PfadnavigationHomePanoramaNach KabelbrandLinksextremisten legen Stromnetz in Berlin lahm – Bürgermeister Wegner nennt Tat „inakzeptabel“Veröffentlicht am 04.01.2026Lesedauer: 5 MinutenDer große Stromausfall im Südwesten Berlins ist Folge eines politisch motivierten Anschlags. Wie der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sagte, waren die Täter „offenkundig Linksextremisten“.Der großflächige Stromausfall im Südwesten Berlins wurde laut Regierendem Bürgermeister Kai Wegner von Linksextremisten verursacht. Ein Brand an der Kabelbrücke am Teltowkanal zerstörte fünf Hochspannungskabel.Der große Stromausfall im Südwesten Berlins ist Folge eines politisch motivierten Anschlags. Wie der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sagte, waren die Täter „offenkundig Linksextremisten“. Am frühen Samstagmorgen hatte der Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal zum Kraftwerk Lichterfelde wichtige Leitungen beschädigt. „Es ist inakzeptabel, dass erneut offenkundig Linksextreme unser Stromnetz angreifen und damit Menschenleben gefährden“, sagte Wegner.Ein bei den Behörden eingegangenes Bekennerschreiben mutmaßlicher Linksextremisten zum großen Stromausfall im Südwesten Berlins ist authentisch. Das teilte Innensenatorin Iris Spranger der Deutschen Presse-Agentur mit. „Das ist ein menschenverachtender Angriff auf die Berlinerinnen und Berliner, der Menschenleben mutwillig gefährdet“, so die SPD-Politikerin. Zuvor hatte der für politisch motivierte Straftaten zuständige Staatsschutz der Polizei das Schreiben geprüft. Nach Angaben von Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) ist die Tat vorsätzlich mit Brandsätzen verursacht worden. Es handle sich „eindeutig“ um eine „Vorsatzhandlung“, sagte Giffey am Sonntag in der Bundeshauptstadt. Die betroffene Brücke am Teltowkanal, an der fünf Hochspannungs- und zehn Mittelspannungskabel zerstört worden seien, sei „mit Brandsätzen versehen worden“.Am frühen Morgen hatte ein Brand Leitungen auf einer Kabelbrücke zum Kraftwerk Lichterfelde beschädigt und für einen großflächigen Stromausfall gesorgt. Die Polizei leitete schon am Vormittag Ermittlungen wegen des Verdachts auf Brandstiftung ein.Der Stromausfall könnte nach Einschätzung von Stromnetz Berlin für viele der Zehntausenden Betroffenen bis nächsten Donnerstag dauern. Grund ist der sehr aufwendige Bau von Ersatzleitungen nach dem Brand einer Kabelbrücke über den Teltow-Kanal, wie ein Sprecher mitteilte. Der Netzbetreiber hofft aber, rund 10.000 Haushalte ab Samstagabend aus anderen Netzteilen wieder zu versorgen.Berliner Unternehmen erwarten Millionen-SchädenDer Stromausfall in Berlin betrifft auch Tausende gewerbliche Verbraucher. Die Unternehmen in Berlin erwarten wegen des Stromausfalls in der Hauptstadt schwere wirtschaftliche Folgen. „Wir rechnen mit Schäden in Millionenhöhe an Anlagen und Maschinen und durch hohe Umsatzausfälle“, teilte der Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg (UVB), Alexander Schirp, mit. Der Stromausfall führe zu extremen Belastungen für die Unternehmen. Lesen Sie auchDer Verband hält einen besseren Schutz sensibler Anlagen für nötig. „Der Stromausfall zeigt, dass unsere Infrastruktur nicht ausreichend und zeitgemäß gegen Angriffe und Unfälle geschützt ist“, sagte Schirp. „Das ist ein ernstes Problem und schürt Unsicherheit in der Wirtschaft.“ Es müsse bessere Konzepte für den Schutz und Reaktionspläne für den Krisenfall geben.Kriminaltechniker sichern Spuren am TatortKriminaltechniker untersuchten derweil das Häuschen, zu dem eine Kabelbrücke mit Stromleitungen vom Kraftwerk Lichterfelde auf der anderen Seites des Teltowkanals führen, und das mutmaßlich angezündet wurde.Lesen Sie auchAuch eine Drohne war im Einsatz, um aus der Luft Fotos des Tatorts und der Umgebung zu machen, wie ein Sprecher sagte. Ob die Untersuchungen am Ort bis in den Abend dauern sollten und entsprechend alles ausgeleuchtet werden muss, stand zunächst noch nicht fest.Im Internet bat die Polizei um Unterstützung aus der Bevölkerung: „Sollten Sie Hinweise zu den heutigen Kabelbränden haben oder in den frühen Morgenstunden auffällige Beobachtungen im Bereich der Bremer Straße in Lichterfelde gemacht haben, dann melden Sie sich bitte telefonisch.