PfadnavigationHomePolitikDeutschlandStromausfallBrandanschlag in Berlin – „Verurteile, dass die Linkspartei erklärt hat: Das ist nicht links“Veröffentlicht am 06.01.2026Lesedauer: 5 MinutenBerlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hat Kritik am Krisenmanagement im Umgang mit dem anhaltenden Stromausfall im Südwesten der Hauptstadt zurückgewiesen. Sehen Sie hier Sprangers Statement an Tag vier des Blackouts.Die Kritik, Berlin sei zu schlecht auf Katastrophen wie einen Blackout vorbereitet, hält Innensenatorin Iris Spranger für überzogen. Dies hatte unter anderem der Landesrechnungshof moniert. Der Regierende Bürgermeister Wegner erklärt, warum er nicht gleich vor Ort war.Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hat Kritik am Krisenmanagement im Umgang mit dem anhaltenden Stromausfall im Südwesten der Hauptstadt zurückgewiesen. „Wir haben sofort angefangen zu arbeiten, und die Krisenstäbe funktionieren“, sagte sie.Zur Kritik im jüngsten Jahresbericht des Landesrechnungshofs sagte sie, diese sei inzwischen überholt. Der Bericht sei Ende November veröffentlicht worden. „Er betrifft den Zeitraum 2023 und 2024“, sagte Spranger. „Die Behörden haben in kürzester Zeit das nachgeholt, was in über 30 Jahren vernachlässigt wurde.“Der Landesrechnungshof hatte moniert, die Berliner Katastrophenschutzbehörden seien organisatorisch und personell nicht ausreichend auf Katastrophen und Großschadensereignisse vorbereitet. Er bemängelte außerdem ungeklärte Zuständigkeiten.„Wir sind gut ausgestattet“, sagt der BürgermeisterIn der Nacht zum Dienstag seien 3500 weitere Haushalte an das Stromnetz angeschlossen worden. 25.500 von 45.000 seien am Dienstag noch ohne Strom gewesen, sagte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU). Alle 74 Pflegeheime im Gebiet seien mittlerweile wieder versorgt, auch die Supermärkte hätten wieder geöffnet. Mobilfunknetze funktionierten endlich wieder. Bei Hotelübernachtungen für Betroffene sei „nachjustiert“ worden – die Rechnung könne beim Bezirk eingereicht werden, „Berlin übernimmt die Kosten“. Aus Nordrhein-Westfalen seien 36 Notstromaggregate vor Ort, davon 16 bereits im Einsatz. „Wir sind gut ausgestattet“, sagte er. „Wir sind von einem schweren terroristischen Anschlag getroffen worden, von einem linksextremistischen Terroranschlag am Samstag in der Früh“, sagte Wegner bei WELT TV. Auf die Frage, warum er nicht seit Samstagmorgen vor Ort gewesen sei, sagte er, dass er sich erst einmal „ein Lagebild erarbeiten wollte“. „Wenn ich in die betroffenen Gebiete gefahren wäre sofort, hätte ich nicht telefonieren können. Denn dort gab es keinen Mobilfunk. Und ich musste koordinieren, ich musste mir ein Lagebild erarbeiten“, sagte er.„Diese Tat war kein einfacher Brandanschlag. Das war auch nicht eine einfache Sabotage. Es war hohe kriminelle Energie. Man hat Menschenleben gefährdet, von älteren Menschen, von Kindern, von kleinen Kindern. Und dann muss man auch von Terror sprechen“, sagte Wegner. Angesprochen darauf, dass bisher noch kein Täter der seit 2011 operierenden Vulkangruppe gefasst wurde, sagte er: „Der Terror von Linksextremen, der ist zurück in Deutschland, ganz offenkundig. Und das gilt nicht nur für Berlin. Und deswegen dürfen wir hier auch nicht blind sein.“ Man verfolge die Täter und werde den Druck noch einmal erhöhen.Lesen Sie auch„Was ich verurteile und scharf verurteile, ist, dass die Linkspartei ganz offenkundig davon ausgeht, dass dieser Anschlag nichts mit links zu tun hat“, sagte der CDU-Politiker der dpa. „Dass die Linkspartei erklärt hat: Das ist nicht links.“Offenbar sind Pläne für Stromkabel im Internet zu finden. „Das können wir uns als Bundesrepublik Deutschland nicht leisten, dass unsere kritische Infrastruktur so offen dargestellt wird im Internet“, sagte Wegner WELT TV. 99 Prozent der Infrastruktur sei unterirdisch, nur ein Prozent angreifbar, davon sei wiederum Drei Viertel videoüberwacht. Angesichts der Sicherheitslücken beim Schutz der Infrastruktur mahnte der Bürgermeister dringenden Handlungsbedarf an: „Dieses eine Viertel muss jetzt schnellstmöglich nachgerüstet werden.