PfadnavigationHomePanoramaBerlin„Dramatisch und lebensgefährlich“ – Kältebus für Obdachlose angezündetVeröffentlicht am 29.12.2025Lesedauer: 2 MinutenNach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf zwei Kältebusse der Berliner Stadtmission bleibt das Hilfsangebot für Obdachlose bestehen. Spontane Hilfe und zahlreiche Spenden sichern die Versorgung in der Nacht. Die Täter sind bislang unbekannt.In Berlin ist ein Kältebus für Obdachlose in Brand gesetzt worden – ein Unbekannter soll kurz zuvor am Tatort gesehen worden sein. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung.Ein Kältebus der Berliner Stadtmission ist in der Nacht zu Sonntag vermutlich nach Brandstiftung vollständig ausgebrannt. Wie die Berliner Polizei am Sonntag mitteilte, habe ein Zeuge gegen 3.15 Uhr eine bislang unbekannte Person an den in der Seydlitzstraße in Berlin-Moabit geparkten Kältebussen bemerkt. Kurz darauf sei eines der Fahrzeuge in Flammen aufgegangen.Der Zeuge habe umgehend die Feuerwehr alarmiert, die den Brand löschte. Der Kleinbus sei im vorderen Bereich beinahe vollständig ausgebrannt. Ein weiterer daneben parkenden Kältebus wurde demnach ebenfalls durch das Feuer beschädigt. Ermittelt wird wegen des Verdachts der Brandstiftung.Busse sind nicht mehr einsetzbarDie insgesamt drei Kältebusse der Berliner Stadtmission versorgen im Winterhalbjahr obdachlose Menschen, die auf der Straße leben, mit Schlafsäcken, heißem Tee oder Suppe und bringen sie auf Wunsch auch in Notunterkünfte. Im vergangenen Winter wurden so 2100 Menschen ohne Obdach versorgt. Die Busse werden komplett aus Spenden finanziert.Laut Stadtmissionsdirektor Christian Ceconi sind die beiden betroffenen Busse aktuell nicht mehr einsetzbar. „Das ist bei den aktuellen Temperaturen dramatisch und lebensgefährlich für viele Menschen, die heute Nacht bei Minusgraden auf der Straße sind“, sagte Ceconi.Kurzfristiger Ersatz mit VW-BusDankenswerterweise habe der gemeinnützige Träger Gebewo als Ersatz kurzfristig einen VW-Bus mit Rollstuhlrampe der Berliner Stadtmission zur Verfügung gestellt. Dringend gebraucht würden jetzt Geldspenden, um einen neuen Bus zu kaufen und den zweiten Kältebus so schnell wie möglich zu wieder fahrtauglich zu machen.Lesen Sie auchKältebus-Fahrer Gerhard Gross äußerte in der „B.Z.“ sein Entsetzen:„Gerade jetzt, wo die Kältebusse bei diesen Temperaturen besonders benötigt werden“, sagte der Kinobetreiber der Hackeschen Höfe, der seit zwei Jahren ehrenamtlich für die Berliner Stadtmission tätig ist.Anrufrate in Kältenächten hochDie Kältebusse werden von rund 60 Ehrenamtlichen gefahren und betreut, sie bringen Schlafsäcke, heißen Tee und Suppe zu Obdachlosen – oder fahren diese in eine Notunterkunft, um sie vor einem Kältetod zu bewahren, wenn die Betroffenen das wünschen.„In Nächten wie diesen ist die Anrufrate hoch, da gehen im Schnitt 120 Anrufe und mehr ein“, berichtete Stadtmissionsprecherin Barbara Breuer. „Nicht alle Menschen wollen aber in eine Notunterkunft gebracht werden, manchen reicht auf ein Schlafsack und ein Tee.“ Breuer betont: „Mit zwei Bussen kann man natürlich nicht das schaffen, was sonst drei schaffen.“ epd/dpa/krö
Berlin: „Dramatisch und lebensgefährlich“ – Kältebus für Obdachlose angezündet - WELT
In Berlin ist ein Kältebus für Obdachlose in Brand gesetzt worden – ein Unbekannter soll kurz zuvor am Tatort gesehen worden sein. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung.






