen wird, zeigt sich der Shullet subtiler. Er verzichtet auf Extreme, fügt sich mühelos in formellere Kontexte ein – und funktioniert damit sogar zum Anzug. Ein Blick auf den Laufsteg bestätigt diese Entwicklung: Bei der Menswear-Show von Giorgio Armani Mitte Januar dominierten texturierte, weich fallende Frisuren, bewusst weniger streng gestylt.2016 Make-up Parallel dazu zeichnet sich auf Social Media ein weiterer Trend ab, der zwischen Nostalgie und leiser Fremdscham pendelt: Slideshows mit Fotos aus dem Jahr 2016 – jenem Jahr, das für viele junge Erwachsene rückblickend als stilprägend gilt. Pokémon Go, große Pop- und Dancehits, frühe Gen-Z-Teenagerjahre. Neben Choker-Ketten, Skinny-Jeans und Justin-Bieber-Postern gehörte auch ein sehr spezifisches Make-up zur Ästhetik dieser Zeit.Gemeint sind Statement-Looks mit buntem Cut-Crease-Augen-Make-up, bei dem die Lidfalte betont und klar abgegrenzt wird, mattem Nude-Lippenstift und stark definierten Augenbrauen. Dass diese Ästhetik 2026 nicht nur nostalgisch zitiert, sondern tatsächlich wieder als Beauty-Referenz dient, zeigen Stiltreiberinnen wie Selena Gomez oder Dua Lipa, die den Look mit Rückblick-Posts auf Instagram würdigen. „Soft Glam“-LookAuffällig ist dabei vor allem eines: Die aktuellen Beauty-Trends folgen keinem einheitlichen Ideal. Nostalgisch aufgeladene Statement-Looks stehen parallel zu einem bewusst reduzierten, hautnahen Schönheitsverständnis.Zu den prägenden Figuren dieser Ästhetik zählt die New Yorker Make-up-Artistin Nina Park, die mit ihrem zurückhaltenden Ansatz unter anderem für die Looks von Emma Stone, Sadie Sink oder Lily-Rose Depp verantwortlich zeichnet. Der sogenannte „Soft Glam“-Look wird derzeit von zahlreichen Prominenten getragen – und auf TikTok millionenfach imitiert. Parks Post von Emma Stones Golden-Globes-Make-up wurde über 400.000 Mal gelikt, ihr Tutorial zu Mia Goths Look erzielte mehr als 1,6 Millionen Aufrufe auf TikTok. Charakteristisch für diese Ästhetik sind die sogenannten „Blurred Lips“: Die Lippen werden mit einem Lipliner umrandet, die Übergänge anschließend sanft verblendet. Auch der Rest des Make-ups bleibt zurückhaltend. Der Fokus verschiebt sich vom Produkt hin zur Gesichtsstruktur, die sichtbar bleibt, statt überdeckt zu werden. Diese Verschiebung endet nicht beim Make-up.Haartrend „Olsen Tuck“Der sogenannte „Olsen Tuck“ verweist auf Mary-Kate und Ashley Olsen, deren Stil seit den frühen 2000er-Jahren als Chiffre kontrollierter Lässigkeit gilt. Seine ästhetische Prägung erhielt er nicht zuletzt in den Céline-Jahren unter Phoebe Philo – und taucht nun wieder im Streetstyle auf. Gemeint ist nichts anderes, als die Haare scheinbar beiläufig in den Kragen eines Mantels, Rollkragens oder Blazers zu stecken. Der Look wirkt zufällig, ist es aber nur dem Anschein nach. Der Aufwand bleibt unsichtbar, die Wirkung dagegen präzise kalkuliert. Als Gegenentwurf zu den Sleek-Frisuren der vergangenen Jahre rückt der „Olsen Tuck“ Lässigkeit ins Zentrum – statt Kontrolle und Strenge.Warmes Blond bis Asch-GrauAuch bei den Haarfarben setzt sich 2026 der Trend zur Natürlichkeit fort. Während sich bereits 2025 eine Vorliebe für warme Blondtöne abzeichnete, wird diese Entwicklung nun weitergeführt. Nuancen wie „Buttercream Blonde“ bleiben nachgefragt, gleichzeitig zeigt sich eine kühlere Gegenbewegung: Dunkle Haarfarben werden aschiger und erhalten graue Untertöne – wie Star-Stylist Dimitris Giannetos am dunklen Bob von Gigi Hadid zeigt.Minimalistische Skincare – Peptide bis NAD⁺Was sich in den vergangenen Jahren bereits angedeutet hat, setzt sich 2026 konsequent fort: Skincare bleibt ein zentrales Thema – allerdings in deutlich reduzierter Form. Statt vieler Produkte rücken Formeln in den Fokus, die aus der Longevity-Szene bekannt sind: Wirkstoffe wie Peptide und NAD⁺ spielen dabei eine zentrale Rolle. Lesen Sie auchPeptide fungieren als Botenstoffe, die die Produktion von Kollagen und Elastin anregen und die Hautbarriere stärken sollen – sie finden sich mittlerweile in zahlreichen Seren. NAD⁺ wiederum ist ein zentrales Coenzym im Zellstoffwechsel, das zur Energiegewinnung und Reparatur von DNA-Schäden beiträgt. Der Fokus verschiebt sich damit zunehmend auf langfristige Hautgesundheit. Auch von innen soll der Wirkstoff der sichtbaren Hautalterung entgegenwirken. Prominente wie Hailey Bieber oder Kendall Jenner sollen entsprechende NAD⁺-Infusionen regelmäßig nutzen. Die Studienlage zur tatsächlichen Wirksamkeit dieser intravenösen Beauty-Treatments ist bislang allerdings dünn.Cloudy Nail-ArtAuch die vom Pantone Color Institute gekürte Farbe des Jahres 2026 findet ihren Weg in den Beauty-Bereich. Mit „Cloud Dancer“ wurde erstmals ein Weißton zur Trendfarbe ernannt. Laut Pantone steht der milchige Off-White-Ton für beruhigende Einflüsse und leise Selbstbeobachtung – und zeigt sich nun verstärkt auf den Nägeln. In Nail-Art-Posts auf Instagram und Pinterest taucht der minimalistische Farbton immer häufiger auf: von glänzenden Gloss-Maniküren bis hin zu dezenten French-Varianten.Auch wenn das Jahr gerade erst begonnen hat, zeichnen sich bereits klare Linien ab – mal laut, mal zurückhaltend, sichtbar im Streetstyle, auf den Laufstegen und in den sozialen Medien. Während die eine Seite bewusst in der Vergangenheit schwelgt, setzt die andere auf Minimalismus und Nonchalance.
Beauty-Trends 2026: Was bitte ist ein Shullet? 7 Beautytrends, mit denen das Jahr beginnt - WELT
Das Jahr ist noch jung, doch der ästhetische Tonfall steht bereits fest. In der Beautywelt werden erste Trends sichtbar – vom „Shullet“ als zeitgemäße Neuinterpretation vertrauter Stilcodes bis zu minimalistischer Skincare. Strömungen, die 2026 prägen dürften.