“Innensenatorin Iris Spranger warnte vor Fake News, ohne dabei jedoch konkrete Beispiele zu nennen. „Es kursieren falsche Informationen“, sagte sie. „Hier wird bewusst in Kauf genommen, dass Verunsicherung entsteht.“ Sie rief dazu auf, sich bei offiziellen Quellen zu informieren. Dazu zählten die Senatsverwaltungen, Polizei, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk sowie weitere Hilfsorganisationen und Behörden. „Dieses Stellen informieren laufend und abgestimmt aus einer Hand“, sagte Spranger. „Das ist mir sehr, sehr wichtig.“Lesen Sie auchNach dem Brandanschlag an einer Kabelbrücke im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, zu dem sich eine linksextremistische Gruppierung bekannte, waren am Samstagmorgen im Südwesten Berlins zunächst 45.000 Haushalte und 2200 Unternehmen ohne Strom. Nach Angaben des Betreibers Stromnetz Berlin werden voraussichtlich erst Donnerstagnachmittag alle Haushalte wieder am Netz sein.Die Polizei geht zahlreichen Informationen aus der Bevölkerung nach. Nach Zeugenaufrufen seien Hinweise im „mittleren zweistelligen Bereich“ eingegangen, sagte Polizei-Vizepräsident Marco Langner bei einer Pressekonferenz. Acht davon seien Erfolg versprechend. Auch Hunde im EinsatzNach seinen Angaben gab es sehr umfangreiche Tatortarbeiten. Dabei wurden laut Polizei auch sogenannte Mantrailer-Hunde eingesetzt, die darauf trainiert sind, den Geruch einer Person etwa über ein Kleidungsstück aufzunehmen und der Duftspur zu folgen. Wegen der Großschadenslage sollen ab sofort drei Schwimmbäder (Finckensteinallee, Hüttenweg und Lankwitz) rund um die Uhr für Betroffene zum Duschen kostenfrei geöffnet werden. „Dort können die Menschen hingehen, können duschen“, sagte Spranger. Man könne sich dort auch aufwärmen oder das Handy laden. Zudem wird es eine Essensverteilung etwa am Rathaus Wannsee geben.„Es gibt an der ein oder anderen Stelle noch Optimierungsbedarf“, sagte Wegner bei einem Besuch auf dem Betriebshof des Technischen Hilfswerks (THW) in Berlin-Lankwitz im Gespräch mit Vertretern von THW und Bundeswehr. „Wir müssen auch unsere Strukturen noch mal angucken.“Der CDU-Politiker ließ sich zeigen, wie Soldaten das THW mit einem Tankfahrzeug und Treibstoff unterstützen. Den Diesel braucht das THW zum Betanken von Notstromaggregaten. Wegner versicherte, ihm sei nach dem Brandanschlag bereits am Samstag klar gewesen, dass Berlin die Unterstützung der Bundeswehr brauche, deren Einsatz am Montag begonnen hat. Sein Fazit: „Jetzt läuft's.“Zudem habe die Polizei mehrere Hundert Stunden Videomaterial sichergestellt. Dieses müsse nun ausgewertet werden von der Ermittlungsgruppe, die beim für politische Straftaten zuständigen Staatsschutz der Polizei den Fall bearbeitet. Laut Langner wird überlegt, ob weitere Beamte hinzugezogen werden müssten. Berlins Justiz- und Verbraucherschutzsenatorin Felor Badenberg (CDU) forderte bei WELT TV eine bessere Aufklärung extremistischer Strukturen. 3800 Menschen seien in Berlin der linksextremen Szene zugehörig, 600 gewaltbereit. Ein Brandanschlag in Adlershof, bei dem ein Strommast, der auch Tesla versorgte, beschädigt wurde, sei allerdings einer Gruppe namens Anarchistinnen zuzuordnen. Die Senatorin forderte bessere Ermittlungsbedingungen: „Wir müssen uns ehrlich machen. Die Sicherheitsbehörden sind mit rechtlichen Hürden konfrontiert.“ Konkret nannte sie die Telekommunikationsüberwachung und die IP-Adressen-Speicherung, das benötigen die Sicherheitsbehörden.“dpa/kami/coh
Stromausfall: Brandanschlag in Berlin – „Verurteile, dass die Linkspartei erklärt hat: Das ist nicht links“ - WELT
Die Kritik, Berlin sei zu schlecht auf Katastrophen wie einen Blackout vorbereitet, hält Innensenatorin Iris Spranger für überzogen. Dies hatte unter anderem der Landesrechnungshof moniert. Der Regierende Bürgermeister Wegner erklärt, warum er nicht gleich vor Ort war.







