PfadnavigationHomeDebatteArtikeltyp:MeinungLeo XIV.Das Zeichen des Papstes an die deutschen KatholikenVon Theo HoenhorstVeröffentlicht am 17.01.2026Lesedauer: 2 MinutenPapst Leo XIV. am Samstag im VatikanQuelle: REUTERS/Ciro De LucaLeo XIV. hat überraschend deutsche Kritiker des Synodalen Weges zu einer Privataudienz in Rom empfangen. Damit sendet er ein bemerkenswertes Zeichen an die Katholiken in Deutschland.Das erste Mal in seinem Pontifikat hatte Papst Leo XIV. alle seine Kardinäle nach Rom eingeladen. Die Herren in Rot traten im Vatikan zusammen, um im sogenannten Konsistorium – der Vollversammlung der Kardinäle aller Länder – die großen Fragen der Kirche zu besprechen. Auf der Tagesordnung standen zwei Themen: die Verkündigung des Glaubens in der heutigen Zeit und die Synodalität. Für die deutschen Vertreter des Synodalen Weges, die schon seit Jahren mit ihren Forderungen teils offen gegen Rom rebellieren und Grundsätze der katholischen Kirche infrage stellen, wird das kaum ein Grund zur Freude gewesen sein. Denn unter den Gästen, die der Papst vor dieser Versammlung empfing, waren ausgerechnet drei Katholiken, die dem deutschen Sonderweg sehr kritisch gegenüberstehen – während sich die Vertreter des Zentralkomitees der deutschen Katholiken schon seit längerem darüber beschweren, vom Papst nicht gehört zu werden.Lesen Sie auchEs handelte sich um Franziska Harter, Chefredakteurin der konservativen katholischen Zeitung „Die Tagespost“, den Publizisten Bernhard Meuser, Gründer der katholischen Initiative „Neuer Anfang“, sowie den Theologen Martin Brüske. Die Umstände sind bemerkenswert. Die drei Audienzgäste hatten eigentlich nur um die „prima fila“, also um Plätze bei einer Generalaudienz, gebeten. Man wollte dem Pontifex eine Zusammenstellung von Briefen überreichen, in denen Gläubige aus Deutschland ihre persönliche Sorge um den eingeschlagenen Weg der Katholischen Kirche hierzulande ausdrücken. Dass es dann sogar eine Privataudienz von 20 Minuten wurde, kam überraschend. Im aktuellen kirchenpolitischen Kontext ist das durchaus brisant.Bloß keine zweite ReformationDie drei Audienzgäste sprachen mit dem Papst über diejenigen deutschen Katholiken aus der breiten kirchlichen Mitte, die sich der Weltkirche verbunden und daher ungehört fühlen. Die explizite Ermutigung, die Leo XIV. ihnen mitgab, empfinden sie zu Recht als Signal für ihre weitere Arbeit. Der Papst wolle keine Kirche der Funktionäre, sagen sie, er wolle verhindern, dass es zu einer zweiten Reformation kommt, die von deutschem Boden ausgeht.Lesen Sie auchDer Pontifex zeigte beim Konsistorium ein feines Gespür für den Zustand der Kirche. In seiner Ansprache an die Kardinäle erinnerte er an die Herkunft des Wortes Konsistorium – consistere, lateinisch für Halt machen: „Wir sind nämlich nicht hier, um ‚Agenden‘ – persönliche oder von einzelnen Gruppen – voranzubringen“, sagte Leo XIV. Man darf davon ausgehen, dass die Befürworter des deutschen Synodalen Weges die gesendeten Zeichen aus Rom verstehen werden.
Papst Leo XIV.: Bemerkenswertes Zeichen an die deutschen Katholiken - WELT
Leo XIV. hat überraschend deutsche Kritiker des Synodalen Weges zu einer Privataudienz in Rom empfangen. Damit sendet er ein bemerkenswertes Zeichen an die Katholiken in Deutschland.







