PfadnavigationHomePanoramaSexuelle Übergriffe„Jeder Vorfall ist einer zu viel“ – Wehrbeauftragter fordert deutliche KonsequenzenVeröffentlicht am 09.01.2026Lesedauer: 2 Minuten„Wer die Würde anderer verletzt, hat in unserer Bundeswehr keinen Platz“, sagt OtteQuelle: Kay Nietfeld/dpaNachdem Fälle sexuellen Fehlverhaltens unter den Fallschirmjägern gemeldet worden sind, fordert der Wehrbeauftragte des Bundestages, Henning Otte, deutliche Konsequenzen. Sämtliche Truppen-Angehörigen müssten „mit Respekt, Würde und Sicherheit ihren Dienst leisten können“.Der Wehrbeauftragte des Bundestages verlangt ein konsequenteres Vorgehen bei sexuellen Übergriffen in der Bundeswehr. „Wer die Würde anderer verletzt, hat in unserer Bundeswehr keinen Platz. Jeder Vorfall ist einer zu viel“, erklärte Henning Otte gegenüber dem „Focus“. Hintergrund sind die laufenden Ermittlungen zu Missständen in der Fallschirmjägertruppe. Dort waren Soldaten unter anderem durch Fehlverhalten ihren Kameradinnen gegenüber aufgefallen, Vorgesetzte sollen Vergewaltigungsfantasien geäußert haben.Die Bundeswehr hat nach Ermittlungen nach eigenen Angaben inzwischen mehrere Soldaten entlassen und weitere Konsequenzen angekündigt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 19 Soldaten. Neben sexualisiertem Fehlverhalten und Rechtsextremismus und geht es demnach auch um Gewaltrituale und Drogen. „Wir brauchen weiterhin eine Truppe, in der alle Angehörigen mit Respekt, Würde und Sicherheit ihren Dienst leisten können“, sagte Otte weiter. Das sei nicht nur eine Frage des Rechts, sondern eine „Frage der Haltung“. „Betroffene Soldatinnen und Soldaten müssen darauf vertrauen können, dass sie nicht allein gelassen, nicht stigmatisiert, sondern ernst genommen werden. Jeder Vorfall sexualisierten Fehlverhaltens muss aufgeklärt und geahndet werden.“Verärgert zeigte sich Otte darüber, dass eine lange angekündigte Studie über Ausmaße sexueller Übergriffe in der Bundeswehr weiterhin auf sich warten lässt. „Die von meiner Vorgängerin im Amt bereits vor mehr als einem Jahr empfohlene Dunkelfeldstudie, die vom Verteidigungsministerium daraufhin in Auftrag gegeben worden war, liegt noch immer nicht vor. Eine fundierte Analyse ist jedoch unerlässlich, um gezielte und wirksame Präventionsmaßnahmen zu entwickeln.“Lesen Sie auchTrotz steigender Anzahl gemeldeter Vorfälle von Verstößen gegen die sexuelle Selbstbestimmung – auch aufgrund erhöhter Sensibilität und Transparenz in der Truppe – sei Otte zufolge weiterhin von einer Dunkelziffer auszugehen.doli