Scorpions-Sänger Klaus Meine blickt zum Jahresende zurück und gleich wieder nach vorn. 2025 ist seine Band 60 geworden, hat sich aber für das neue Jahr viel vorgenommen mit Konzerten in China, Indien und dem Nahen Osten. Ein Gespräch über Zensur, Abenteuer und Auftritte mit israelischer Flagge.Als sich Klaus Meine per Zoom aus seiner Heimatstadt Hannover meldet, trägt er – wie seit Jahrzehnten – seine schwarze Ledermütze, als wäre sie ein Stück seiner Identität. Es ist ein langes Gespräch zum Jahresende, ein Innehalten nach bewegten Monaten, die nicht nur von Höhepunkten geprägt waren: Der Tod von Ozzy Osbourne, dem „Madman“ des Heavy Metal und langjährigen Weggefährten, hat den 77-Jährigen tief getroffen. Umso heller strahlt jener Moment, der für ihn 2025 herausragte – das Stadion-Open-Air zum 60. Geburtstag der Scorpions, das erste Konzert ihrer Karriere in der größten Arena ihrer Heimatstadt. „Coming Home Live“ (Universal Music), der soeben erschienene Mitschnitt, bewahrt diese Heimkehr. Während Meine erzählt, erinnert er sich an Auftritte, die sich wie Ausnahmezustände anfühlten – in Moskau 1989 vor dem Mauerfall, in Paris 2015 kurz nach den Terroranschlägen. Und er bleibt optimistisch, denn für die Scorpions geht es immer ein Stückchen weiter. 2026, wenn die Band in China, Indien und im Nahen Osten auftreten wird, vertraut er darauf, dass Musik, trotz Kriegen und Spannungen, ein Mittel der Verständigung bleibt.WELT: Herr Meine, beim Rückblick auf 2025 ragen zwei Heavy-Metal-Großereignisse heraus: das Stadion-Open-Air in Hannover zum 60. Geburtstag der Scorpions sowie Ozzy Osbournes Abschied von der Bühne bei einem Festival in seiner Geburtsstadt Birmingham am selben Tag. Bei Ihnen traten Gäste wie Alice Cooper und Judas Priest auf, bei Osbourne Black Sabbath, Metallica, Guns N‘Roses und viele andere. War es nicht etwas unglücklich, dass beide Festivals am selben Tag stattfanden?Klaus Meine: Wir hatten ja von Ozzys Konzert im Vorfeld gewusst, als wir unseres vorbereiteten – und hatten trotzdem ein großartiges Line-up. Judas Priest stammen ja, wie Ozzy und Black Sabbath, auch aus Birmingham. Insofern hatte es uns sehr gefreut, dass sie an diesem Tag bei uns in Hannover auftraten. Letztlich haben es alle, die an diesem Tag in Birmingham spielten, genau richtig gemacht. Denn das war ein großer, bewegender Abschied für Ozzy. Es war toll, dass so viele Heavy-Metal-Musiker in seiner Heimatstadt dabei sein konnten, um ihm die Ehre zu erweisen. Wer hätte zu dem Zeitpunkt damit gerechnet, dass er so kurz danach schon von uns geht. WELT: Marianne Faithfull hat mir mal gesagt, sie würde ihren Freund Keith Richards auch im Rollstuhl zu den Rolling Stones auf die Bühne schieben. Bei Ozzy Osbourne ist das dann tatsächlich eingetreten: Er konnte bei seinem Auftritt nur in einem Sessel sitzend singen – wenig später starb er. Sieht so ein würdevoller Rock’n’Roll-Abschied aus? Meine: Es hat Ozzy jedenfalls unendlich viel bedeutet. Er hat all seine Energie aufgebracht, um diesen Auftritt absolvieren zu können – nicht nur als Solo-Künstler mit vielen Gästen, sondern auch mit seiner Band Black Sabbath. Das war natürlich hochemotional. Für diese Momente hat er es geschafft, noch ein letztes Mal all seine Kräfte zu mobilisieren. Die Fans haben es geliebt und werden ihn so in Erinnerung behalten. Lesen Sie auchWELT: Sie waren Osbourne freundschaftlich verbunden und sind sich bei etlichen Festivals begegnet …Meine: Ja. Wir spielten 1985 bei „Rock in Rio“, 1986 bei den „Monsters Of Rock“-Festivals in Deutschland, im August 1989 dann beim Moscow Peace Festival – ein paar Monate vor dem Fall der Mauer. Ich