PfadnavigationHomeICONISTEssen & TrinkenRezeptGefüllte Glücksbringer zum Jahreswechsel – Berliner, wie sie sein sollenVon Jennifer WiltonVeröffentlicht am 30.12.2025Lesedauer: 5 MinutenKein Silvester ohne: Berliner Pfannkuchen, auch bekannt als Krapfen oder KreppelQuelle: picture alliance/ obsZu Silvester und zum Fasching müssen sie einfach sein. Ein paar Tricks, und das Schmalzgebäck wird genauso fluffig und weich, wie es sein sollte. Ohne großen Aufwand. Und die Namensfrage – Pfannkuchen? Kreppel? Krapfen? – wird auch geklärtDie Debatte um einige Silvestertraditionen wird in diesem Jahr besonders heiß geführt. Eine bleibt dabei zum Glück unangetastet: Die der Pfannkuchen, auch bekannt als Krapfen, Kreppel oder… Berliner. Ein Jahreswechsel in Berlin, großen Teilen des Nordens und vielen weiteren Gegenden des Landes ist ohne sie zwar vorstellbar. Aber warum?Es gibt allerdings zwei Fragen, die ungelöst sind. Die erste, jedes Jahr zumindest in Berlin diskutiert: Warum gibt es keine Pfannkuchen mit Pflaumenmus und Glasur? Wenn Pflaumenmuss drin ist, werden sie gepudert. Um glasierte Pflaumenmus-Pfannkuchen zu bekommen, gibt es nur eine Lösung: Selbermachen. Und das ist gar nicht so schwierig. Dazu gleich mehr, inklusive Tipps aus der Wissenschaft, warum es funktioniert. Warum Berliner keine Berliner sindZunächst aber kurz zu der zweiten Frage. Die dreht sich um den Namen. Berliner lehnen den Namen Berliner rundweg ab, der Rest des Landes versteht nicht, warum sie Pfannkuchen heißen sollen? Woher kommt der Namens-Dissenz? Die Erklärung liegt: in Preußen. Von dort stammt das Schmalzgebäck, um das es hier geht, auch wenn es Ähnliches schon vorher gab.1756 war kein besonders friedliches Jahr in Preußen; es brodelte in ganz Europa, man stellte sich auf Kampfhandlungen ein, die Linie verlief, grob gesagt, so: Österreich, Frankreich, Russland gegen Preußen, das auf die Unterstützung Englands zählen konnte. Im Sommer marschierte Preußenkönig Friedrich der II. kurzerhand in Kursachsen, Verbündeter Österreichs, ein, kalkulierte Eskalation gewissermaßen, denn er hatte noch nicht einmal den Krieg erklärt. Der dann allerdings sieben Jahre dauern sollte. Dafür brauchte man Personal, und deswegen wurde die einheimische Bevölkerung rekrutiert, also alle, die über 1,69 Meter waren und ein intaktes Gebiss hatten (wurde für das Aufbeißen von Patronen benötigt).Lesen Sie auchEin Berliner Bäckerlehrling erfüllte diese Kriterien nicht ausreichend und durfte nicht dienen, jedenfalls nicht an der Waffe. Er blieb aber beim Heer und war für das Kochen zuständig. Er erfand eine Kanonenkugel aus Teig, die keinen Ofen brauchte, um gebacken zu werden, denn er warf sie in siedendes Öl über dem Feuer. Den „Berliner Pfannkuchen“. Und mit dem Berlin-Hype der folgenden Jahrzehnte wurde auch er immer beliebter.Die viel diskutierte Namensfrage ist also vor allem eine danach, an welcher Stelle man abkürzt. Das kann natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Aber es heißt ja auch Stollen, und nicht Dresdner, oder? Schnitzel und nicht Wiener? Klar ist jedenfalls: kein Silvester ohne sie. Schon gar nicht in Berlin.Das RezeptKann man Pfannkuchen selber machen? Absolut. Das lässt sich gut vorbereiten. Und gut als Silvester-Spiel verkaufen (wir sind doch eh alle zuhause!). Es macht Spaß, dabei zuzusehen, wie sie aufploppen. Und man braucht keine Friteuse. Oder irgendwelches Spezialwerkzeug.Im Grunde ist es einfach ein leicht süßer Hefeteig (generelle Hinweise hier), mit dem es beginnt (Reicht für 12 - 15, je nach Grösse). ZUTATEN400 g Mehl