PfadnavigationHomePS WELTAuto-NewsWie Städte ihre Straßen zurückerobern wollenKampf gegen der VerkehrskollapsVeröffentlicht am 02.01.2026Lesedauer: 4 MinutenWeltweit ächzen Städte unter Blechlawinen, Staus gehören zum AlltagQuelle: MercedesImmer mehr Städte schränken den Autoverkehr ein – mit sehr unterschiedlichen Strategien. In Berlin könnte ein Volksbegehren zum Testfall für eine neue Mobilitätskultur werden.SP-X/Köln. Weltweit ächzen Städte unter Blechlawinen, Staus gehören zum Alltag, der öffentliche Raum schrumpft zugunsten von Fahrbahnen und Parkplätzen. Der Verkehrsinfarkt ist längst kein Zukunftsszenario mehr, sondern tägliche Realität in vielen Metropolen rund um den Globus. Doch die Städte steuern dagegen – auf ganz unterschiedliche Weise, mit Anreizen und Verboten.

Eine der derzeit radikalsten Ideen zur Verkehrswende findet man ausgerechnet im Autoland Deutschland – auch wenn ihr Erfolg höchst zweifelhaft ist. Im Juni 2025 hat der Berliner Verfassungsgerichtshof die Einleitung des Volksbegehrens „Berlin autofrei“ für zulässig erklärt. Die Initiative, die den privaten Autoverkehr im Bereich der Umweltzone massiv einschränken will, sieht vor, dass jeder Einwohner pro Jahr nur noch zwölf Fahrten mit dem eigenen Auto innerhalb des betroffenen Gebiets unternehmen darf. Ausnahmen sind möglich, etwa für Menschen mit Behinderungen oder Einsatzkräfte. Der Senat hatte das Begehren zunächst abgelehnt, doch das Gericht sah den Schutz von Leben und Gesundheit sowie Umwelt- und Klimaschutz als „überragend wichtige Gemeinwohlziele“ und hielt die Eingriffe für verhältnismäßig. Damit steht Berlin vor einem möglichen Modellversuch, der bundesweit und international Beachtung findet – als konkreter Testfall dafür, wie weit eine Großstadt bereit ist, das Auto zurückzudrängen.