erinnere mich an viele Momente, in denen wir backstage zusammensaßen und quatschten. Es gab so viele Begegnungen auf dieser langen Reise, die uns verband. Ozzys Tod hat mich sehr berührt. Rückblickend war es deshalb umso schöner, dass er bei seinem letzten Auftritt in Birmingham so viele Freunde und Gefährten aus der Rock’n‘Roll-Familie um sich scharen konnte. Das ist ein Abschied von der Bühne, wie man ihn sich nur wünschen kann. All diese Fotos, die ihn mit den Musikern von Metallica, Steven Tyler oder Guns N’Roses zeigten, waren auch ein Ausdruck davon, wie sehr die Hard-and-Heavy-Community in den letzten Jahrzehnten zusammengewachsen ist. Wir sind wie eine große Familie. WELT: Nun haben die Scorpions ja bereits 2010 eine Abschiedstournee angekündigt – dann aber trotzdem weitergemacht …Meine: Genau, wir sind vorsichtig geworden mit Ankündigungen wie „Das Ende ist nah“ (lacht). Wir fühlen uns gut und sind dankbar, immer noch Konzerte spielen zu können. Wir haben festgestellt, dass sich das von allein regelt. Das Wichtigste ist, dass du gesund bist und wir weiterhin Spaß daran haben. Und dann muss es natürlich auch eine entsprechende Nachfrage geben. Die ist bei uns zum Glück nach wie vor weltweit vorhanden, sodass wir uns aussuchen können, wo wir im nächsten Jahr auftreten werden. Zu unseren Konzerten kommen inzwischen Fans aus mehreren Generationen. Es ist schön, zu sehen, dass dieser Weg noch immer ein Stück weiter geht.WELT: Dann blicken wir ins kommende Jahr, wenn die Scorpions wieder in Ländern auftreten, in denen die meisten Bands noch nie gespielt haben: in China, Indien, im Nahen Osten. Was treibt Sie dabei an, folgen Sie dem Star-Trek-Motto: „To boldly go where no one has gone before“? Meine: In China wie auch in Indien haben wir ja bereits gespielt und wissen, dass uns dort ein begeistertes Publikum erwartet, das unsere Songs genauso mag wie die Fans in Europa oder Nord- und Südamerika. In Ägypten haben wir vor vielen Jahren vor den illuminierten Pyramiden gespielt. Das war spektakulär. Ich kann mich deswegen so gut daran erinnern, weil der Strom der Fans, die zum Konzert kamen, einfach nicht abriss. Wir hatten bereits 30 Minuten gespielt, als die Veranstalter uns von der Bühnenseite ansprachen: „Es kommen immer noch so viele Fans, könnt ihr noch mal von vorne anfangen?“ WELT: Nun sind Konzerte in diesen Ländern und Regionen schon in Friedenszeiten oft mit einem größeren logistischen Aufwand verbunden. Aufgrund aktueller Kriege und politischen Spannungen dürfte das nicht einfacher geworden sein. Wie gehen Sie damit um?Meine: In Kairo sollte eigentlich letzten Herbst ein Konzert stattfinden, das haben wir dann abgesagt. Nicht nur, weil es dazu sehr viele kritische Stimmen im Netz gab, sondern weil wir selbst der Meinung waren, dass man keine fröhliche Rock‘n‘Roll-Show spielen kann, wenn nur einen Steinwurf entfernt in Gaza Tausende Mütter, Kinder, Väter hungern oder sterben. Wir haben die Situation vor Ort immer im Blick, gehen sehr sensibel damit um. Unsere Konzerte sind immer auch eine Art Völkerverständigung, eine Geste des Aufeinanderzugehens. Ganz gleich, wo wir sind, ob in Belém in Brasilien oder im Nahen Osten, wir zeigen immer Respekt vor dem Gastgeber. WELT: Als die Rolling Stones erstmals in Schanghai spielten, mussten sie vorab ihre Setlist vorlegen. Einige Songs erschienen den staatlichen Behörden zu subversiv und wurden gestrichen. War und ist das bei Ihnen ähnlich – oder ist das inzwischen entspannter? Meine: Ich glaube nicht, dass es entspannter ist. Wir haben diese Erfahrung ebenfalls gemacht, auch uns hat man damals zensiert und bestimmte Songs aus unserer Setlist