“ Die Polizei kündigte zudem verstärkte Streifenfahrten in der Dunkelheit an. Man habe rund 300 Polizisten zusätzlich in dem Gebiet im Einsatz. Am Abend und in der Nacht werde man bestimmte Bereiche ausleuchten. Rat- oder hilfesuchende Menschen könnten sich auch an jeden Polizisten wenden, hieß es.Lesen Sie auchDer Strom war am frühen Samstagmorgen in den Stadtteilen Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde ausgefallen. Betroffen waren laut Stromnetz Berlin 45.400 Haushalte und 2200 Gewerbebetriebe. Ursache ist der Brand an der Kabelbrücke zum nahegelegenen Kraftwerk Lichterfelde. Dadurch seien mehrere Hochspannungskabel beschädigt worden.„Aufgrund der entstandenen erheblichen Schäden wird die Reparatur der Kabel sehr lange dauern“, teilte Stromnetz Berlin mit. „Aktuell arbeitet Stromnetz Berlin am Aufbau eines Provisoriums. Wir rechnen mit einer vollständigen Wiederversorgung aller Kundinnen und Kunden bis kommenden Donnerstagnachmittag (8.1.2026).“ Nötig sei umfangreicher Tiefbau und Kabelzug. Dies werde durch das Winterwetter erschwert. Außerdem laufe noch die Spurensicherung am Brandort. Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben wegen des Verdachts der Brandstiftung. Einzelheiten zum Stand der Ermittlungen teilte sie zunächst nicht mit.„Besonders schwerwiegender Stromausfall“„Wir haben es mit einem besonders schwerwiegenden Stromausfall zu tun, der zehntausende Haushalte und Betriebe, darunter auch Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, eine Vielzahl an sozialen Einrichtungen und Unternehmen betrifft“, erklärte Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD). „Die Reparaturarbeiten sind anspruchsvoll und werden durch die Witterung und den Bodenfrost zusätzlich erschwert.“Auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner dringt auf schnelle Aufklärung des Brandes, der den Stromausfall im Südwesten der Hauptstadt verursacht hat. „Der Schutz unserer kritischen Infrastruktur hat für den Senat oberste Priorität“, erklärte der CDU-Politiker. Der massive Stromausfall betreffe sehr viele Menschen, Krankenhäuser und Betriebe und sei für die Betroffenen eine enorme Belastung. „Der Senat setzt alles daran, sie schnellstmöglich wieder mit Energie zu versorgen“, betonte Wegner. Die Verwaltungen arbeiteten im Krisenstab eng zusammen. Geklärt und gelöst werden müsse vor allem, was ältere Menschen und Familien mit kleinen Kindern bräuchten, sowie Personen, die auf elektrische Geräte angewiesen seien.Viele Heizungen funktionieren nicht mehr, Mobilfunk teils gestörtWegen des Stromausfalls funktionieren auch viele Heizungen nicht. Auch der Mobilfunk ist gestört. Im betroffenen Gebiet haben Läden geschlossen, Ampeln sind ausgefallen. Wenn die Lage über Tage andauert, müssen viele Menschen überlegen, ob sie woanders Unterschlupf finden.Feuersprecher Adrian Wentzel sagte: „Es ist ein deutlicher Unterschied zum Sommer: Es wird um 16:00 Uhr dunkel, es wird kalt.“ Die Feuerwehr richte sich auf einen mehrstündigen Einsatz ein, „der sich auch garantiert noch bis in die Morgenstunden mindestens ziehen wird“. Von der Dimension ist der Stromausfall nach Angaben von Stromnetz Berlin vergleichbar mit einem ähnlichen Fall im September im Südosten Berlins, als anfangs 50.000 Kunden betroffen waren. Auch damals zog sich der Stromausfall über Tage hin. Ursache damals war ein politisch motivierter Brandanschlag auf zwei Strommasten. dpa/ceb