PfadnavigationHomeSportFußball2. BundesligaHertha gegen Schalke21 verletzte Polizisten – Gewalt und Protest überschatten Spitzenspiel in BerlinVeröffentlicht am 17.01.2026Lesedauer: 3 MinutenDas Zweitliga-Topspiel zwischen Hertha BSC und Schalke 04 endete torlos. Ausschreitungen überschatteten die Partie. Eine erste Bilanz zeigt: 21 verletzte Polizisten und 31 verletzte Hertha-Fans.Hertha BSC hatte gegen Schalke 04 beste Siegchancen, scheiterte aber reihenweise an Torwart Loris Karius. Dass die Fans frühzeitig das Stadion verließen, hatte jedoch andere Gründe. Das Topspiel der 2. Liga wurde von massiven Fan-Ausschreitungen überschattet.Überschattet von massiven Zwischenfällen von Anhängern mit der Polizei hat Hertha BSC einen Sieg im Topspiel der 2. Fußball-Bundesliga leichtfertig verschenkt. Gegen Spitzenreiter FC Schalke 04 zeigten die Berliner einen couragierten Auftritt zum Start in die Rückrunde – vergaben aber zahlreiche gute Möglichkeiten. Durch das 0:0 konnte die Hertha die Lücke zu den Aufstiegsrängen nicht entscheidend verringern. Schalke baute seinen Vorsprung als Tabellenführer zumindest bis zu den Sonntagsspielen auf vier Punkte aus. Große Fußball-Feststimmung kam im Olympiastadion allerdings nicht auf. Die aktiven Fan-Szenen beider Vereine protestierten mit kollektivem Schweigen gegen einen aus ihrer Sicht unverhältnismäßigen Einsatz der Sicherheitskräfte. Laut Polizei war es vor dem Stadion zu Übergriffen von Hertha-Fans auf Polizisten gekommen. Abonnieren Sie WELTMeister bei Spotify, Apple Podcasts oder direkt per RSS-Feed.„Am Stadioneingang zur Ostkurve sollen Kolleg. nach Beleidigungen von vermummten Fans u.a. mit Absperrgittern beworfen und mit Schlagwerkzeugen attackiert worden sein“, teilte die Berliner Polizei auf dem Portal X kurz nach der Partie mit. „Aufgrund der Gewalt- und Bedrohungslage war es zum Schutz der Einsatzkräfte und unbeteiligter Zuschauenden notwendig, Pfefferspray gegen größere Gewalttätergruppen einzusetzen.“Lesen Sie auchWegen des Verdachts der Beleidigung, der gefährlichen Körperverletzung und wegen des Verdachts des besonders schweren Falls des Landfriedensbruchs seien mehrere Personen festgenommen worden, hieß es weiter. „Die Ermittlungen und Auswertungen unserer Beweismittel und Aufnahmen dauern an.“ Eine erste Bilanz: 21 verletzte Polizisten und 31 verletzte Hertha-Fans, vornehmlich durch den Einsatz von Pfefferspray und zahlreiche Anzeigen wegen Beleidigung und schweren Landfriedensbruchs, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Lorius Karius rettet mehrfachPeter Görlich, Geschäftsführer von Hertha, kündigte nach dem Abpfiff eine intensive Aufarbeitung der Vorfälle an. „Dieses Spiel hätte einen Support verdient. Dieses Spiel hätte tatsächlich im weiten Rund volle Plätze verdient. Das ist sehr schade, aber es geht ans Aufarbeiten und wir werden die Faktenlage zusammentragen und dann anständige Antworten geben und uns auch dementsprechend positionieren“, sagte Görlich, der sich nun mit dem Vereinspräsidium des Berliner Fußball-Zweitligisten um Präsident Fabian Drescher beraten, aber auch Gespräche mit Fanvertretern, der Polizei und auch der Politik führen will. Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) war bei dem Spiel im Stadion, man stehe in Kontakt, berichtete Görlich. Auf dem Rasen waren die Berliner das aktivere Team, trotz der diversen Infekte, bei wichtigen Spielern unter der Woche. Kapitän Fabian Reese saß zunächst auf der Bank. Torwart Tjark Ernst fehlte hingegen komplett und wurde durch Marius Gersbeck vertreten.Im Mittelpunkt stand aber immer wieder sein Schalker Torwartkollege Loris Karius. Marten Winkler scheiterte in der 7. Minute aus spitzem Winkel am Schlussmann. Wenig später setzte Michael Cuisance einen Schlenzer über das Tor. Weniger Minuten vor der Halbzeit war es wieder Winkler, der den Ball nicht über Karius lupfen konnte. Auch im zweiten Abschnitt änderte sich an der offensiven Hertha-Strategie nichts. Es fehlte aber bei teilweise wilden Szenen im Schalke-Strafraum am Überblick. Die dickste Chance vergab Luca Schuler, der nach einem Sololauf den Pfosten traf (67.). Auch der eingewechselte Reese (80.) kam an Karius, der per Hechtsprung rettete, nicht vorbei.lwö/dpa