gestrichen, darunter Lieder, von denen wir es gar nicht erwartet hätten, nämlich „Blackout“ und „Dynamite“. „Wind of Change“ dagegen, der von all unseren Songs den vielleicht offensichtlichsten politischen Background hat, durften wir spielen. Nach der Show fragte ich den chinesischen Promoter, warum wir denn „Wind of Change“ spielen durften und die anderen nicht. Er antwortete, die Verantwortlichen hätten gedacht, das sei ein Song übers Wetter (lacht). WELT: „Wind of Change“ war Ihre Hymne auf das Ende des Kalten Kriegs. Gibt es schon Anzeichen, welche Lieder es vor Ihren anstehenden Konzerten in China diesmal treffen könnte? Meine: Der letzte Stand ist, dass wir sowohl „Wind of Change als auch „Blackout“ und „Dynamite“ spielen können. Ich glaube, diesmal ist „Bad Boys Running Wild“ auf der Strecke geblieben. WELT: Kommen Sie in China in Kontakt mit Ihren Fans dort? Meine: In Peking gibt es Fanclubs, die sehr gut organisiert sind. Plattenfirmen und Promoter hatten dort „Meet & Greets“ organisiert, bei denen Band und Fans zusammenkommen und sich austauschen konnten. In Indien kann ich mich jetzt nicht an Vergleichbares erinnern. Ich weiß nur, dass es sehr abenteuerlich war, oben im Norden, in Shillong, aufzutreten. Wir wurden mit Jeeps, mit schwer bewaffneten Soldaten durch die Stadt gefahren. Und die Bühne war aus Bambus gebaut. Lesen Sie auchWELT: War Ihnen dabei nicht mulmig?Meine: Nein, sie hat ja gehalten. Es war eine sehr nachhaltige Konstruktion. Das war ein so besonderer Moment, dass die Schulkinder in der Gegend einen freien Tag bekamen. Es war, als wäre mit uns der Zirkus in die Stadt gekommen. Das sind alles faszinierende Orte, wo man mit einer anderen Kultur konfrontiert ist, sich damit auseinandersetzt und aufeinander zugeht. Konzerte im Nahen Osten zu organisieren, ist dagegen komplizierter geworden seit dem Überfall der Hamas auf Israel. Das ist ein sehr sensibles Thema. Als wir 2022 in Tel Aviv spielten, stand ich beim Konzert mit einer israelischen Flagge auf der Bühne. Ich war zuvor schon in anderen Ländern in deren jeweiligen Nationalflaggen auf die Bühne gegangen. Im Hinblick auf Israel wird das jedoch anders bewertet. Dann las ich unter den entsprechenden Fotos von mir auf Instagram Sätze wie: „Ihr unterstützt die Zionisten, ihr habt Blut an euren Händen.“ Das ist ganz schön heftig. Bei der Planung von Konzerten im Nahen Osten muss man sehr sensibel vorgehen. WELT: Es gibt ein Land, das offenbar eine besonders enge Verbundenheit zu den Scorpions hat und das seit mehr als 50 Jahren: Frankreich. Anfang der Achtziger bekamen Sie dort bereits mehr Anerkennung als in Deutschland, noch bevor sie auch in Amerika groß rauskamen. Hat Ihnen dieser frühe Zuspruch das nötige Selbstbewusstsein gegeben, mit den Scorpions eine internationale Karriere anzustreben?Meine: Das stimmt. Dass wir dort als deutsche Band mit englischen Songtexten viel Zuspruch bekamen, hatte unser Selbstbewusstsein enorm gestärkt. In Frankreich bekamen wir die Anerkennung, die uns im eigenen Land zu jener Zeit oft versagt wurde. Mitte der 70er Jahre hatten wir einen Manager in Luxemburg, der eigentlich nur deswegen Manager genannt wurde, weil er sich einen Schlips binden konnte und in seinem Anzug tagsüber in einer Bank arbeitete. (lacht) Aber er hatte gute Verbindungen ins Ausland, beherrschte mehrere Sprachen und hat uns nicht nur in Belgien und Frankreich, sondern auch in England gebucht. Das waren unsere ersten Schritte ins benachbarte Ausland. Der Zuspruch von den Fans in Frankreich führte dazu, dass wir uns sagten: Wir nehmen diese Herausforderung an, in der Formel 1 der Rockmusik mitzufahren. Und