PfadnavigationHomePodcastsInside USAPodcast zur US-PolitikMachtpoker im Eis – wie weit geht Trump in der Grönlandfrage?Veröffentlicht am 15.01.2026Lesedauer: 3 MinutenQuelle: Evgeniy Maloletka/AP/dpaNach dem Angriff auf Venezuela nimmt Donald Trump sein nächstes Ziel in den Blick: Grönland. Die Bevölkerung fühlt sich übergangen, diplomatische Spannungen nehmen zu – und Europa steht vor einer schwierigen Entscheidung.Am Mittwoch nun trafen die Außenminister von Dänemark und Grönland auf Marco Rubio und J.D. Vance. WELT-Korrespondentin Stefanie Bolzen ordnet das Treffen und die allgemeine Lage ein. Und WELT-Redakteurin Lara Jäkel berichtet aus der grönländischen Hauptstadt Nuuk darüber, wie die Grönländer selbst über Trumps Drohungen denken.

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Hier bekommen Sie einen ersten Eindruck von der Folge:In der aktuellen Folge von „Der Amerika-Effekt“ geht es um die neu entfachte Debatte rund um Grönland – und warum die größte Insel der Welt plötzlich wieder ins Zentrum geopolitischer Interessen rückt.Donald Trump forderte bereits während seiner ersten Amtszeit, Grönland möge Teil der Vereinigten Staaten werden. Seit einem militärischen Eingriff in Venezuela Anfang Januar 2026 hat sich seine Rhetorik weiter verschärft. Aus Washington ist zu hören, Grönland sei „unverzichtbar für die nationale Sicherheit“. Die USA verfügen zwar bereits über militärische Infrastruktur auf der Insel – doch Trump pocht auf vollständige Kontrolle. Dabei droht er offen mit einer möglichen militärischen Eskalation.Grönlands Bevölkerung reagiert mit SorgeVor Ort ist die Verunsicherung groß. Die Bevölkerung fühlt sich in ihrer Selbstbestimmung bedroht – Erinnerungen an die koloniale Vergangenheit unter dänischer Herrschaft werden wach. Der Ton, den Trump anschlägt, wird als entmenschlichend empfunden. Von einem „Immobilien-Deal“ ist die Rede – nicht von einer Heimat mit 57.000 Menschen. Der Versuch einzelner US-Akteure, junge Grönländer mit Geld zu beeinflussen, hat zusätzlich das Vertrauen erschüttert.Gleichzeitig zeigt sich: Ein Interesse an einer engeren Kooperation mit den USA wäre durchaus vorhanden – jedoch nur unter Wahrung der Autonomie. Derzeit jedoch dominiert das Gefühl, übergangen zu werden.Dänemark und Europa in diplomatischer ZwickmühleDie dänische Regierung sowie Grönlands Außenministerium haben in Washington deutlich gemacht: Ein Verkauf oder eine Abtretung Grönlands steht nicht zur Debatte. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe soll nun klären, wie Sicherheitsinteressen gewahrt werden können – ein symbolischer Schritt, aber kein politischer Durchbruch.Im US-Kongress wächst unterdessen der Widerstand. Demokratische wie republikanische Senatoren fordern eine Begrenzung der exekutiven Befugnisse des Präsidenten. Auch europäische Stimmen mehren sich – doch echte Handlungsmöglichkeiten fehlen.Wie real ist also Trumps Vorstoß? Und was bedeutet das für die sicherheitspolitische Zukunft der Arktis?