PfadnavigationHomeRegionalesHessenMehrere Pfeiler für Sicherheit in PsychiatrieVeröffentlicht am 19.01.2026Lesedauer: 3 MinutenIn Hessen sind Durchsuchungen nicht explizit vorgesehen. (Archivbild)Quelle: Sebastian Gollnow/dpaWie sollen Gewalt und Aggressionen in Psychiatrien verhindert werden? Ein Experte nennt mehrere Strategien.Die Polizei wird in die geschlossene Psychiatrie des Universitätsklinikums Gießen gerufen. Ein Patient soll mit einem kleinen sogenannten Scheckkartenmesser gedroht haben. Nach dem Stand der Ermittlungen ziehen die Beamten in letzter Konsequenz ihre Waffen und schießen. Der Patient wird tödlich getroffen. Aber wie konnte er im Besitz eines Messers sein und wie ist das Vorgehen in einer solchen Abteilung?Wie sind Durchsuchungen von Patienten geregelt?Nach den Worten des Facharztes für Psychiatrie und ärztlichen Direktor des Vitos-Klinikums Gießen-Marburg, Michael Franz, sind die Gesetze für die Hilfe für psychisch Kranke Ländersache. Während in einigen Ländern Durchsuchungen explizit geregelt seien, um die Ziele der Unterbringung und die Sicherheit zu gewährleisten, sei dies für Hessen darin nicht wörtlich genannt. Dies werde in der Praxis von Gefahr im Verzug abgeleitet, die jeweils situativ abgeschätzt werden müsse, so Franz. Vitos ist nach eigenen Angaben der größte Anbieter für die ambulante, teil- und vollstationäre Behandlung psychisch kranker Menschen in Hessen.Wie kann man Eskalationen verhindern?«Das ist sehr unterschiedlich und richtet sich nach der jeweiligen individuellen Situation», sagt Franz. Es gebe Deeskalationsstrategien, die regelmäßig trainiert und geschult würden. Das Gleiche gelte für Gewaltprävention und Krisenintervention. Zudem gebe es Räume mit reduzierter Verletzungsgefahr, in denen sich Patienten aufhalten könnten. «Strukturierte Risikoeinschätzungen bei Aufnahme und deren regelmäßige Fortführung unterstützen individuelle Sicherungspläne, inklusive Deeskalationsstrategien.» Zudem würden Notruf- und Alarmierungssysteme genutzt.«Zwangsmaßnahmen werden so sparsam wie möglich eingesetzt und gesetzeskonform dokumentiert», sagt Franz. Einwilligungen würden, wo immer möglich, eingeholt und bevorzugt, genauso wie individuelle Lösungen zur Deeskalation. Es gebe eine Schnittstelle zur Polizei, die bei Bedarf Hilfe leiste. Dies habe bislang gut funktioniert.Wann gilt eine Station als geschlossen?Sie gelte als geschlossen, wenn ihre Tür nicht durch Patienten oder Besucher geöffnet werden könne. «In offenen Stationen ist dies möglich. Sollte