so wie in Frankreich, passierte das später auch in Griechenland, Portugal, Mexiko und vielen anderen Ländern. Das ist vergleichbar mit einer Liebesbeziehung. Bis zum heutigen Tag lieben wir es immer noch in Frankreich zu spielen, nicht nur in Paris, sondern überall im Land. WELT: Ihre Ballade „Still Loving You“ wurde dort Mitte der 80er-Jahre mehr verehrt als sonstwo auf der Welt. Der Legende nach haben viele französische Scorpions-Fans ihren Kindern den Namen Sly gegeben – ein Akronym, das sich aus den Anfangsbuchstaben der Wörter des Songtitels zusammensetzt. Wie erklären Sie sich das?Meine: Na ja, viele Franzosen haben sich zu diesem Song geliebt (lacht). Aber wir haben bisher nie jemanden getroffen, der Sly hieß. Diese Geschichte wurde von unserem französischen Fanclub immer wieder mal erzählt. WELT: 2014 sangen Sie gemeinsam mit der Sängerin Amandine Bourgeois „Still Loving You“ sogar auf Französisch ein als „Je t'aime encore“ ..Meine: Das war eine Riesenherausforderung. Ich hatte zwar Erfahrungen mit spanischen und russischen Versionen von „Wind of Change“, hatte aber noch nie auf Französisch gesungen. Ich kann mir kein Urteil darüber erlauben, wie überzeugend diese Version letztlich geworden ist. Aber auch wenn mir bei den Aufnahmen bewusst wurde, dass meine Begabung für das Französische nicht wirklich nach vorne geht, hat es mir doch viel Spaß gemacht. Soweit ich weiß, ist das in Frankreich auch gut aufgenommen worden. Es stimmt also schon, wir hatten immer eine intensive Beziehung zu unseren französischen Fans. In besonderem Maße zeigte sich das nach der Anschlagsserie in Paris vor zehn Jahren.WELT: Als 2015 islamistische Terroristen an mehreren Orten in Paris, unter anderem bei einem Konzert im Bataclan-Club, 132 Menschen ermordeten …Meine: Es war schrecklich. Wenige Wochen danach waren wir die erste Band, die in Paris wieder ein Konzert geben durfte, vor etwa 20.000 Fans. In einem Moment hat das Publikum – und wir mit ihm – die französische Nationalhymne gesungen, die „Marseillaise“. Lesen Sie auchWELT: Dieses Konzert fand in einer Zeit statt, in der Paris im Ausnahmezustand war. Kann man sich auf so etwas vorbereiten?Meine: Nein. Das kannst du nicht proben. Die ganze Stadt stand noch immer unter Schock. Es war ein schwieriger Moment, für uns wie auch für das Publikum. Man spürte diese Anspannung. WELT: Hatten Sie vor dem Konzert Zweifel, ob der Auftritt überhaupt möglich sein würde?Meine: Die Veranstalter hatten bis zu dem Zeitpunkt ja alle Konzerte in Paris in der Zeit abgesagt. Wir waren die ersten, bei denen die Menschen wieder zusammenkommen konnten, sie versuchten, sich freizumachen von der Angst, und sagten: „Wir sind jetzt alle hier, wir lieben das Leben und wir ehren all diejenigen, die ihr Leben verloren haben bei diesen schrecklichen Anschlägen.“ Und wenn man als Musiker in solchen Momenten ein Gespür für die Bedürfnisse und die Emotionen des Publikums bekommt, dann ist man sich sehr nah in so einem Konzert, jedenfalls viel näher als bei einem normalen Auftritt. Man spürt diese Verbundenheit im Herzen. Künstler und Publikum werden eins, sind im Schmerz vereint. Das war ein Gänsehautmoment, den man nur schwer beschreiben kann. In diesem Jahr, zehn Jahre nach den Anschlägen, spielten wir wieder in Paris. WELT: War der Gedanke an die Opfer von damals wieder sehr präsent?Meine: Wir haben diesen Moment von damals nicht vergessen und unsere Fans in Frankreich auch nicht. Im Bataclan starben so viele junge Menschen, die einfach nur Spaß haben und sich eine Rockshow anschauen wollten. Ich muss dabei immer wieder an die vielen Opfer vom 7. Oktober 2023 denken, als die Hamas Israel angriff und hunderte Besucher des Nova-Musik-Festivals ermordete. All dies sind furchtbare Momente in der Geschichte, die sich wie die Terror-Anschläge von 9/11 in unser Gedächtnis eingebrannt haben, für immer unser Leben begleiten. Man hofft, dass etwas passiert, damit dieser Wahnsinn endlich aufhört, damit wir in einer friedlichen, freiheitlichen Zukunft leben können. WELT: Sie spielten 1988 in St. Petersburg, das damals noch Leningrad hieß, im August 1989 in Moskau, wenige Monate vor dem Mauerfall. 