Sie waren Hollywood-Legenden, Musikgrößen, Nobelpreisträger, Sport-Ikonen oder Medienphänomene. Sie haben Film, Musik, Sport oder Wissenschaft und Politik geprägt wie nicht viele andere. Von wem die Welt 2025 Abschied nahm:David Lynch: Hollywoods Spezialist für AbseitigesDer Kult-Regisseur schreckte mit bizarren Abgründen und dunklen Perversionen ab, zog mit seinen Mystery-Geschichten aber genauso an. Hollywoods Spezialist für Abseitiges, David Lynch, hatte zunächst Kunst studiert. Furore machte er bei «Blue Velvet» (1986) durch eine langsame Kamerafahrt in ein abgeschnittenes Ohr. Das Roadmovie «Wild at Heart» über ein junges Liebespaar brachte ihm 1990 in Cannes die «Goldene Palme». In den 1990er Jahren war seine Mystery-Kultserie «Twin Peaks» um den Mord an einer jungen Schönheitskönigin stilbildend für Fernsehen und Mode. Lynch starb am 16. Januar mit 78 Jahren in Los Angeles.Marianne Faithfull: Von der Sixities-Ikone zur CharakterdarstellerinDer Lebensweg der britischen Künstlerin war außergewöhnlich. Marianne Faithfull verdankte ihre Berühmtheit vor allem ihrer Beziehung mit dem Sänger der Rolling Stones, Mick Jagger. Er schrieb 1964 zusammen mit Keith Richards «As Tears Go By» für sie. Faithfull und Jagger galten als Traumpaar der Swinging Sixties. Doch der Rock-'n'-Roll-Lifestyle forderte seinen Tribut: Faithfull wurde zum Junkie, saß im Gefängnis und lebte zwei Jahre auf der Straße. Bei der Aufnahme ihres Comeback-Albums «Broken English» (1979) noch süchtig, schaffte sie mit knapp 40 den Entzug und entwickelte sich als Künstlerin weiter. Musiker wie Billy Corgan oder Roger Waters arbeiteten mit ihr. Sie spielte auch in mehreren Filmen mit, etwa in der Tragikomödie «Irina Palm» (2007). Faithfull starb am 30. Januar im Alter von 78 Jahren in London.Horst Köhler: Ökonom als StaatsoberhauptSein Abgang als Bundespräsident kam quasi über Nacht. Am 31. Mai 2010 verkündete Horst Köhler in seiner zweiten Amtszeit seinen Rücktritt mit sofortiger Wirkung. Auslöser war die Kritik an einem Interview, in dem er Auslandseinsätze der Bundeswehr auch mit der Wahrung deutscher Wirtschaftsinteressen begründete. Der promovierte Volkswirt, 2004 zum Staatsoberhaupt gewählt, war der erste Chef im Schloss Bellevue ohne Parteikarriere. Zuvor hatte Köhler als Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) in der globalen Finanzwirtschaft eine Schlüsselfunktion inne. Nach Ansicht seiner Kritiker mischte er sich als Bundespräsident zu sehr in die Tagespolitik ein. Köhler starb am 1. Februar mit 81 Jahren in Berlin.Gene Hackman: Gigant der LeinwandDer US-Amerikaner Gene Hackman gilt als einer der bedeutendsten Schauspieler seiner Generation. Der zweifache Oscar-Preisträger war unter anderem durch Filme wie «French Connection» (1971), «The Conversation» (1974) und «Erbarmungslos» (1992) berühmt geworden. Kassenknüller wie die John-Grisham-Verfilmung «Die Firma» und «Crimson Tide» katapultierten ihn auf Hollywoods A-Liste. In den frühen 2000er Jahren zog er sich zurück und lebte mit seiner Frau Betsy Arakawa im ländlichen Santa Fe (US-Staat New Mexico). Dort starb der an Alzheimer erkrankte Hackman am 18. Februar mit 95 Jahren an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, nachdem er eine Woche mit der Leiche seiner an einer Infektion verstorbenen Frau weitergelebt hatte.Bernhard Vogel: Mittler zwischen West und OstErst Rheinland-Pfalz, dann Thüringen: Der CDU-Politiker war ein Rekord-Regent. Bernhard Vogel regierte als einziger Ministerpräsident jeweils ein Land in West- und Ostdeutschland. Mit mehr als 23 Jahren CDU-Alleinregierungen oder Koalitionen mit FDP und SPD war der gebürtige Göttinger der deutsche Politiker mit der längsten Amtszeit als Ministerpräsident. Nach seiner Zeit als Kultusminister in Rheinland-Pfalz folgte er dem damaligen Ministerpräsidenten Helmut Kohl (CDU) 1976 als Regierungschef und blieb es bis 1988. Anfang 1992 ging er als Ministerpräsident nach Thüringen. Dem populären Landeschef gelang der wirtschaftliche Aufschwung. Danach leitete er von 2003 bis 2009 die Adenauer-Stiftung. Am 2. März starb Vogel im Alter von 92 Jahren in Speyer.Anna R.: Rosenstolz-Sängerin mit großen GefühlenMelancholische Pop-Songs wie «Liebe ist alles» (2004) machten die als Andrea Rosenbaum geborene Musikerin aus Ost-Berlin und ihre Band Rosenstolz berühmt. Neben Anna R. gehörte auch der Komponist Peter Plate dazu. Die Band, in den 1990er und frühen 2000er Jahren aktiv, war anfangs Liebling der Subkultur, dann eroberte sie den Massenmarkt, gewann Echos, Gold und Platin. Popschlager-Hymnen wie «Gib mir Sonne» und «Ich bin ich (Wir sind wir)» prägten den Sound der Nullerjahre. Mit ihrer einzigartigen Stimme begeisterte Anna R. später als Solosängerin. In ihren Liedern ging es oft um Liebe, aber sie war auch politisch aktiv. Die Musikerin starb am 17. März mit 55 Jahren in Berlin.George Foreman: Von der Boxlegende zum PredigerDer wichtigste Kampf des US-Schwergewichtsboxers endete mit einer Niederlage gegen Muhammad Ali am 30. Oktober 1974 in Kinshasa, damals Zaire. Der Kampf ging als «Rumble in the Jungle» in die Boxgeschichte ein. Es war von 81 Duellen das Einzige, das George Foreman durch K.o. verlor. Der gebürtige Texaner hatte eine der längsten Box-Karrieren, die er erst 1997 beendete. Danach war der Olympiasieger von 1968 und mehrfache Profi-Weltmeister Prediger, Sport-Kommentator und erfolgreicher Unternehmer. Foreman starb 76-jährig am 21. März in Houston (US-Bundesstaat Texas).Val Kilmer: Superheld im FledermausanzugDie ikonische Rolle als Pilot Tom «Iceman» Kazansky im Actionfilm «Top Gun» machte den gebürtigen Kalifornier 1986 berühmt. Val Kilmer spielte den erbitterten Konkurrenten von Tom Cruise in der Rolle als Pete «Maverick» Mitchell, mit dem er sich bei riskanten Kampfflügen maß. Es folgten Filme wie «The Doors» (1991) als Sänger Jim Morrison und «Batman Forever» (1995) im unvergessenen Fledermausanzug. In den 1980er und 1990er Jahren zählte der Schauspieler zu Hollywoods Topverdienern. 2014 wurde bei ihm Kehlkopfkrebs diagnostiziert, er verlor seine Stimme. Kilmer starb am 1. April mit 65 Jahren in Los Angeles.Mario Vargas Llosa: Weltbürger und Literaturnobelpreisträger