2022, nach dem Angriffskrieg Russland auf die Ukraine, änderten Sie die ersten Zeilen Ihrer Hymne „Wind of Change „ von „I follow the Moskva / Down to Gorky Park…” in „Now listen to my heart — it says Ukraina, waiting for the wind to change.“ Gibt es noch Austausch mit russischen Fan-Clubs?Meine: Das ist leider kein Thema mehr. WELT: Fällt es Ihnen schwer, diesen Bruch zu akzeptieren?Meine: Wir hoffen natürlich alle, dass dieser schreckliche Krieg in der Ukraine bald in einen Waffenstillstand mündet und auch darüber hinaus zu einem Ende kommt. Wir haben so viele Male nicht nur in Russland, sondern auch in der Ukraine Konzerte gegeben. Wenn ich heute die Fernsehnachrichten sehe, von Drohnenangriffen in ukrainischen Städten – auch auf Zivilisten – dann erkenne ich ja viele Städte, in denen wir früher gespielt haben: in Donezk oder in Dnipro und vielen anderen Orten, nicht nur in Kiew. Ende der 80er Jahre haben wir diesen einen, besonderen Moment erlebt, als das Fenster für Frieden und Freiheit in der Geschichte aufging. Mehr als 30 Jahre später hat es sich wieder geschlossen. Und jetzt leben wir in einer ganz anderen Welt. Wir sind keine Politiker. Wir waren immer musikalische Brückenbauer und wir haben mit unseren Songs und Konzerten unseren Teil zur Völkerverständigung beigetragen.WELT: Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf Ihre Tournee-Stationen im folgenden Jahr?Meine: Wir sind immer motiviert, aber natürlich tragen wir nach 60 Jahren einen großen Rucksack mit unserer eigenen Geschichte mit uns herum. Wir sind Künstler, Komponisten, wir schreiben Songs, wir teilen diese Songs mit der ganzen Welt. Gerade in diesen schwierigen Zeiten sollte man die Stimme der Kunst noch viel lauter hören.WELT: Spüren Sie in diesen Zeiten eine besondere Verantwortung?Meine: Wir sind nur eine Rockband. Wir wollen uns auch nicht in einem Maße überhöhen, dass wir glauben, wir können mit Musik die Welt verändern. Wir reflektieren das, was wir sehen, was wir erleben und hoffen, dass die Menschen, die in unsere Konzerte kommen, das mit uns teilen. Und Songs wie „Wind of Change“, tragen immer noch eine Friedensbotschaft in sich. Und, dass dieser Song jetzt auf Spotify die magische Zahl von einer Milliarde Streams überschritten hat, ist doch ein gutes Zeichen dafür, dass die Botschaft des Songs immer noch sehr relevant ist. Zur PersonKlaus Meine, der Sänger und Texter der Scorpions, am 25. Mai 1948 in Hannover geboren, trat der Band 1969 bei. Mit Welthits wie „Wind of Change“, „Rock you like a hurricane“ oder „Still Loving You“ wurde sie zu einer der international erfolgreichsten deutschen Rockgruppe. Zum 60. Geburtstag der Band erschien jetzt der Konzertmitschnitt „Coming Home Live“. Meine ist verheiratet und hat einen Sohn.
Scorpions-Sänger Klaus Meine: „Ozzys Tod hat mich sehr berührt“ - WELT
Scorpions-Sänger Klaus Meine blickt zum Jahresende zurück und gleich wieder nach vorn. 2025 ist seine Band 60 geworden, hat sich aber für das neue Jahr viel vorgenommen mit Konzerten in China, Indien und dem Nahen Osten. Ein Gespräch über Zensur, Abenteuer und Auftritte mit israelischer Flagge.






